27.07.2016, 13:29 Uhr

Versuchte Abzocke in Lünne Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus

In Lünne haben angebliche Micorsoft-Mitarbeiter Bürger kontaktiert, um ein Update auf Computer zu spielen. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche. Foto: AFP PHOTO / JOHANNES EISELEIn Lünne haben angebliche Micorsoft-Mitarbeiter Bürger kontaktiert, um ein Update auf Computer zu spielen. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche. Foto: AFP PHOTO / JOHANNES EISELE

Lünne. Das Telefon von Kofi Bernd Räder stand nicht still am Mittwochmorgen. Am anderen Ende der Leitung: besorgte Kunden. Sie alle wurden von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern kontaktiert, die ein Update auf den Computer spielen wollen. Kriminelle sind das, sagt Räder. Und auch die Polizei warnt vor der Betrugsmasche.

Kofi Bernd Räder weiß, wovon er spricht. Er ist gelernter Kommunikationselektroniker, wohnt in Lünne und sein Kundenkreis ist im südlichen Emsland weit gestreut. Am Mittwochmorgen riefen ihn innerhalb von zwei Stunden mehr als zehn besorgte Kunden an, die zuvor einen Anruf von Microsoft erhalten hatten. „Auf dem Computer ist eine Schadsoftware, der PC benötigt direkt ein Update“, teilten die angeblichen Mitarbeiter mit. Problem: Damit das Update auf den Computer gespielt werden kann, müssen die Kunden einen Direktzugriff auf den Computer herstellen. ( Weiterlesen: Betrüger werden immer kreativer )

„Direkt auflegen“, rät der Fachmann

„Spätestens dann sollte man direkt auflegen“, sagt Fachmann Räder. Auch Achim van Remmerden, Sprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim, rät dazu. Bereits vor Monaten hatten sich besorgte Bürger an die Polizei gewandt und auch in den vergangenen zwei Wochen listet er immer mehr Fälle aus dem ganzen Emsland auf, wo Privatpersonen von diesen vermeintlichen Mitarbeitern kontaktiert wurden. „Meistens in englischer Sprache“, sagt van Remmerden. Dies bestätigt auch Kofi Bernd Räder.

Computer wird gesperrt

Seit vier Monaten beschäftigt sich Kofi Bernd Räder mit dem Thema und warnt seine Kunden. Doch manchmal kommt die Warnung zu spät. Einer seiner Kunden ist auf die Betrugsmasche reingefallen, hatte den Kriminellen Direktzugriff auf seinen Computer gewährt, erzählt der Fachmann. Die Betrüger nutzten die Gutgläubigkeit des Mannes direkt aus und installierten einen Trojaner – also ein schädliches Computerprogramm, das als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders eine andere Funktion erfüllt. „Es hat sehr viel Zeit gekostet, den Computer wieder zu reinigen“, sagt Räder. Was genau die Betrüger damit bezwecken, Zugriff auf die Computer zu bekommen, ist nicht ganz klar. Die Polizei hat eine Vermutung: „Lässt man den Zugriff zu, haben die Betrüger einen vollständigen Zugriff auf den Computer und können eine Schadsoftware hochladen, die die Dateien auf dem Rechner verschlüsselt oder den Computer komplett sperrt“, heißt es seitens der Polizei.

Nummer im Endgerät sperren

In Lünne haben laut dem Kommunikationselektroniker Räder viele seiner Kunden direkt aufgelegt. Doch damit geben sich die Betrüger nicht zufrieden und rufen erneut an – manchmal unzählige Male hintereinander. „Im Zweifelsfall, wenn wieder angerufen wird, die Nummer notieren und dem Anrufer mitteilen, dass die notierte Nummer der Staatsanwaltschaft mitgeteilt wird – auch wenn die Nummer unterdrückt ist“, sagt Kofi Bernd Räder. Damit werden Betrüger abgeschreckt. Wer die Möglichkeit habe, sollte die Nummer im Endgerät sperren lassen – oder im Router.

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