18.10.2016, 18:01 Uhr

Am 30. Oktober Bombenräumung: Halb Hasbergen vor Evakuierung  

4900 Hasberger müssen wegen einer Bombenräumung am 30. Oktober voraussichtlich ihre Wohnungen in Hasbergen-Mitte verlassen. Damit muss die Hälfte der Gemeinde evakuiert werden. Archivfoto: Michael Hehmann4900 Hasberger müssen wegen einer Bombenräumung am 30. Oktober voraussichtlich ihre Wohnungen in Hasbergen-Mitte verlassen. Damit muss die Hälfte der Gemeinde evakuiert werden. Archivfoto: Michael Hehmann

Hasbergen. 4900 Hasberger müssen wegen einer geplanten Bombenräumung am 30. Oktober voraussichtlich ihre Wohnungen verlassen. Damit muss die Hälfte der Gemeinde evakuiert werden.

Das teilte Hasbergens Bürgermeister Holger Elixmann am Dienstagnachmittag auf seiner Facebook-Seite mit. „In Hasbergen-Mitte wurde auf dem Gelände der Deutschen Bahn möglicherweise ein Kampfmittel bzw. ein Sprengkörper geortet. Der Kampfmittelräumdienst Niedersachsen hat den Evakuierungsbereich auf 1000 Meter Radius vom möglichen Fundort festgelegt“, berichtet Elixmann. Für die notwendigen Maßnahmen müssten rund 4900 Personen aus Hasbergen-Mitte am 30. Oktober ihre Häuser und Wohnungen räumen und am Sonntag bis 10 Uhr den Evakuierungsbereich verlassen. Die betroffenen Straßen in Hasbergen-Mitte würden ab 10 Uhr gesperrt.

Eingeschränkter Bahnverkehr zwischen Osnabrück und Lengerich

Der Bahnverkehr zwischen Osnabrück und Lengerich ist ebenfalls betroffen. Hier wird es im Falle einer Evakuierung zu Änderungen im Fahrplan und laut Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis zu einem Busersatzverkehr kommen. „Die Planungen laufen zurzeit, Details werden in den kommenden Tagen noch bekannt gegeben“, erläutert Meyer-Lovis auf Anfrage unserer Redaktion. Meyer-Lovis erklärt den Hintergrund der Maßnahme: „In Hasbergen finden Weichenbauarbeiten und Signalarbeiten für das Elektronische Stellwerk Osnabrück statt. Im Rahmen der Sondierungsarbeiten wurde ein sogenannter Verdachtspunkt festgestellt.“ Zwei Weichen müssten hierzu in Hasbergen erneuert werden. Vor Beginn dieser Arbeiten musste der Kampfmittelräumdienst routinemäßig prüfen, ob sich möglicherweise Kampfmittel unter den Gleisen befinden. Bei der Sondierung sei es zu dem Verdachtspunkt gekommen, der allerdings erst bei Freilegung des Gleisbetts in der Nacht von Samstag, 29. Oktober, auf Sonntag, 30. Oktober, überprüft werden könnte. „Danach fällt die Entscheidung bezüglich der Evakuierung“, betont Meyer-Lovis.

Verkehrsbeeinträchtigungen auch für Autofahrer

Auch für Autofahrer ist mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Insbesondere die Sperrung der L 89 und der K 305 wird zu erheblichen Problemen führen. Die Gemeinde Hasbergen appelliert an alle Autofahrer, das Gebiet sehr weiträumig zu umfahren.

Evakuierungszentrum in der Schule am Roten Berg

Für die betroffenen Bürger wird ein Evakuierungszentrum in der Schule am Roten Berg (Schulstraße 16) zur Verfügung stehen. Das Mitbringen von Haustieren ist laut Elixmann nicht erlaubt. Welche Straßen im Evakuierungsbereich genau betroffen sind, will die Gemeinde noch einmal gesondert mitteilen. Der Buslinienverkehr laufe bis zum Abschluss der Evakuierung weiter.

Transportmöglichkeiten über die Regionalleitstelle Osnabrück anfordern

Für bettlägerige oder kranke Personen bestehen laut Elixmann Transportmöglichkeiten, die über die Regionalleitstelle Osnabrück ( Telefon: 0541 323 4455) angefordert werden können. Es sei unbedingt anzugeben, ob die Person sitzend oder liegend transportiert werden kann, ob ansteckende oder infektiöse Krankheiten oder sogar eine Transportunfähigkeit bestehe. Notwendige Transporte könnten ab sofort, müssten jedoch unbedingt vor der Maßnahme angemeldet werden. Je eher die Information erfolge, desto besser könne für den Transport gesorgt werden.

Maßnahme kann mehrere Stunden dauern

Die Entschärfung des Kampfmittels könne erst nach erfolgreicher Umsetzung aller Sicherheitsmaßnahmen erfolgen. Elixmann bittet daher dringend darum, den Evakuierungsbereich bis 10 Uhr zu verlassen und den Anweisungen der Ordnungskräfte Folge zu leisten. Die Maßnahme könne mehrere Stunden dauern. Elixmann ruft auf: „Es sollten daher die unbedingt notwendigen Dinge (Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung) sowie angemessene Kleidung mitgenommen werden.“

Ältere und Ausländer informieren

Er ruft auf, ältere und insbesondere auch ausländische Nachbarn über die Evakuierungsmaßnahme zu informieren. Elixmann betont: „Wenn sich der Verdacht auf ein Kampfmittel als nicht zutreffend erweist, wird die Evakuierung kurzfristig – am Sonntag ab 8.00 Uhr - mittels Lautsprecherdurchsagen, über Rundfunkdurchsagen und über www.gemeinde-hasbergen.de abgesagt.“ Natürlich wird unsere Redaktion auch auf www.noz.de darüber informieren, ob am Sonntagmorgen wirklich evakuiert werden muss.

Bürgertelefon und Bürgersprechstunde

Für Fragen ist am Samstag, den 29. Oktober von 9 Uhr bis 18 Uhr und Sonntag, den 30. Oktober von 8 Uhr bis zum Ende der Maßnahme ein Bürgertelefon unter 05405-502201 geschaltet. Zusätzlich wird am Donnerstag, 27. Oktober von 15 bis 18 Uhr eine Bürgersprechstunde zur geplanten Evakuierungsmaßnahme im Rathaus, Zimmer 201, angeboten.

Kein Gottesdienst in evangelischer Christuskirche und in katholischer Kirche St. Josef

In der evangelischen Christuskirche findet am 30. Oktober kein Gottesdienst statt. Dieser findet gemeinsam mit der Martinsgemeinde um 10 Uhr in der Martinskirche in Osnabrück-Hellern statt. In der katholischen Kirche St. Josef fällt der Gottesdienst aus.


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