21.11.2016, 08:12 Uhr

Arbeiten für neue Hasebrücke Radwegbrücke über Hase in Haselünne wird abgerissen


Haselünne. Das Zeitfenster steht: In etwa vier Wochen soll der vom Stadtausgang gesehen links liegende Fuß- und Radweg der Hasebrücke geschlossen werden. Dieser Brückenteil wird als erster im Zuge des anstehenden Neubaus der Überquerung abgerissen.

Bauvorbereitende Arbeiten für den Neubau der Hasebrücke in Haselünne laufen intensiv bereits seit Anfang 2016. Mehrere Bäume im Bereich der künftigen Widerlager des Bauwerks auf der Westseite wurden beseitigt. Auch die Nepomuk-Statue abmontiert. Die Figur soll später an der Brücke auf der Stadtseite wieder errichtet werden.

Die neue Hasebrücke in Haselünne östlich im Zuge der Bundesstraße 213 wird östlich des vorhandenen Bauwerkes errichtet. Kostenpunkt der Maßnahme: annähernd vier Millionen Euro plus 50000 Euro für den Grunderwerb. Die Kosten hat der Bund zu tragen. Notwendig wird der Bau, da die alte Brücke in vielen Bereichen (Lager, Betonabdeckungen) saniert werden müsste. Dies hat sich als nicht wirtschaftlich erwiesen. Die neue 66 Meter lange Überwegung der Hase soll in erheblich begradigter Form nahe der jetzigen entstehen, um die Innenstadt nicht abzuhängen.

Querung vermeiden

Das Bauwerk wird 17,75 Meter breit. Auf der Westseite soll es einen 3,50 Meter breiten Geh- und Radweg sowie einen 0,75 Meter breiten Schutzstreifen zur Fahrbahn bekommen. Damit will man eine Querung der B213 von Fußgängern und Radfahrern im Einmündungsbereich mit der Hasestraße vermeiden. Eine Druckampel wird in Kürze im Bereich des ehemaligen Gasthauses Esders aufgestellt. Sie soll, wie Klaus Haberland, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lingen, und Projektleiter Michael Hilgen gemeinsam mit Bürgermeister Werner Schräer und Erstem Stadtrat Reiner Strotmann im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterten, ein gefahrloses Queren der Bundesstraße ermöglichen. Weitere Möglichkeiten zum Passieren der Straße wird es nicht geben.

Bisher parallel zur Hasebrücke

Der derzeit parallel zur eigentlichen Brücke verlaufende Fußgänger- und Radfahrverkehr wird von dort auf die gegenüberliegende Seite bis in die Hasestraße geführt (von der Innenstadt gesehen demnächst also rechts und nicht mehr links) und der dafür derzeit noch zur Verfügung stehende Brückenteil abgerissen.

Platz für eigentlichen Neubau

Diese Arbeiten dauern nach Angaben Hilgens etwa einen Monat. Damit wird Platz geschaffen für den eigentlichen Bau der neuen Hasebrücke . Bis Mitte 2017 soll die Behelfstrecke so weit fertiggestellt sein, dass sich dort Baufahrzeuge bewegen und die Unterbaugründung starten kann. Die Hauptbautätigkeit wird sich über die Jahre 2017 und 2018 erstrecken. Etwa Mitte 2017, wenn das Trägergerüst und Mittelpfeiler stehen, kann vor Ort der Überbau gegossen werden. Widerlager, die vor der Laichzeit der Fische bis April stehen müssen, wird es nur noch links und rechts in den Außenbereichen der Brücke geben. Das Betonieren des Überbaus wird voraussichtlich im Spätsommer/Frühherbst beendet sein. Für die Einrichtung des Widerlagers zur Stadtseite hin wird der Verkehr in diesem Bereich (Richtung Eltern) vorübergehend ein-, statt bisher zweispurig geführt.

Im Juni 2018 fertig

Insgesamt rechnet Haberland damit, dass es während der gesamten Bauzeit zu keinen längeren Beeinträchtigungen des Verkehrs kommt. „Bis auf wenige Anschlussarbeiten kann er über die alte Brücke rollen, weil dazu versetzt die neue entsteht.“ Im Juni 2018 schließlich soll die neue Hasebrücke stehen und die alte abgerissen werden.

Im Rahmen dieser Baumaßnahme wird der Einmündungsbereich der „Hasestraße“ nördlich der Hase komplett neu gestaltet und an die veränderte Linienführung der Bundesstraße 213 angepasst.


Historie der Haselünner Hasebrücke

März 1953. Die neue Hasebrücke in Haselünne wird für den Verkehr freigegeben. Ein Ereignis, das die Bürger beeindruckte.

Die Notwendigkeit einer Überbrückung der Hase wurde früh erkannt. Germanen gründeten lange vor Beginn unserer Zeitrechnung im Bereich der heutigen Hofstätte in Haselünne eine Siedlung. Ausgedehnte Heideflächen und große Moore umgaben diesen vorgeschichtlichen Wohnsitz. Diese Siedler schufen einen Haseübergang, indem sie Rundhölzer (lunni, lunne, lünne=Rollstock) in das Flussbett legten, sodass Lasten über das untergelegte Holz gerollt werden konnten. An seine Stelle trat eine Fahrbrücke. Die Haselünner Hasebrücke war jahrhundertelang eine Holzbrücke, die oft durch Hochwasser und Eis beschädigt wurde. Dies ist alten Haselünnern aus Erzählungen noch bekannt.

Die erste massive Brücke 1922 war dementsprechend ein besonderer Meilenstein. 1927/28 wurde im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums Berlin eine Stahlbetonbrücke erbaut. Zwei Mittelpfeiler waren auf Rundholzpfählen mit Spundwand aus Holz gegründet. Diese Brücke, die die Hase in leichtem Schwung überquerte, wurde im Februar 1945 von einem englischen Tiefflieger durch Bombenabwurf zerstört. Das Fundament des stadtseitigen Pfeilers war getroffen worden.

Ende April 1945 ließ die englische Militärverwaltung über die Trümmer dieser Brücke eine zweite Eisenträgerbrücke legen. Von Sommer 1952 bis Frühjahr 1953 schuf eine Firma aus Dortmund eine neue Stahlbetonbrücke, die dem zunehmenden Verkehr gerecht werden sollte. Sie wurde am 3. März 1953 eingeweiht.

Planer und Erbauer der Hasebrücke machten sich immer wieder viele Gedanken um die Gestaltung der Überwegung – auch aus künstlerischer Sicht. Wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg wurden die Brückenfeiler mit Skulpturen, die an Not, Elend und Verbrechen des Weltkrieges erinnern, verziert. Eines der ältesten öffentlichen Kunstwerke ist der Nepomuk, der seit Jahrhunderten ein Symbol des Schutzes des Haseübergangs ist. Er hatte seit 1953 an der südlichen Seite an der Hase seinen Platz. Vorher war sein Standort auf der nördlichen Seite. Mit dem Brückenneubau muss er wieder einmal seinen Standort wechseln. cw – Bäume werden beseitigt: Vorarbeiten für neue Hasebrücke in Haselünne | noz.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.noz.de/lokales/haseluenne/artikel/672156/vorarbeiten-fur-neue-hasebrucke-in-haselunne#gallery&0&0&672156

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