17.11.2016, 15:15 Uhr

Bösken bleibt Bürgermeister Herzlaker Gemeinderat stellt sich neu auf


Herzlake. Bei der ersten Sitzung des Herzlaker Gemeinderats in der neuen Wahlperiode ist Bürgermeister Hans Bösken (CDU) am Mittwochabend einstimmig in seinem Amt bestätigt worden. Gemeindedirektor und damit Verwaltungschef bleibt Günter Bölscher.

Personell hat sich durch die Resultate der Kommunalwahl am 11. September 2016 einiges im Gemeindeparlament geändert. Acht der 15 Abgeordneten sind neu im Rat, der eine deutliche Verjüngung erfährt, worauf auch Bösken, mit 59 Jahren Alterspräsident, eingangs der Sitzung hinwies: Viele junge Leute, die für die Ratsarbeit aktiviert worden sind, setzten ein positives Signal.

Im Rat, dem elf Mitglieder der CDU sowie je zwei von SPD und UWG angehören, erfolgten alle Beschlüsse des Abends einstimmig. Damit setzte sich die weitgehende Einigkeit der jüngeren Vergangenheit im Gemeinderat fort, wenngleich es in der konstituierenden Sitzung allein um Personalfragen ging und mögliche strittige Sachthemen nicht anstanden.

Losverfahren

Der Verwaltungsausschuss, dessen Bildung einen der ersten Tagesordnungspunkte darstellte, setzt sich aus fünf stimmberechtigten und einem beratenden Mitglied zusammen. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse waren drei Vertreter der CDU gesetzt; per Losverfahren erhielten SPD und CDU die beiden weiteren stimmberechtigten Sitze, während die UWG ein beratendes Mitglied stellt.

Bei der Wahl zum Bürgermeister wurde Hans Bösken als Amtsinhaber und einziger Kandidat wiedergewählt. Bösken dankte dem Rat „für den Vertrauensbeweis und Vertrauensvorschuss“, auch seitens SPD und UWG. Es sei „eine tolle Bestätigung für die Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben“.

Stellvertreter gewählt

Als erster beziehungsweise zweiter stellvertretender Bürgermeister wurden Johannes Book und Bernd Düing (beide CDU) gewählt. Auch sie waren die jeweils einzigen Kandidaten für ihre Ämter. Zum Verwaltungschef der Gemeinde wurde Günter Bölscher wiedergewählt, zu seinem Stellvertreter Hans Bösken. Neben dem Verwaltungsausschuss hat die Kommune drei weitere Ausschüsse: für wirtschaftliche Entwicklung, Bau und Energie, für Tourismus, Kultur und Ehrenamt sowie für Familie, Jugend, Sport und Soziales.

Bürgermeister Bösken sagte dem Rat nach seiner Wiederwahl, man habe gerade in den vergangenen drei bis vier Jahren gemeinsam „sehr produktiv gearbeitet“, wodurch Herzlake auf einem guten Weg sei. Die Kommune erlebe ihre wirtschaftlich wohl beste Periode. „Das ist sicher ein Verdienst der Unternehmen, aber wir müssen auch die Voraussetzungen dafür schaffen.“

Besuch des Landrats gewünscht

Indem Herzlake Baugebiete zur Verfügung gestellt habe, zögen junge Familien, die hier auch Arbeit fänden, in die Gemeinde. Zwar werde es allmählich schwieriger, noch mehr Gewerbeflächen anzubieten, doch auch daran arbeite man, sagte der Bürgermeister. Nachdenklich äußerte sich Bösken über die Gegebenheiten für sich und andere ehrenamtliche Bürgermeister, Beruf und politische Tätigkeit zu vereinbaren. Bürgermeister seien somit meist Beamte, ältere Landwirte oder Rentner. Er regte zudem an, den gesetzlich umschriebenen Aufgabenbereich eines Bürgermeisters, wie er in der Kommunalverfassung steht, zu modernisieren.

Dass die Gemeinde Herzlake mit keinem Abgeordneten im emsländischen Kreistag vertreten ist, nannte Bösken „eine Katastrophe“. Auch anderen Kommunen wie Bawinkel oder Renkenberge gehe es so. Herzlake habe somit keinen direkten Kontakt ins Kreisparlament, lediglich über die Lähdener Bernhard van der Ahe (CDU) und Ulrich Ostermann (SPD). Ferner wünsche er sich, so Bösken, dass Landrat Reinhard Winter „auch mal während einer Legislaturperiode in unsere Kommune kommt“. Und dies nicht nur, wenn es um den Ausbau der E233 gehe, sondern auch wegen anderer Herzlaker Anliegen.


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