12.10.2016, 13:30 Uhr

Tägliches Training im VW Lupo 78-jähriger Haselünner zweitbester Fahrer Deutschlands


Haselünne. Peter Achenbach ist 78 Jahre alt. Der Haselünner ist gerade zum zweitbesten Geschicklichkeitsfahrer in Deutschland gekürt worden. Ganze zwei Zentimeter trennen ihn vom Meistertitel.

Doch damit noch nicht genug. Der pensionierte Mathematik- und Physiklehrer hat zudem zum dritten Mal in seiner Fahrerkarriere den SFK-Cup 2016 gewonnen. Den Sportfahrerkreis-Cup gewinnt derjenige Geschicklichkeitsfahrer in Deutschland, der über zehn Turniere gesehen, die besten Resultate eingefahren hat. „Insgesamt war ich in diesem Jahr sogar auf 16 Läufen zwischen Cottbus und Stuttgart am Start.“

Stolzer VW Lupo

Sein ständiger Begleiter ist dabei sein VW Lupo. Der rote Kleinwagen, Jahrgang 2003, hat inzwischen 331.000 Kilometer auf dem Tacho. „So langsam bekommt der Motor seine ersten Macken“, sagt der 78-Jährige. Einen neuen Motor kann er aber nicht mehr kaufen, denn der 1,6 Liter-Motor mit stolzen 125 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 208 km/h wird nicht mehr hergestellt. Dabei besitzt das kleine Auto mit seinem Wendekreis von zwölf Metern noch nicht einmal die besten Vorausetzungen. Zudem muss er im Frühjahr und Sommer immer ganz schön leiden. „Dann trainiere ich fast jeden Tag“, so Achenbach. Beim Geschicklichkeitsfahren des Automobil-Clubs Verkehr (ACV) gilt es, zehn Hindernisse zu umschiffen. Übungen wie Einparken und Rückwärtsfahren trainiert Achenbach täglich. Dabei wird der Motor enorm beansprucht. „Da kann es auch schon mal sein, dass er neun Liter Öl auf 1000 Kilometer schluckt“, berichtet der Emsländer. In den kommenden Herbst- und Wintermonaten kann sich der Lupo etwas erholen. Dann steht kaum Fahrtraining auf dem Programm. Vielmehr holt sich Peter Achenbach dann selbst die nötige Fitness beim Tischtennis.

Die deutschen Meisterschaften fanden vom 7. bis 9. Oktober in Ingelfingen in Baden-Württemberg statt.

Defekte Kupplung

Für Achenbach sorgte ein defektes Kupplungspedal schon am Vortag für viel Aufregung. „In der Werkstatt konnte der Kfz-Meister das Problem aber gottlob relativ schnell beheben“, sagt er.

Die besten Fahrer der Landesverbände gingen hier an den Start. 40 Männer und 15 Frauen versuchten sich am Parcours. Der Haselünner musste bereits als Zweiter in zwei Vorläufen die jeweils zehn Hindernisse bewältigen. Dabei beträgt das Zeitlimit 2 Minuten und 30 Sekunden. „Ich fahre aus Sicht der anderen zwar wie eine Schnecke, aber sehr präzise“, so Achenbach. Die jungen Fahrer seien viel schneller unterwegs. Mit 2:17 min. bzw. 2:19 min. war der Haselünner als Zweitältester im gesamten Fahrerfeld zwar einer der langsamsten, aber dafür blieb er als einziger fehlerfrei. Die besten 13 Fahrer qualifizierten sich für den Endlauf. Dabei werden die Anforderungen an den zehn Hindernissen den jeweiligen Fahrzeugtypen angepasst. So muss sich der kleine VW Lupo natürlich in wesentlich engere Parklücken zwängen als zum Beispiel eine große Limousine. Parkhilfen, wie Kameras, werden zudem vorher abgeklebt.

Sehr nervös

„Als Führender musste ich dann als Letzter auf die Strecke“, so Achenbach. Mit einem fehlerfreien Lauf hätte er den Sieg eingefahren. Am sechsten Hindernis patzte er jedoch. Dabei galt es, möglichst dicht an ein Hindernis heranzufahren. „Ich ließ 12 Zentimeter Abstand.“ Erlaubt waren für seinen Lupo aber maximal zehn. „Aber auch mit dem zweiten Platz war ich sehr, sehr zufrieden.“ So habe mit Hermann Rupp der Lokalmatador gewonnen. Achenbach, der 2013 die Trophäe selbst in der Hand halten durfte , will „natürlich im nächsten Jahr wieder mit meinem VW Lupo an den Start gehen“.


0 Kommentare