12.03.2016, 07:02 Uhr

Initiative des Landkreises Einsteigen und losfahren: Carsharing-Projekt in Lingen

Eine ganze Flotte von Carsharing-Fahrzeugen gibt es bereits seit Längerem in Osnabrück. In Lingen sollen es zunächst zwei Autos sein. Foto: Gert WestdörpEine ganze Flotte von Carsharing-Fahrzeugen gibt es bereits seit Längerem in Osnabrück. In Lingen sollen es zunächst zwei Autos sein. Foto: Gert Westdörp

Lingen. Einsteigen und einfach losfahren, obwohl man kein eigenes Auto besitzt? In Lingen könnte dies demnächst möglich sein: Die Stadt möchte sich an einem Carsharing-Projekt des Landkreises Emsland beteiligen.

„Geplant ist, in einer zweijährigen Testphase ab 1. Juli zunächst zwei Autos in Lingen zu stationieren“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Altmeppen im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei solle es sich um ein Fahrzeug der Mini- und eines der Kompaktklasse handeln.

Erfahrungen sammeln

Stationiert werden sollen die Fahrzeuge bei der Außenstelle des Landkreises Am Wall Süd und in der Nähe des Campus Lingen. Umgesetzt werden soll das Projekt unter Mithilfe der Stadtteilauto Osnabrück GmbH. Das Unternehmen betreibe in Osnabrück und Umgebung rund 50 Fahrzeuge im Carsharing und besitze große Erfahrung in diesem Bereich, wie Doris Baar, Fachbereichsleiterin Innere Dienste der Stadt Lingen, erläutert. Erfahrungen, die im Landkreis Emsland und der Stadt Lingen erst noch gemacht werden sollen.

Preis besteht aus zwei Komponenten

Der Preis, um eines der Autos zu nutzen, setze sich aus einer Zeitkomponente und einer Kilometerkomponente zusammen, erklärt Baar. So koste das Fahrzeug der Miniklasse je Stunde 2,10 Euro plus 0,27 Euro pro gefahrenen Kilometer. In der Kompaktklasse betrage der Preis 2,40 Euro in der Stunde und 0,29 Euro für jeden gefahrenen Kilometer. Baar verweist auf einen Tarifrechner auf der Homepage der Stadtteilauto Osnabrück GmbH .

Online registrieren und reservieren

Eine Registrierung und die Reservierung eines Fahrzeuges sollten online möglich sein. Registrierte Nutzer würden das Fahrzeug dann per elektronischer Zugangskarte öffnen können. Bei der Pflege der Fahrzeuge könnte der Verein Carsharing Emsland unterstützen. Die genauen Einzelheiten müssten allerdings noch festgelegt werden.

Initiative des Landkreises Emsland

Baar und Altmeppen betonen, dass es sich bei dem Projekt um eine Initiative des Landkreises Emsland handele. „Wir als Stadt Lingen sind nur mit der Frage befasst, beteiligen wir uns finanziell oder nicht.“ Der vorgesehene Anteil der Stadt Lingen betrage je nach Auslastung der beiden Fahrzeuge jährlich zwischen Null und 3000 Euro, so Altmeppen.

Entscheidung in nicht öffentlicher Sitzung

Ob sich die Stadt Lingen beteiligt, wird am Dienstag der Verwaltungsausschuss (VA), der grundsätzlich nicht öffentlich tagt, entscheiden. Dagegen wenden sich die Bürgernahen (BN). Ihre Fraktion hat beantragt, das Thema öffentlich im Verkehrsausschuss der Stadt zu diskutieren. Dort säßen die Fachleute für ein solches Projekt. Zudem sei die Vorlage für die Sitzung des VA aus Sicht der BN „recht dürftig formuliert“ und lasse viele Fragen zur praktischen Umsetzung offen. Die BN haben deshalb beantragt, den Punkt von der Sitzung des VA zu streichen und im Verkehrsausschuss zu behandeln. Dieser tagt regulär zum nächsten Mal am 9. Mai.

Altmeppen: Zeitschiene einhalten

Und genau darin sieht Altmeppen ein Problem: „Wir haben den Punkt für den VA vorgesehen, weil die Zeitschiene des Landkreises eingehalten werden muss, wenn das Projekt zum 1. Juli starten soll.“ Zudem könne die Stadt das Carsharing-Projekt des Landkreises inhaltlich nicht mitgestalten. Er kündigte jedoch an, dass Projekt im Verkehrsausschuss detailliert vorzustellen. Über den Antrag der BN, die finanzielle Beteiligung der Stadt statt im VA zunächst im Verkehrsausschuss zu beraten, müsse jetzt der VA selbst am Dienstag entscheiden.

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