16.11.2016, 10:12 Uhr

Erna Schabiewsky in Hasbergen Kirchenkabarett beim Frauenfrühstück in Gaste


Hasbergen. Katholizismus meets Ruhrpott: Beim diesjährigen Hasberger Frauenfrühstück begeisterte Kabarettistin Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky die gut 100 Zuhörerinnen im Gasthaus Thies mit Anekdoten aus ihrer Dortmunder Kirchengemeinde.

Beim diesjährigen Frauenfrühstück setzten die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Marita Tolksdorf-Krüwel und die Hasberger Landfrauen ganz auf Humor: Als Gast hatten sie Ulrike Böhmer eingeladen, die als Katholikin mit Kodderschnauze Erna Schabiewsky die Zuhörerinnen begrüßte. „Sind Sie gut drauf?“, fragte Erna das jubelnde Publikum, während sie in charakteristischem roten Kostüm und Handtasche am Arm durch den Saal des Gasthauses Thies stapfte. „Das ist gleich vorbei. Schließlich geht es hier um Kirche.“

„Pastorales Verbundgedöns“

Kirchenkabarett ist Böhmers Spezialität. Und tatsächlich hat Erna so einiges über ihre Heimatgemeinde zu sagen. Diese befindet sich in Dortmund-Eving, aber aufgrund von „pastoralem Verbundgedöns“ gehören inzwischen auch Castrop-Rauxel und Wanne-Eickel dazu. Immerhin ist Ernas schlimmster Alptraum noch nicht wahr geworden: „Dass ich zum Gottesdienst auf Schalke muss! Dann trete ich aus der Kirche aus, da gehe ich lieber inne Mosche.“ Die resolute Ruhrpötterin kennt die Kirche genau, schließlich engagiert sie sich schon lange ehrenamtlich. Angefangen hat sie mit der Organisation von Krabbelgottesdiensten („das waren eher Schreigottesdienste“), gefolgt von Familien- und Seniorengottesdiensten. Inzwischen hält sie selbst Andachten ab. Alles, was es dafür braucht ist schließlich ein Stuhlkreis, ein Tuch und eine Kerze auf dem Boden und die passende jahreszeitliche Dekoration: Altes Laub im Herbst, Streusterne im Winter und „Müschelchen vonne Nordsee“ im Sommer.

Sport auf Katholisch

An den Kirchenoberen lässt Schabiewsky kein gutes Haar. Diese hätten zehn Jahre voll Tagungen und Konferenzen gebraucht, um festzustellen, dass sie für die Menschen da sein wollen. „Ich bin richtig inne Empörung drin“, ließ Erna die Gäste wissen. Abwechslung findet sie ausgerechnet beim Krippenspiel in der evangelischen Gemeinde („ich bin sehr für die Öckenemene“), wo sie endlich einmal die Maria spielen darf, und beim Sport. Genauer gesagt, eine Art Sport, die speziell auf Katholiken zugeschnitten ist. Der Name: Pilatus. „Das ist Anspannung und Entspannung in einem. So etwas können die Evangelischen auch nicht. Wir üben das seit 2000 Jahren“, so Erna.

Spitzzüngige Kritik

Beim Publikum kam Böhmers spitzzüngige Mischung aus Kirchenkritik und Ruhrpottcharme blendend an und so manche Frau vergoss Tränen vor Lachen. Für Tolksdorf-Krüwel, die inzwischen Flüchtlingssozialarbeiterin ist und ihr Amt als Gleichstellungsbeauftragte an Stephanie Funke abgegeben hat, war es das letzte Frauenfrühstück, das sie organisiert hat. Sie versprach aber, im nächsten Jahr als Besucherin wiederzukommen – und vielleicht ist dann auch wieder so ein unterhaltsamer Gastredner dabei.


0 Kommentare