01.08.2016, 15:42 Uhr

Erste Plätze bei Bentheimer-Auktion Zuchterfolge für emsländische Schafhalter


Uelsen/Haselünne. Helmut Melbaum aus Haselünne hat bei der 22. Eliteauktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen den Siegerbock aufgetrieben. Unter dem Strich verlief die Veranstaltung für die emsländischen Züchter sehr erfolgreich.

So waren Irmgard und Georg Steenken aus Werpeloh mit ihren Lammböcken ganz vorne dabei und stellten in der Klasse der in diesem Jahr geborenen Nachwuchsvererber das beste Tier. Hier erreichte Helmut Melbaum aus Haselünne noch den zweiten Platz.

Die Eliteauktion in Uelsen mit der anschließenden Versteigerung ist der Treffpunkt für sämtliche Züchter des Bentheimer Landschafes aus ganz Deutschland. So waren in diesem Jahr wieder Schäfer aus Brandenburg, Schleswig Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen dabei, um ihre eigenen Tiere zu präsentieren oder Zuchtböcke für ihre eigenen Herden zu kaufen. Andreas Hauswald aus Mühlberg an der Elbe nahe Dresden zum Beispiel hat für seine mehr als 1000 Schafe umfassende Bentheimer-Herde gleich sechs der 70 aufgetriebenen Böcke ersteigert.

„Hervorragende Zuchttiere“

Insgesamt hatten die Züchter nach Einschätzung der Körkommissionen und nach Auffassung des Vorsitzenden des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Heiko Schmidt, „hervorragende Zuchttiere“ präsentiert: immerhin 40 Böcke landeten nach der ausführlichen Begutachtung von Wollqualität, Bemuskelung und äußerer Erscheinung in der höchsten Zuchtklasse 1 und erhielten damit die Erlaubnis, in der Herdbuchzucht eingesetzt zu werden.

Auf Einkaufstour war in diesem Jahr auch wieder der wohl prominenteste Züchter des Bentheimer Landschafes – Bernd Busemann aus Aschendorf. Der Präsident des Niedersächsischen Landtages hatte vor mehr als 20 Jahren auf seinem eigenen Grünland mit der Zucht des damals akut vom Aussterben bedrohten Schafes begonnen, „um einen Beitrag zum Erhalt dieses Kulturgutes zu leisten.“ Heute hält er rund 60 Mutterschafe und benötigt alle zwei bis drei Jahre einen neuen Zuchtbock – nur so kann Inzucht vermieden werden.

Für welchen Preis Busemann letztlich zuschlug ist nicht bekannt. Im Rahmen eines Mittagessens, das der Tierpark Nordhorn traditionell für geladene Gäste aus Politik und Verwaltung veranstaltet, lobte er die wichtige Arbeit der Züchter. Nur kurz sprach er das Thema Wolf an, den er für mit der Schafhaltung nicht vereinbar hält. Ein Wolfsangriff sei für die Tiere und ihre Halter ein Drama sondergleichen. Insgesamt tue der Staat gut daran, den Erhalt alter Haustierrassen und damit den Erhalt wertvollen Kulturgutes samt dazugehöriger Landschaften nach Kräften zu unterstützen.

1300 Euro für den Spitzenbock

Die Versteigerung der Böcke verlief aufgrund des großen Angebotes zunächst schleppend, am Ende aber aus Sicht des Schafzuchtverbandes zufriedenstellend. Den teuersten Bock konnte der Heilpädagogische Bauernhof Blekker aus Uelsen verkaufen – er brachte 1300 Euro ein. Im Schnitt brachten Jährlingsböcke (12 bis 24 Monate) 536 Euro und Lammböcke 436 Euro ein.

Die Bentheimer-Auktion findet seit einigen Jahren im Rahmen des Grafschafter Haus- und Nutztiertages statt. Mehrere Vereine und Verbände aus den Bereichen Naturschutz, Jagd und Landwirtschaft präsentierten ihre Arbeit. Außerdem wurden Schafe geschoren, Wolle gesponnen und andere Nutztiere vom Tierpark Nordhorn präsentiert.

Zeitgleich findet an der Reithalle Uelsen auch eine Prämierung von Weiß- und Schwarzkopfschafen statt (ohne emsländische Beteiligung). Außerdem veranstaltete der Kaltblutzuchtverein Emsland seine 30. Stutenschau mit Stuten und Fohlen der Rassen Schwarzwälder Kaltblut, Rheinisch-Deutsches Kaltblut sowie Freiberger.


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