18.10.2013, 09:15 Uhr

Betroffen rund 200 Mitarbeiter Lingen: AerSystems meldet Planinsolvenz an

Hoffen auf eine Gesundung des Unternehmens AerSystems: Tobias Thiem, Auszubildender und Geselle Lutz Löpker (von links). Foto: Burkhard MüllerHoffen auf eine Gesundung des Unternehmens AerSystems: Tobias Thiem, Auszubildender und Geselle Lutz Löpker (von links). Foto: Burkhard Müller

Geeste. Die Firma AerSystems Lufttechnik GmbH hat am 8. Oktober eine Plan-Insolvenz angemeldet. Das hat der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Stephan Fach, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Betroffen von der Insolvenz sind rund 200 Mitarbeiter an den Standorten Lingen, Geeste, Löningen und Mittenwalde (Berlin). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Andreas Sontopski bestellt.

„Wir sind am 1. Januar 2010 als junges Unternehmen mit einem erfahrenen und kompetenten Team aus Spezialisten für die Lufttechnik und die Feinblechfertigungs-Technik an den Start gegangen, aber es hat leider nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben“, erklärte Fach. Er wolle nichts beschönigen, „aber unser Liquiditätsengpass ist unter anderem auf den langen Winter zurückzuführen, weil zum Beispiel eingeplante Baustellen auf die lange Bank geschoben wurden. Dieser, für uns misslichen wirtschaftlichen Situation, haben wir nicht standhalten können.“ Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der „Alpha Gruppe“, die im August 2009 Insolvenz angemeldet hatte.

Dennoch sieht der Geschäftsführer Licht am Ende des Tunnels. „Zum einen ist es mit sehr wichtig, dass die Löhne unserer Mitarbeiter bis Ende November gesichert sind“, betonte der 56-Jährige. „Und zum anderen sind wir zurzeit damit beschäftigt, die Aufträge unserer Kunden zu derer vollsten Zufriedenheit weiter abzuwickeln.“

Was die Plan-Insolvenz angehe, sei man fest davon überzeugt, Anfang Dezember wieder am Markt zu sein. Im Zusammenhang mit der „Plan-Insolvenz“ sei man fest davon überzeugt, Anfang Dezember wieder am Markt zu sein. „Deswegen haben wir ja auch nicht einfach eine Insolvenz angemeldet und den Kopf in den Sand gesteckt, sondern – weil wir von unseren Kompetenzen überzeugt sind – eine Plan-Insolvenz vorgezogen.“

Vor diesem Hintergrund ist nach Angaben von Fach zudem geplant, das „Profil“ des Unternehmens neu auszuprägen. „Wir haben das schon vorher geplant, aber jetzt ist es an der Zeit, auch dieses Feld neu zu bestellen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter.

Auf die Frage, was sein Unternehmen am Markt unverwechselbar mache, erklärte der Unternehmer: „Wir sind sehr komplex aufgestellt und bieten unseren Kunden sehr individuelle Sonderlösungen. Also nichts von der Stange, sondern exakt auf die Bedürfnisse zukünftiger Anforderungen zugeschnitten. Und deswegen glauben wir auch, dass der freie Markt uns braucht.“


Was ist eine Planinsolvenz? Oberstes Ziel des deutschen Insolvenz-Rechtes ist es, profitable Teile eines angeschlagenen Unternehmens zu erhalten. Ein Instrument dafür kann eine sogenannte Planinsolvenz sein. Sie erlaubt Schuldnern und Gläubigern vom üblichen Insolvenz-Verfahren abzuweichen und das betroffene Unternehmen nach einem gemeinsamen, strukturierten Plan zu sanieren. Vorteil einer solchen Planinsolvenz: Die Führung des betroffenen Betriebes muss nicht in die Hände eines Insolvenzverwalters gelegt werden, sondern kann bei der alten Geschäftsführung verbleiben. Trotzdem stehen die Sonderrechte einer Insolvenz zur Verfügung.

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