20.06.2013, 08:59 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Nido ist nicht allein zu Haus Dobermann ist fast täglich in der Videothek

<em>Hinter dem Tresen</em> ist Nidos Revier. Andrea Herbers und Ingo Schräpel gewährt er aber gnädig Zugang. Foto: C. AdamHinter dem Tresen ist Nidos Revier. Andrea Herbers und Ingo Schräpel gewährt er aber gnädig Zugang. Foto: C. Adam

Lingen. Mit fast 47 kg ist Nido ein imposanter Dobermann. Der schlanke, aber kräftige Kerl liegt faul in seinem riesigen Körbchen hinter dem Tresen in der Lingener Filiale des Deutschen Videorings (DVR). Er schlummert träge und träumt Hundeträume von Leckerli und weiten Wiesen – bis ein Kunde den Laden betritt.

Dann springt er auf und gibt Laut! Wer ist da? Frauchen, jemand kommt! Filialleiterin Andrea Herbers weiß dann Bescheid: Kundschaft ist da. „Nido ist sehr auf mich fixiert und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Der Bereich hinter dem Tresen ist sein Revier“, erklärt Herbers das Verhalten ihres Kollegen Hund. Dennoch brauche vor Nido niemand Angst zu haben. Solange niemand durch die Schwingtür gehe, beruhige sich Nido auch sehr schnell wieder.

Ingo Schräpel kann dies bestätigen. Der Angestellte darf selbstverständlich hinter den Tresen, ebenso wie sein Kollege Daniel Maurach. „Einige Kunden haben Angst, dass Nido über die Klappe springt, aber das hat er noch nie getan“, erzählt Schräpel. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet er im DVR, und Nido sei von Anfang an kein Problem für ihn gewesen.

Diese Rasse war schon immer ihr Traumhund gewesen. „Als sein Vorgänger Odin starb, haben viele Kunden bemerkt, dass ich sehr traurig war.“ Seit 1998 kannte man die Chefin nur mit einem Hund hinter dem Tresen. Ein Kunde hatte bald von einem jungen Dobermann im Tierheim gehört. Der sieben Monate alte Rüde war aber das reinste „Häufchen Elend“, erinnert sich Herbers. „Er war abgemagert, ich konnte die Rippen zählen. Das Fell sah schlimm aus und er hatte Magenprobleme“, beschreibt sie, wie sie ihn mithilfe ihrer Tierärztin aufpäppeln musste.

Nido als Eisklauer

Seitdem hänge Nido – der Name seines Vorgängers Odin rückwärts buchstabiert – extrem an ihr. Dass der große Schwarze auf manche Menschen zunächst beängstigend wirke, ist ihr durchaus bewusst. „Aber die größte Sünde, die Nido begangen hat, war, einem Kunden seine Eistüte wegzuschnappen. Dieser Kunde begrüßt Nido seitdem mit „du Eisklauer“, schmunzelt Schräpel.

Auch wenn Herbers sich nicht bewusst für einen Wachhund entschieden hat, ist es ihr ganz angenehm, dass mit Nido im Hintergrund wohl keiner wagen würde, ihr abends die Kasse auszurauben. Sie hat sowieso die Erfahrung gemacht, dass Hunde einen positiven Einfluss auf das Betriebsklima haben. „Viele Kunden sind schon traurig, wenn er einmal nicht da ist. Wer die Möglichkeit hat, seinen Hund zur Arbeit mitzunehmen: Ich kann das jedem nur empfehlen.“


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