26.08.2016, 17:30 Uhr

Kommentar Den Erfolg nicht verspielen

Die gerodete Fläche im Altenlingener Forst in Blickrichtung Stadt Lingen. Foto: Helmut KramerDie gerodete Fläche im Altenlingener Forst in Blickrichtung Stadt Lingen. Foto: Helmut Kramer

Lingen. Die Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst sollte ihren Erfolg nicht verspielen, meint der Kommentator.

Die Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst spielt mit dem Feuer, wenn sie mit einer Klage gegen den Bebauungsplan 20 droht. Sie setzt damit nicht nur den eigenen Ruf aufs Spiel. Es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Gerichtsverfahren die geplanten Investitionen der BP auf dem Gelände negativ beeinflussen könnte.

Die BI hat sich durch ihren Einsatz für den Altenlingener Forst große Verdienste in der Stadt erworben, da sie den Blick für das schützenswerte Gut Natur geschärft hat. Wenn sie aber eine Klagedrohung als Druckmittel einsetzt, um eine weitere Absicherung des Waldes zu erreichen, schießt sie über das Ziel hinaus. Auch eine Änderung des Flächennutzungsplans, wie von ihr gefordert, kann später wieder revidiert werden. Aber zieht das überhaupt jemand ernsthaft in Erwägung? Wenn ja, er oder sie wäre in Lingen weder für ein haupt- noch ehrenamtliches kommunalpolitisches Amt wählbar. Für eine Abholzaktion wie 2009 gibt es in der Stadt keine Mehrheiten mehr. Das ist gut so.

Auch wenn keiner weiß, wie ein Rat oder eine Verwaltung in 20, 30 oder 40 Jahren entscheiden wird: Der Altenlingener Forst steht heute und in Zukunft für die Aufforderung an politisch Handelnde, wirtschaftliche Interessen und die Belange der Natur in einer Balance zu halten. An diesem Leitgedanken hat die BI großen Anteil. Sie sollte ihren Erfolg nicht selbst zunichtemachen, indem sich Zustimmung für ihr Anliegen in Unverständnis und Sorge um Arbeitsplätze wandelt.


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