22.11.2016, 19:15 Uhr

VGE kritisiert „Verkehrschaos“ Busse lassen Haltestellen in Lingen links liegen


Lingen. Die Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) will bei hohem Verkehrsaufkommen Haltestellen auf dem Lingener Stadtring nicht mehr anfahren. Die Stadt Lingen ist mit Details der Umsetzung des Vorhabens nicht glücklich und will noch einmal mit der VGE sprechen.

Durch ihr Vorhaben wolle die VGE möglichst viele Anschlüsse vom ZOB am Bahnhof einhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Als Grund für ihren Plan nennt die VGE ein „immer häufigeres Verkehrschaos“ insbesondere zu den Stoßzeiten hervorgerufen durch Bauarbeiten in der Stadt und auf der B 70 in Laxten. Durch den zäh fließenden Verkehr – unter anderem auf der Bernd-Rosemeyer-Straße – könne die VGE ihre Anschlüsse am ZOB nicht gewährleisten. Für die Vorweihnachtszeit rechnet die VGE gar mit einer Verschärfung der Situation.

„Zu Fuß“

Offen bleibt sowohl in der Pressemitteilung als auch auf Info-Zetteln an den betroffenen Haltestellen allerdings eine Antwort auf die Frage, wie die stehengelassenen Kunden zum Beispiel von der Haltestelle „Krankenhaus“ zum Bahnhof kommen sollen. Wenn es nach der VGE geht, zu Fuß. Das jedenfalls schlägt die VGE-Geschäftsstellenleiterin Ursula Wehrs auf Nachfrage unserer Redaktion vor. Nach eigenen Worten wohl wissend, dass das für diejenigen, die beispielsweise auf einen Rollator angewiesen sind, nicht leicht sei.

Geduld gefragt

Im Ernstfall werden potenzielle Fahrgäste daher Geduld und gute Nerven aufbringen müssen, um an einer der auf unbestimmte Zeit verwaisten Haltstellen auf den nächsten Bus zu warten. Erfahren, wann der nächste Bus kommt, können die möglicherweise im Herbstregen Stehengelassenen wohl nur durch einen Blick in die Glaskugel. Denn einheitlich geregelt ist das taktische Ignorieren der Haltstellen nicht. Es liege im Ermessen des jeweiligen Busfahrers, ob er eine Haltestelle bei starkem Verkehr nicht ansteuere um auf schnellstem Wege zum Busbahnhof zu fahren, lässt Wehrs wissen.

Info-Zettel an den Haltstellen

Ihre Fahrgäste informiert die Verkehrsgemeinschaft mit grünen Informationszetteln an den betroffenen Haltestellen. Darauf heißt es „Sehr geehrte Fahrgäste, bei stockendem Verkehr kann es vorkommen, dass diese Haltstelle aufgrund des Verkehrschaos nicht angefahren wird! Bitte nutzen Sie zu diesen Zeitlagen die Haltstelle Lingen, ZOB. Danke für Ihr Verständnis“.

Kritik

Potenzielle Kunden der VGE-Busse sind von diesem Vorgehen eher weniger erfreut. „Das ist eine Sauerei“, schimpft am Dienstag eine Frau, die regelmäßig vom Konrad-Adenauer-Ring in den Gauerbach fährt. Es passe aber zu den schlechten Erfahrungen, die sie über die Jahre immer wieder mit den Lili-Bussen habe machen müssen, macht die Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, ihrem Unmut Luft: „Eigentlich schade, wo doch die Busse oft voll sind.“ Die Stadt Lingen und die Verkehrsbetriebe Lingen GmbH unterstützen den Lili-Bus-Verkehr der VGE mit jährlich mehr als 600000 Euro.


1 Kommentar