28.11.2016, 21:22 Uhr

Schritte gegen Fachkräftemangel Unternehmerstammtisch des Wirtschaftsverbands Emsland

Der Unternehmerstammtisch des Wirtschaftsverbands Emsland tagte in den Räumen der Kornbrennerei Heydt. Vor dem umfangreichen Tagungsprogramm hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zu einer Betriebsbesichtigung. Unser Bild zeigt die Gruppe mit den Geschäftsführern Hubert und Hendrik Heydt sowie Norbert Verst und Ralf Schulte im „Fasslager“ der Brennerei. Foto: Ingo HinrichsDer Unternehmerstammtisch des Wirtschaftsverbands Emsland tagte in den Räumen der Kornbrennerei Heydt. Vor dem umfangreichen Tagungsprogramm hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zu einer Betriebsbesichtigung. Unser Bild zeigt die Gruppe mit den Geschäftsführern Hubert und Hendrik Heydt sowie Norbert Verst und Ralf Schulte im „Fasslager“ der Brennerei. Foto: Ingo Hinrichs

ihin Haselünne. Die Kornbrennerei Heydt in Haselünne war Gastgeber für den Unternehmerstammtisch Haselünne/Herzlake des Wirtschaftsverbands Emsland. Nach einer Betriebsbesichtigung und einem Überblick über die Geschichte der Brennerei ging es bei der Versammlung der Unternehmer und Führungskräfte aus der Region um aktuelle Themen des Wirtschaftsverbands.

Der Wirtschaftsverband, so Geschäftsführer Norbert Verst, versteht sich als Sprachrohr der emsländischen Wirtschaft und als deren Interessenvertretung. Das Emsland sei nachweislich eine Wachstumsregion, und der Verband werde sich weiterhin stark dafür einsetzen, dass das so bleibt.

Eine zentrale Aufgabe sieht er dabei in der Förderung des beruflichen Nachwuchses. Im Rahmen seiner Ausführungen zu aktuellen Themen ging er speziell auf die Nachwuchsförderprogramme ein.

Erfolgsgeschichte Emslandstipendium

Mit dem Emslandstipendium Wirtschaft fördere der Verband Studierende am Campus Lingen. In der Verbindung von regionaler Wirtschaft und Hochschule sei dieses Stipendium einmalig in Deutschland. Im ersten Durchgang 2014 konnten bereits 13 Stipendien vergeben werden.

Förderer sind Mitgliedsunternehmen oder Partner des Wirtschaftsverbands. Interessierte Studenten können sich auf ein freies oder auf ein an ein Unternehmen gebundenes Stipendium bewerben und auf Wunsch in dem Unternehmen auch ein Praktikum absolvieren oder ihre Abschlussarbeit schreiben.

Ziel sei es, durch eine enge Bindung an ein Unternehmen die Bereitschaft der Studierenden zu erhöhen, nach dem Abschluss auch im Emsland zu bleiben. Mehr als 100 interessierte Studenten bewerben sich in diesem Jahr für die dritte Runde des Emslandstipendiums. An 34 dieser Bewerber werden im Januar 2017 die Stipendien vergeben , die von insgesamt 23 Unternehmen getragen werden.

Wie gut das Stipendium bei den Studieren ankommt belegte Verst mit dem lockeren Zitat einer Bewerberin, die feststellte: „Wir merken, dass die Firmen im Emsland richtig Bock auf uns haben!“. Angesichts der hohen Bewerberzahl hofft der Wirtschaftsverband auf eine noch breitere Unterstützung durch die Unternehmen.

Dem Fachkräftemangel vorbeugen

Gerade aufgrund des Fachkräftemangels sei es wichtig, jungen Menschen schon frühzeitig die Möglichkeit zu geben, sich mit beruflichen Themen auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund findet jedes Jahr im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen die Schülerakademie statt. Gymnasiasten können hier an Workshops zu aktuellen Themen teilnehmen. Einer der Träger diese Schülerakademien ist der Wirtschaftsverband, der in dieser Maßnahme eine sehr gute Möglichkeit zur Heranführung Jugendlicher an den Berufseinstieg sieht.

Erfolg durch Vernetzung

Ziel aller Projekte des Wirtschaftsverbands und seiner Partner im Bildungsbereich ist nach Worten des Geschäftsführers eine sinnvolle Kooperation und Vernetzung. So soll auf allen Gebieten die Zusammenarbeit von Schule, Hochschule und Wirtschaft intensiviert und verbessert werden.

Der Arbeitskreis Bildung soll zu diesem Zweck eine Plattform für die Kontaktaufnahme von Mitgliedsunternehmen zu zukünftigen Mitarbeitern bieten. So werden zum Beispiel Lernpatenschaften vermittelt, und ein Unternehmenskompass dient den Ratsuchenden zur Orientierung. Aber auch für bereits in das Arbeitsleben integrierte Mitarbeiter gibt es ein umfangreiches Weiterbildungsangebot.

In enger Partnerschaft mit zahlreichen Bildungsträgern wurde die Emsland-Akademie ins Leben gerufen. Hier werden Seminare für Unternehmer und Mitarbeiter und spezielle Schulungen für Auszubildende angeboten. Ziel sei es, ein speziell auf die Bedürfnisse der Unternehmen ausgerichtetes Weiterbildungsprogramm anzubieten und damit das regionale Bildungsangebot weiter zu komplettieren.

Integration als Chance

Zur beruflichen Integration von Migranten läuft ein Programm zusammen mit dem LWH, bei dem innerbetriebliche Ansprechpartner als Integrationscoach ausgebildet und Informationsveranstaltungen angeboten werden. Auf dieser Basis soll bereits im kommenden Jahr Fachkräftepotenzial generiert werden.


0 Kommentare