18.04.2017, 06:34 Uhr

Vermutlich älteste Frau im Landkreis Borgloherin Maria Wöbeking feiert 106. Geburtstag – in Melle geboren

Ihren 106. Geburtstag feiert die Borgloherin Maria Wöbeking. Im Hintergrund die Nähmaschine, mit der die selbstständige Schneiderin jahrzehntelang gearbeitet hat. Foto: Horst TroizaIhren 106. Geburtstag feiert die Borgloherin Maria Wöbeking. Im Hintergrund die Nähmaschine, mit der die selbstständige Schneiderin jahrzehntelang gearbeitet hat. Foto: Horst Troiza

Hilter. Die vermutlich älteste Einwohnerin des Landkreises feiert ihren 106. Geburtstag. Maria Wöbeking ist am 18. April 1911 in Melle geboren, kam nach Borgloh, um hier einen Beruf zu lernen und blieb dann der Liebe wegen.

Man schrieb das Jahr 1911. Damals erhielt die Forscherin Marie Curie ihren zweiten Nobelpreis, den für Chemie, Roald Amundsen erreichte als erster Mensch den Südpol und in Belfast lief die „Titanic“ vom Stapel. In Melle wurde in jenem Jahr, am 18. April, um genau zu sein, Maria Fälling geboren. Die Mutter war Hausfrau, der Vater Bäcker. Die kleine Maria war das mittlere von drei Geschwistern und wuchs behütet auf.

Selbstständige Schneiderin in Melle

Nach der Volksschule ergriff sie den Beruf der Schneiderin. Dazu ging sie nach Borgloh, wo sie im Haus des Schneidermeisters Eickhorst lebte und lernte. Nach bestandener Prüfung ging sie in ihre Heimatstadt zurück, absolvierte eine Zusatzausbildung und machte sich selbstständig.

Borgloh ging ihr aber nicht aus dem Sinn. Besser gesagt war es ein schmucker junger Mann namens Friedrich Wöbeking, der sie wieder zum Teutoburger Wald zog. 1939 haben sie geheiratet und wohnten zuerst in Ebbendorf. Maria Wöbeking, wie sie nun hieß, ging weiter ihrem Beruf nach, spezialisiert auf Damenoberbekleidung. „Besonders gern habe ich schicke Abendkleider genäht, mit Pailletten darauf, Brautkleider und Kommunionkleider“, erinnert sie sich heute noch mit einem Leuchten in den Augen.

Zwei Kinder

Das Paar bekam zwei Kinder, Reinhard und Marita. Ehemann Heinrich, Schlosser von Beruf, arbeitete auf dem Klöcknerwerk. Maria fuhr auf die umliegenden Höfe, reparierte Kleidung, nähte Neues – war in der ganzen Umgebung bekannt. Entspannung fand sie auf Busreisen, die sie mit der katholischen Kirchengemeinde in die Schweiz und Italien, aber auch zu unterschiedlichen Orten in Deutschland unternahm. Noch mit weit über 80 Jahren war sie unterwegs.

Das ist aber vorbei. Ebenso wie die Näherei, obwohl die alte Nähmaschine noch einen Platz in ihrem Zimmer hat. Maria Wöbeking lebt jetzt im Haus ihres Sohnes. Für ihr hohes Alter geht es ihr erstaunlich gut, selbst wenn die Augen und das Gehör in ihrer Kraft ein wenig nachgelassen haben. Ihr Lieblingsplatz ist ein Sessel, von dem aus sie in den Garten sehen kann, wo gerade die Obstbäume blühen. Jeden Tag liest sie in der Tageszeitung, im Fernsehen sieht sie sich gern Ratesendungen an. Dann schleicht sich gern Katze Mimi auf ihren Schoß und hält Siesta.

Blasorchester Borgloh spielt

Mit der Ruhe wird es an diesem besonderen Tag aber wohl nichts werden. Ihre Kinder werden gratulieren, ebenso wie die Enkel und Urenkel. Und draußen werden die Musiker vom Blasorchester Borgloh aufspielen und dem Geburtstagskind ein Ständchen bringen.

Mit 106 Jahren ist sie laut der Gemeinde Hilter vermutlich die älteste Frau im Landkreis. Exakt lässt sich das jedoch nicht festmachen, da die Landkreisverwaltung keine Listen mit Geburtsdaten führt.


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