09.11.2016, 06:46 Uhr

Straf- statt Zugticket Wieder Ärger mit der Westfalenbahn in Lathen


Lathen. Die Herstellerfirma der Ticketautomaten der Westfalenbahn ist seit Sommer 2016 insolvent. Wartungen und Reparaturen sind nach Aussage des Westfalenbahn-Sprechers aber dennoch gewährleistet. Kundenerfahrungen dagegen zeichnen ein anders Bild.

Kürzlich habe eine Kundin der Westfalenbahn versucht, ihr Ticket am Automaten am Bahnhof in Lathen mit einer Kreditkarte zu bezahlen, wie sie uns mitteilte. Daraufhin hatte sich das Gerät „aufgehängt“, und sie stieg schließlich ohne Ticket in den Zug. Dafür kassierte sie eine 60-Euro-Strafe – auch, weil der Zugbegleiter, von dem sie einen Fahrschein kaufen wollte, ihr keinen EC-Service anbieten konnte.

Einstieg nur mit gültiger Fahrkarte erlaubt

„Grundsätzlich gilt, dass der Einstieg nur mit einer gültigen Fahrkarte erfolgen darf“, teilt Unternehmenssprecher André Rahmer auf Anfrage mit. Bei einer technischen Störung der Automaten am Bahnsteig könnten die Zugbegleiter allerdings einen „Notverkauf“ vornehmen. „Dabei wird Bargeld als offizielles Zahlungsmittel angenommen“, so Rahmer weiter.

Immer wieder Probleme mit dem Automaten

Die Kundin klagt darüber, immer wieder Probleme mit dem Automaten zu haben, wenn sie ihre Fahrt zum Münsteraner Bezirk Hiltrup im Süden der Stadt antritt. Das Personal im Zug habe ihr dann lediglich einen Fahrschein bis Münster-Hauptbahnhof ausstellen können, wo sie dann erneut nachlösen musste, was teurer sei, als ein durchgehendes Ticket. Nach mehrfachen Beschwerden darüber habe sie aber entsprechende Erstattungen bekommen. Grundsätzlich nämlich, so antwortet Rahmer auf Nachfrage, können sowohl am Automaten als auch beim Personal die gleichen Tickets erworben werden.

Automaten-Hersteller ist insolvent

Wie die Westfalenbahnkundin weitere berichtet, hätten auch viele andere Nutzer der Bahn Schwierigkeiten beim Lösen von Tickets an den Automaten. Zuständig für die Betreuung der Geräte ist der Hersteller: Die Firma Metric, früher Höft&Wessel, wie Rahmer mitteilt. Das Unternehmen sei seit Sommer 2016 insolvent. Der Insolvenzverwalter setze auf die Fortführung des Unternehmens. Mit ihm und dem Hersteller halte die Westfalenbahn „engen Kontakt“, so Rahmer. „Die notwendigen Prozesse benötigen jedoch ihre Zeit.“ Weitere Aussagen wollte die Westfalenbahn wegen des laufenden Verfahrens nicht machen, versichert aber: „Unsere Fahrkartenautomaten werden jedoch weiterhin gewartet und gegebenenfalls repariert“, teilte der Sprecher Rahmer mit.

(Weiterlesen: Westfalenbahn-„Supportticket“ in Lathen keine Hilfe – Papenburger erlebt Kurioses)


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