16.05.2016, 13:49 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Fest der Lingener Bürgerschützen König mit Geschmack: Ein Horridoh auf Robert Blanke


Lingen. Trübsal blasen ist nicht die Sache von Robert Blanke. Vielleicht mag dem Lingener Bürgerschützenkönig und leidenschaftlichem Hobbykoch diese positive Grundeinstellung Pfingstmontag geholfen haben. Genau in dem Moment, als er und seine Königin Annette Varel mit den Ehrenpaaren die große Zahl der auf dem Marktplatz angetretenen Schützen entlangmarschieren wollten, hörte der Platzregen auf und Sonnenstrahlen kamen zum Vorschein.

Als Blanke im letzten Jahr den entscheidenden Schuss abgegeben hatte und König der Lingener Bürgerschützen wurde, war der Kommandeur des Traditionsvereins mindestens so überrascht wie alle anderen Schützenbrüder um ihn herum. Ein Jahr später weiß der Buchhändler, dass er alles richtig gemacht hat. Mit einem prächtigen Königsfrühstück im Foyer des Theaters und dem Festumzug am Nachmittag haben er und seine Königin Annette Varel dem Pfingstmontag in Lingen ihren Stempel aufgedrückt. „Darauf ein dreifach kräftiges Horridoh“ drang häufig aus dem Foyer des Theaters und durch die Fußgängerzone der Stadt.

Beim Königsfrühstück hatte Präsident Ludgerus Determann eingangs aus der Chronik über die Lingener Bürgerschützen zitiert, die der unvergessene Heimatforscher Walter Tenfelde verfasst hat. „Welch ein Festgewand hat die Stadt angelegt“, heißt es da über das Fest von 1860. Wer am Montag im umgestalteten und geschmückten „Kulturpark“ zwischen Wilhelmshöhe und Theater unterwegs war, der hatte das Gefühl, dass der Eindruck von 1860 auch 156 Jahre später nichts von seiner Gültigkeit verloren hatte.

Im Foyer hörten das Thronpaar und die beiden Ehrenpaare Clemens Stover mit Jana Wekenborg und Sebastian Hecht mit Annemarie Querdel mit sichtlichem Wohlwollen die vielen lobenden Worte über das Thronjahr. Enorme Unterstützung hatten sie dabei von ihrer Königssektion „Knapp Gert“ erfahren. Sogar ein Filmprojekt der Bürgerschützensektion, welches das armselige Leben von Familien im Emsland im 19. Jahrhundert darstellt, ist daraus entstanden.

„Das, was Euch als Königspaar maßgeblich verbindet, ist eure tolle, sympathische und humorvolle Sektion“, lobte denn auch Oberbürgermeister Dieter Krone diesen großen Rückhalt für das Königspaar. Die Buchhandlung von Blanke kann Krones Worten zufolge übrigens auch „Infothek“ heißen. Neben Bildern und Büchern gebe es dort auch stets die „neuesten News“ der Stadt.

Der neue Kommandeur Ingo Neugebauer, der Blanke nach dessen Königsschuss 2015 in dieser Funktion abgelöst hatte, würzte seine Rede auf das Thronpaar mit viel Humor. Wobei „Würzen“ durchaus wörtlich zu nehmen war, gehört Kochen doch zu den Hobbies von Robert Blanke. Dieser habe im letzten Jahr „einen Vier Sterne-Thron“ mit Annette Varel als „idealer Geschmacksträgerin“ herbeigezaubert, hatte Neugebauer die Lacher auf seine Seite.

Blanke selbst hatte in seiner Begrüßungsrede an den „Tag danach“ erinnert, als er noch unsicher gewesen sei, ober er tatsächlich Bürgerschützenkönig geworden sei. Als er dann aber an der Fleischtheke – „Der Kunde ist König“ – als Erster ein Stück Wurst bekommen habe, sei er sicher gewesen, dass er nicht geträumt habe, scherzte der König. Dass der Lingener aber nicht nur gute Laune versprühen, sondern auch ernsthafte Töne anklingen lassen kann, zeigte er mit seinem Hinweis auf den 2015 verstorbenen Lingener Redakteur Burkhard Müller , mit dem ihm ein freundschaftliches Verhältnis verband. „Wir vermissen Burkhard sehr“, sagte Blanke unter dem Applaus der Gäste.

Eine hohe Ehrung wurde beim Königsfrühstück dem Lingener Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck zuteil. Der Historiker wurde zum Ehrenmitglied der Bürgerschützen ernannt. In seiner Laudatio würdigte Joachim Gerdes die Aufgeschlossenheit Eiyncks gegenüber den Anliegen der Bürgerschützen und dessen Begleitung in geschichtlichen Aspekten, außerdem seine humorvolle und liebenswürdige Ausstrahlung.

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