18.11.2015, 17:16 Uhr

Pensionär Wösten als Mentor Helmut Wilkens ab 1. Dezember Kämmerer in Lathen

In seinem künftigen Büro hat Helmut Wilkens schon mal Platz genommen. Bei der Einarbeitung in seinen neuen Job als Kämmerer in Lathen hilft ihm Wilhelm Wösten (links). Foto: Aloys SchulteIn seinem künftigen Büro hat Helmut Wilkens schon mal Platz genommen. Bei der Einarbeitung in seinen neuen Job als Kämmerer in Lathen hilft ihm Wilhelm Wösten (links). Foto: Aloys Schulte

Lathen. Der Tod des Kämmerers Hubert Meyer im Januar dieses Jahres war für die Mitarbeiter des Lathener Rathauses nicht nur ein persönlicher Verlust. Es stellte sich die Frage, wer die Aufstellung der Haushalte für die Samtgemeinde (SG) und die sechs Mitgliedskommunen übernehmen sollte. Als „Feuerwehrmann“ sprang schließlich im März Wilhelm Wösten aus der SG Emlichheim ein. Ab dem 1. Dezember übernimmt Helmut Wilkens den Fachbereich Finanzen.

Der 66-jährige Wösten aus der Grafschaft Bentheim ist schon seit Juli 2014 Pensionär. Emlichheim und Lathen haben dasselbe Buchungssystem mit Namen CIP. Deshalb hat nach seinen Angaben Lathens SG-Bürgermeister Karl-Heinz Weber bei seiner Amtskollegin Daniela Kösters nachgefragt, ob sie aushelfen könne. Das war laut Wösten aber nicht ohne Weiteres möglich. „Ich weiß da noch jemanden“ habe sie Weber gesagt und so sei er ins Spiel gebracht worden.

In einem Gespräch mit Weber, den er zuvor nicht persönlich kannte, sei er rasch überzeugt worden, die Aufgabe des Kämmerers für eine gewisse Zeit zu übernehmen. „Ich bin im Lathener Rathaus sehr freundlich aufgenommen worden“, so Wösten. Mit der Hilfe von Christin Moritz aus dem Finanzressort habe er sich schnell einarbeiten können. „Es war allerdings nicht ganz einfach“, wie er zugeben muss. Seine jahrelange Erfahrung sei dabei aber von Vorteil gewesen.

Wösten begann seine berufliche Laufbahn als Verwaltungsangestellter im April 1966 in Emlichheim. Nach dem Grundwehrdienst 1970/71 wurde er 1976 Beamter und leitete ab Mitte der 80er Jahre den Fachbereich Finanzen.

Diplomkaufmann

In Lathen wird er auch nach dem offiziellen Dienstantritt von Helmut Wilkens noch bis Anfang kommenden Jahres als Ratgeber zur Verfügung stehen, sehr zu Freude des neuen Kämmerers. Der 53-jährige Diplomkaufmann und Verwaltungswirt hat von der Stellenausschreibung über eine Anzeige der SG Lathen in der Ems-Zeitung erfahren. „Das Anforderungsprofil passte zu mehr als 90 Prozent, nur das Kommunalrecht war zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz mein Fall“, so Wilkens. Ein Grund sich zu bewerben, sei vielleicht auch eine Bemerkung seiner Tochter gewesen. „Dafür bist du doch wohl schon zu alt“, habe sie im Scherz gemeint und ihn so zusätzlich motiviert.

Gebürtig aus Niederlangen

Wilkens stammt gebürtig aus Niederlangen. Mit seiner Frau, einer Lathenerin, hat er zwei erwachsene Kinder. Seit 1985 ist er Justizvollzugsbeamter. Er besuchte die Fachhochschule (FH) für Rechtspflege in Bad Münstereifel und schloss 2004 an der FH Osnabrück ein Weiterbildungsstudium in Betriebswirtschaftlehre (öffentliches Management) ab. Zudem war er als Dozent an der Volkshochschule Meppen mit Schwerpunkt Unternehmensführung tätig.

Seit 1995 leitet Wilkens den Fachbereich „Arbeit der Gefangenen“ in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lingen, der nach seinen Angaben größten JVA in Niedersachsen mit Außenstellen in Groß Hesepe und Osnabrück. Er war mit 33 Kollegen und Kolleginnen dafür verantwortlich, dass alle Inhaftierten, wie vorgeschrieben, eine Beschäftigung haben. Sei es in den Eigenbetrieben der Tischler- und Schlosserei oder in den Unternehmensbetrieben, die Aufträge unter anderem von Automobilzulieferern erhalten.

Von seinem neuen Job als Kämmerer verspricht sich Wilkens „Entwicklungsperspektiven“ und außerdem entfalle die mitunter nervende Bahnfahrt zum Arbeitsplatz. „Um ins Rathaus zu kommen, reicht jetzt das Fahrrad“, freut er sich.

Auf seine Aufgabe ist er dank Wilhelm Wösten gut vorbereitet. „Willy ist mein Mentor“, sagt Wilkens mit großem Respekt. Und was macht der, wenn die Zeit in Lathen zu Ende ist? „Ich möchte einfach wieder nur Pensionär sein und mich um meine Familie kümmern.“ Da wird es ihm bei vier Kindern und seinen neun Enkeln sicher nicht langweilig werden.


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