22.05.2011, 14:15 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Lernpatenschaft Orientierungshilfen vermitteln

Jetzt sollen konkrete Schritte folgen, wünschen Ludwig Jansen (Wirtschaftsverband Emsland), Mechthild Wessling (Hochschule Campus Lingen), Prof. Dr. Frank Blümel (Hochschule Campus Lingen), Norbert Verst (Wirtschaftsverband Emsland), Projektleiter Aloys Mersmann, Frauke Steuter (HRS Haselünne), Bernd Esders (Esders GmbH Haselünne) und Christian Voss (Voss Haustechnik, Haselünne/von links). Foto: Georg HiemannJetzt sollen konkrete Schritte folgen, wünschen Ludwig Jansen (Wirtschaftsverband Emsland), Mechthild Wessling (Hochschule Campus Lingen), Prof. Dr. Frank Blümel (Hochschule Campus Lingen), Norbert Verst (Wirtschaftsverband Emsland), Projektleiter Aloys Mersmann, Frauke Steuter (HRS Haselünne), Bernd Esders (Esders GmbH Haselünne) und Christian Voss (Voss Haustechnik, Haselünne/von links). Foto: Georg Hiemann

ghm Haselünne. Für viele Jugendliche erweist sich der Übergang von der Schule ins Berufsleben als recht schwierig. Häufig führen falsche Vorstellungen über einen Ausbildungsberuf dazu, dass der Azubi-Vertrag vorzeitig aufgelöst wird. Andererseits sind viele Schulabgänger nicht über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort richtig informiert.

Die vom Arbeitskreis „Bildung“ des Wirtschaftsverbandes Emsland initiierte Lernpartnerschaft Haselünne/Herzlake (Modellregion) führte zu ersten Ergebnissen, die nun konkretisiert und in die Praxis umgesetzt werden sollen. Auf der Tagung des Arbeitskreises in Haselünne betonte Professor Dr. Frank Blümel, dass Schülern Orientierungshilfen für ihren beruflichen Weg vermittelt werden sollen, die auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken würden.

Ziel sei eine enge Kooperation zwischen Schule und Unternehmen, um einerseits Praktikanten, Azubis und künftige Fachkräfte zu erhalten, andererseits Berufsorientierung und Unterstützung in der Schule auszubauen. Um ein zielorientiertes Ergebnis zu erhalten, wurden zunächst in mehreren Workshops die gegenseitigen Wünsche und Erwartungen von Unternehmern und Lehrern ermittelt, in einer Fragebogenaktion konkretisiert.

Im Modell Haselünne/Herzlake arbeiten zurzeit 15 Unternehmen mit, die insgesamt circa 70 Praktikumsplätze und etwa 100 Ausbildungsstellen anbieten. „Jetzt müssen wir in Fachkonferenzen die Ergebnisse der Fragebogenaktion bzw. die sich daraus ergebenden konkreten Themen und Zusammenarbeitsmöglichkeiten auswerten und in den Unterricht einbauen“, benannte Frauke Steuter, Schulleiterin der Haselünner Haupt- und Realschule, die weiteren konkreten Schritte. Ein wichtiger Schritt wird sein, dass die am Projekt beteiligten Schulen durch die Verbindung einzelner Fächer mit Unternehmerwissen (auch Mitarb

eiter aus den Unternehmen) den Unterricht anschaulich gestalten und die Kontakte zu den Betrieben knüpfen und ausbauen.

Eine wichtige Rolle spielten die Praktika, sind sich die AK-Mitglieder einig. Einerseits können Betriebe so potenzielle Bewerber um einen Ausbildungsplatz bereits im Vorfeld genauer kennenlernen und auch Kenntnisse über das jeweilige Berufsfeld in die Schule bringen, andererseits erkennen die Schüler während des Praktikums, ob sie den richtigen Berufswunsch gewählt haben.

„Es ist grundsätzlich wichtig, dass Betriebe bereit sind, sich hier zu engagieren, um die Begeisterung für einen Beruf zu wecken“, betonte Christian Voss. „Als Unternehmen haben wir die Verpflichtung zu einem guten, sinnvollen Praktikum. Daher sollen Praktikanten nicht nur den Hof fegen, sondern ihren künftigen Beruf wirklich kennenlernen“, ergänzte Ludwig Jansen vom Wirtschaftsverband Emsland.

Nach Auffassung von Bernd Esders sollten Unternehmen den Schülern Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, die dem Schüler die Möglichkeit bieten, durch bezeichnete Berufsfelder Einblick in den Berufsalltag zu gewinnen. Gerade für Kleinunternehmen sei es eine große Chance, sich geeignete Nachwuchskräfte zu sichern, „die künftigen Auszubildenden über ein Praktikum kennenzulernen“, betonte Blümel.

Auch für die jeweilige Schule und ihr Image sei es wichtig, gute Kontakte zu den Unternehmen zu haben. In einem halben Jahr will sich der Arbeitskreis wieder treffen, um die konkrete Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen zu hinterfragen.

Betriebe, die sich an dem Modellprojekt beteiligen wollen, können sich unter Telefon 05931/595960 melden.


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