02.11.2016, 17:52 Uhr

HSV versus Flensburg Die Punktefrage: Polizei Emsland sorgt für Lacher im Netz

Die Polizei Emsland ist bei Twitter nun deutschandweit bekannt. Sie beweisen: Zwischen Punkten in Flensburg und denen im Fußball gibt es eine Ähnlichkeit. Screenshot: Polizei Emsland/TwitterDie Polizei Emsland ist bei Twitter nun deutschandweit bekannt. Sie beweisen: Zwischen Punkten in Flensburg und denen im Fußball gibt es eine Ähnlichkeit. Screenshot: Polizei Emsland/Twitter

Lingen. Erst seit einem Monat ist die Polizei im Emsland und der Grafschaft Bentheim bei Twitter, doch mit einem Tweet hat sie es geschafft, deutschlandweit bekannt zu werden – und legt sich mit dem HSV und der Polizei Hamburg an.

Autogrammwünsche sind noch nicht bei ihm angekommen, doch sein Telefon klingelt derzeit minütlich. Am Ende der Leitung: Pressevertreter aus ganz Deutschland. Sie alle wollen Dennis Dickebohm sprechen. Der Lingener ist Pressesprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim.

Ernste und kuriose Themen

Täglich versorgt er zusammen mit seinem Kollegen Achim van Remmerden sowie vier weiteren Beamten die Medienvetreter und Bürger mit Pressemitteilungen. Themen: Straftaten und Fahndungen. Vor einem Monat wurde das noch via Mail gemacht, seit vier Wochen nun auch bei Twitter. Neben ernsten Themen finden sich dort auch kuriose Fälle. Die Tweets von Dickebohm und seinen Kollegen sind nicht immer im ernsten Ton verfasst. (Im Video: Polizei im Twitter-Einsatz)

„19-Jähriger jetzt punktgleich mit dem #HSV“

So auch am Dienstagnachmittag. Dennis Dickebohm hatte eine Meldung über einen 19-Jährigen vor sich, der unter Einfluss von Drogen in Meppen mit dem Auto unterwegs war. „19-Jähriger unter Drogeneinfluss am Steuer“, so oder ähnlich hätte vermutlich der Tweet jeder anderen Polizeiinspektion bei Twitter gelautet. Doch Dickebohm überlegte sich einen anderen Satz – nicht zur Freude eines jeden Fußballfans: „19-Jähriger jetzt punktgleich mit dem #HSV.“

Polizei Hamburg: „Autsch. Das tut weh.“

Innerhalb weniger Minuten verbreitete sich der Tweet im Netz. Mehr als 1300 Mal wurde der Tweet, der auf den Tabellenletzten der ersten Fußball-Bundesliga (zwei Punkte in neun Spielen) abzielt, bis Mittwochabend um 18 Uhr retweetet, also bei Twitter geteilt. Selbst die Polizei in Hamburg reagierte mit dem Satz „Autsch. Das tut weh“, der nicht ganz ernst gemeint war. Dass sein Posting so eine große Reichweite haben wird, damit hatte der Pressesprecher aus Lingen nicht gerechnet, ist aber „nicht minder erfreut“, sagt Dickebohm auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Grund: Seit Dienstag hat sich die Reichweite der Tweets mehr als verdreißigfacht. Während die Meldung darüber, dass die Polizei im Emsland und der Grafschaft Polizeianwärter sucht, bis Dienstag lediglich 300 User erreicht hatte, waren es laut Dickebohm am Mittwoch 10.000.

Bußgeld in Höhe von 500 Euro

Dickebohm bezeichnet diesen Verlauf als „positiv“. Nach einer vierwöchigen Übungsphase habe man in den vergangenen Wochen viele positive Erfahrungen mit Twitter gesammelt. Gerade die schnelle Informationsverbreitung bei größeren Einsatzlagen wie dem Fußball-Derby SV Meppen gegen VfB Oldenburg oder der Anti-Atomkraft-Demo am vergangenen Wochenende in Lingen verdeutliche den Nutzen von Twitter. Mittlerweile hat die Polizeiinspektion bei Twitter 1000 Follower, die Zahl steigt stetig und ein Ende ist nicht in Sicht.

Gesperrt wird auch

Anders bei dem jungen Meppener. Der hat nun wegen seiner Autofahrt unter Drogeneinfluss genauso wie der HSV ebenfalls zwei Punkte – aber eben in Flensburg. Zusätzlich muss er mit einem Bußgeld in Höhe von 500 Euro und einem vierwöchigen Fahrverbot rechnen. Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem HSV: Dieser kennt sich bekanntlich ja ebenfalls mit Sperren ganz gut aus.


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