28.12.2010, 20:30 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schlepplift als Attraktion Uphöfener Berg: Kitzbühel des Südkreises


Hilter. Er ist Tüftler, Bastler, Handwerker – und jemand, den man gemeinhin als Wildsau bezeichnet. In diesem Fall haben wir es jedoch mit einer Wildsau zu tun, die alle erdenklichen positiven Seiten mitbringt. Die Rede ist von Thomas Linnemeyer aus Hilter-Borgloh. Derzeit denkt er darüber nach, sein Gelände am Uphöfener Berg zu einem „Ski-Mekka“ des Osnabrücker Landes auszubauen.

Seine Idee ist nicht ganz neu. Im Februar dieses Jahres hatten wir bereits über den gelernten Zimmerer und Dachdecker und seinen Schlepplift in bester Hanglage berichtet. Eine Anlage, die wir sonst nur aus traditionellen Skigebieten kennen – im Borgloher Fall 220 Meter lang und von einem Dieselmotor betrieben. Kein Lift der Marke Eigenbau. Nein, Thomas Linnemeyer wurde via Internet auf den jahrelang in Marburg (Hessen) eingesetzten Schlepplift aufmerksam. Er fackelte nicht lange, holte die Anlage ab und baute sie auf seinem Privatgelände auf. „Zu Probezwecken“, wie er sagt.

Sein Schlepplift auf Probe löste in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis jedoch eine derartige Begeisterung aus, dass Thomas Linnemeyer nun bereit ist für den nächsten Schritt: „Wenn ich diese Idee weiter ausbauen möchte, dann will ich auf der sicheren Seite sein. Genau deswegen habe ich die Anlage vorläufig demontiert.“ Will heißen, diejenigen, die jetzt auf seinem Berg rodeln wollen, müssen schon selbst sehen, wie sie den Berg hinaufkommen.

Der Mann aus dem Osnabrücker Land ist sich bewusst, dass er nun insbesondere auch aus sicherheitstechnischen Gründen einen (vielleicht) steinigen bürokratischen Weg gehen muss. Denn so ein Schlepplift wird nicht mal eben so von der Gemeinde Hilter oder gar vom Landkreis Osnabrück genehmigt. Zuständig ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover. Dort sitzen die Experten, die sich unter anderem auch um die Betriebsgenehmigungen für die Wurmbergseilbahn in Braunlage oder die Burgbergseilbahn in Bad Harzburg kümmern. In Kürze eben auch um den Schlepplift in Borgloh.

„Am 7. Januar darf ich in Hannover vorsprechen“, erzählt Thomas Linnemeyer. Dieser Termin wird uns auf Anfrage auch aus Hannover bestätigt, wo derzeit aber noch keine weiteren Details zum Vorgang aus dem Landkreis Osnabrück vorliegen. Das Gespräch Anfang Januar müsse abgewartet werden.

Und Linnemeyer wäre eben nicht Linnemeyer, wenn er sich nicht schon weiter informiert hätte: Da sein für Rodel-, Ski- und andere Pistenaktivitäten bestens geeigneter Hang in einem Landschaftsschutzgebiet liege, benötige er auch „grünes Licht“ von der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Osnabrück. Über dieses Thema habe er schon mit ihm bekannten Leuten gesprochen, „das müsste eigentlich klappen“.

Bei aller Euphorie bleibt der Borgloher aber erst einmal Realist: „Ich glaube nicht, dass ich das alles noch für diesen Winter auf die Reihe bekomme.“ Aber dann, sprich ab dem Winter 2011/2012 – und dann wird der Jungunternehmer doch euphorisch: „Dann mache ich schon Alarm und bin durchaus bereit, Geld in die Hand zu nehmen.“ An Ideen fehlt es ihm und seinen Bekannten überhaupt nicht: Zu einem richtigen Pistenvergnügen dürften dann der Glühweinstand und die Bratwurstbude zum Standard gehören. Eine Eisbar lässt sich auch schnell aus dem Schnee stampfen – inklusive der Musik, die auch auf den Gipfeln von St. Moritz oder Kitzbühel gespielt wird. Und wo sollen die Skifans parken? „Da lässt sich auch noch etwas machen“, bewertet Thomas Linnemeyer die Parkplatzsituation überhaupt nicht als problematisch. Auf den Vorschlag, das alte Bauernhaus am Fuße des Hanges dann auch noch zu einem kleinen Sporthotel umzubauen, lässt sich der Investor keinen Kommentar entlocken.

Warten wir es ganz einfach ab. Genau wie das Ergebnis des Gesprächs in der kommenden Woche in der Landeshauptstadt.


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