22.07.2015, 17:04 Uhr

Hasetal-Projekt ausgezeichnet Haselünne: Mundraub wird belohnt


Haselünne. Ein Projekt, das aktiv zur Straftat auffordert, hat Erfolg: „Mundraub im Hasetal“ ist von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung im Meppener Kreishaus als „Projekt des Monats“ ausgezeichnet worden.

2000 Äpfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume säumen den 195 Kilometer langen Hasetalradweg zwischen Melle und Meppen und laden zum legalen Mundraub ein. Inzwischen hat das Projekt „ Mundraub-Region Hasetal“ 200 Paten gefunden, die sich ehrenamtlich um die Obstbäume kümmern. Den Erhalt der Obstbaumbestände durch Patenschaften und touristische Wertschöpfung hat die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung als Projekt des Monats Juli ausgezeichnet.

„Das ist schon wirklich ein herausragendes Projekt, was Sie hier auf die Beine gestellt haben“, lobte Karsten Behr, Geschäftsführer der Landesstiftung den Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal und verwies auf die unterschiedlichsten Akteure der 16 Kommunen aus den Landkreisen Emsland, Osnabrück und Cloppenburg, die in dieses Projekt eingebunden worden sind. „Das ist auch eine Auszeichnung an Sie“, sprach er die Paten bei der Feierlichkeit an, „weil Sie sich kümmern und mithelfen.“

Weiterlesen: Auch den Tourismus-Oscar hat das Projekt verdient bekommen.

Mit 27000 Euro hatte die Bingo-Umweltstiftung den „Mundraub“ im Hasetal gefördert. „Was wir uns als Stiftung wünschen, ist, dass das Projekt noch mehr Verbreitung findet, dass sich auch andere Regionen oder Kommunen auf den Weg machen, um solch ein Projekt umzusetzen.“ Die Urkunde und der Scheck in Höhe von 500 Euro seien lediglich eine Anerkennung, aber Kehr sicherte dem Zweckverband zu, das Projekt weiterhin zu fördern: „Wenn es weitere Ideen gibt, stehen wir bei Fuß.“

Wilhelm Koormann stellte in einem Vortrag den Anwesenden die Entwicklung des „ Mundraub -Projektes“ vor. 1996 waren die Obstbäume von der Quelle bis zur Mündung der Hase gepflanzt worden. Jedoch fristeten sie ein „eher stilles Dasein“, bis sie 2012 aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erwachten.

Kartierung

Mit der Kartierung auf der Berliner Internetseite „Mundraub“, Plaketten, die zeigen, welche Bäume noch Paten suchen und welche bereits Paten gefunden haben, Mundräuberradtouren, Mundräuberbänke, die das Projekt auch für „Uneingeweihte“ sichtbar machen und zum Obstpflücken einladen, und Obstbaumschnitten im Winter ist das Allmendeobst weiter in den Vordergrund gerückt. „Wir sind durch das Thema deutschlandweit in den Medien gewesen“, machte der Geschäftsführer des Zweckverbands den Erfolg deutlich. Das „Highlight“ sei die Verleihung des Deutschen Tourismuspreises im Oktober 2014 gewesen. Koormann dankte allen Beteiligten, besonders aber Projektleiterin Annette Morthorst: „Sie hat sich da wirklich reingekniet und viel Arbeit oft im Stillen und Verborgenen geleistet.“


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