16.03.2017, 16:00 Uhr

Schatten der Erinnerung Künstlertreff Ahmsen mit Lesung und Ausstellung

Autorin Elisabeth Tondera las aus ihrem Buch „Das Zeitenkarussell“. Mit der Rose des Kunstforums bedanken sich Rita Strüwing, Samtgemeinde Herzlake, Organisatorin Renate Speil und stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Hans Bösken (v.l.). Foto: Iris KroehnertAutorin Elisabeth Tondera las aus ihrem Buch „Das Zeitenkarussell“. Mit der Rose des Kunstforums bedanken sich Rita Strüwing, Samtgemeinde Herzlake, Organisatorin Renate Speil und stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Hans Bösken (v.l.). Foto: Iris Kroehnert

Lähden. In beeindruckender Weise schilderte die Autorin Elisabeth Tondera, wie die Zerstörung einer glücklichen Kindheit ein schuldbewusstes Leben und eine bedrückende Altersverwirrtheit verursachen kann. Beim Künstlertreff des Kunstforums Ahmsen las sie aus ihrem Buch „Das Zeitenkarussell“ und erhielt für ihren Vortrag viel Beifall und Zuspruch.

Es war bereits die 22. Veranstaltung zu der das Kunstforum eingeladen hatten. Das Thema lautete diesmal „Schatten der Erinnerung“. Neben Tondera gestalteten die Keramikerin Christa Bertke aus Löningen-Steinrieden und Josef Möhlenkamp aus Lähden mit seinen Fotografien den Nachmittag. Als musikalisches Bindeglied fungierten am Keyboard Rainer Rohe aus Meppen und der Saxofonist Bernd Gortheil aus Emsbüren.

Neben Evergreens, wie „The Girl from Ipanema“, gehörten auch Interpretationen des Kinderliedes „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ und des Volksliedes „Ännchen von Tharau“ zum Repertoire des Duos. Letzteres stammt bekanntermaßen aus dem Samland und stellte eine direkte Verbindung zu Elisabeth Tonderas Buch her. Die Autorin erklärte: „Es ist das Lieblingsstück der Protagonistin Martha, die 1926 im Ermland geboren wurde.“

Die Handlung des Romans spielt parallel 1936 und 2009, jeweils in der Woche vor Pfingsten. Die Hauptfigur Martha hält an den Erinnerungen an die vermeintlich heile Welt ihrer Kindheit fest. Doch an ihrem 83. Geburtstag beginnt diese Welt aus den Fugen zu geraten. Ein traumatisches Ereignis, das 1936 stattfand, führt nach Jahrzehnten zu einer Persönlichkeitsstörung. „Martha wird, wie in einem Zeitenstrudel mitgerissen“, erklärte Tondera über ihre Hauptfigur.

Dass sie nicht nur als Schriftstellerin zu beeindrucken weiß, sondern auch als Sängerin, stellte Tondera mit einem selbst geschriebenen Lied unter Beweis, das sie zusammen mit Rohe und Gortheil vortrug.

Die begleitende Ausstellung zeigte Keramiken von Christa Bertke und Fotografien von Josef Möhlenkamp. Durch das Programm führte die Initiatorin des Kunstforums Waldbühne Ahmsen, Renate Speil. Zum Abschluss überreichte der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Hans Bösken allen beteiligten Künstlern sowie allen Akteuren der Veranstaltung, als Dank für ihr Engagement, die Rose des Kunstforums .


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