25.07.2014, 18:30 Uhr

Weiter starkes Umsatzwachstum Rothkötter-Gruppe überschreitet Milliarden-Grenze


Haren. Die Rothkötter Unternehmensgruppe aus Meppen hat im Geschäftsjahr 2013/2014 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz gemacht.

Das teilte Geschäftsführer Franz-Josef Rothkötter anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Teilunternehmens Emsland Frischgeflügel in Haren mit. Die Zahl ist Ausdruck rasanten Wachstums: 2009, als das Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen feierte, lag der Umsatz noch bei 500 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter verdoppelte sich von rund 1200 vor fünf Jahren auf etwa 2500, davon 1800 im Emsland und 700 am Schlachthof in Wietze bei Celle. Das Unternehmen schreibe „schwarze Zahlen“, sagte Rothkötter vor 700 Gästen in Haren.

80 Prozent der Mitarbeiter seien sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 20 Prozent kämen über Leiharbeitsfirmen. Die in der Branche umstrittenen Werkverträge gebe es nicht. Der Mindestlohn ist bei Rothkötter im positiven Sinn kein Thema – die Bezahlung der Arbeitnehmer lag stets darüber.

Ein wichtiger Schritt für die Expansion des Unternehmens war 2003 der Bau der Schlachterei in Haren. Damals wollte sich das Unternehmen, das bereits Hähnchen vermarktete, aber nicht selbst schlachtete, aus seuchenhygienischen Gründen unabhängig machen vom Transport von und nach Holland. Der Ausbruch der Vogelgrippe in den Niederlanden beschleunigte das Bauvorhaben – Ende 2003 ging die Schlachterei in Betrieb.

Heute ist Rothkötter mit 300000 Tonnen Hähnchen (Schlachtgewicht) pro Jahr am Markt, was einem Drittel der deutschen Produktion entspricht. Von der Haltung der Elterntiere über die Brüterei, die Herstellung des Futters und die Schlachtung bis zur Verarbeitung für Discounter oder Fast-Food-Ketten liegt alles in einer Hand.

„Ein Meilenstein“

„Vertikale Integration“ heißt das Erfolgsmodell der Emsländer, die inzwischen europaweit exportieren. „Wir haben immer an unser Produkt geglaubt“, sagt Franz-Josef Rothkötter. „Und wir tun es noch immer. Qualität, Effizienz und Verantwortung sind unsere Leitlinien.“

Dass sie offensichtlich im Unternehmen, beim Umgang mit den Mitarbeitern und den Kunden auch so gelebt werden, dass machten die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft deutlich. Deren Lob für die unternehmerische und soziale Leistung der Familie Rothkötter samt Seniorchef Franz Rothkötter klang nie aufgesetzt.

Der emsländische Landrat Reinhard Winter nannte den Bau der Schlachterei einen Meilenstein für die emsländische Wirtschaft, Harens Bürgermeister Markus Honnigfort verdeutlichte, die seit Jahren bei unter drei Prozent liegende Arbeitslosenquote im mittleren Emsland verdanke man auch Rothkötter. Das Unternehmen sei – nicht nur wegen hoher Steuerzahlungen – ein Gewinn für die Region. Der Vorsitzende der niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, dankte Rothkötter und seinem Mitgeschäftsführer Wilfried Flemming für ihren Mut. Basis des Erfolges seien Vertrauen und Zuverlässigkeit gewesen. Die Firmenleitung dankte ihrerseits für ordentliche Rahmenbedingungen, vor allem aber den Bauern und den Mitarbeitern.

Nicht ausgespart wurde die aktuelle Politik. Agrarminister Meyer von den Grünen bekam vom ehemaligen CDU-Staatssekretär Ripke ins Stammbuch geschrieben, Meyer sei keineswegs am Tierwohl orientiert, sondern an grünen Ideologien. Gleichwohl werde man den aktuellen Tierschutzplan umsetzen. Landrat Winter und Bürgermeister Honnigfort sprachen ebenfalls Tierwohl und Stallbauten an. Um die Akzeptanz der Menschen müsse man sich immer wieder bemühen, sagte Winter, und Zukunftsfragen müssten offen diskutiert werden.


Zur Unternehmensgruppe gehören heute das Rothkötter Mischfutterwerk in Meppen und Haren, die Schlachterei Emsland Frischgeflügel, die Celler Land Frischgeflügel in Wietze und die Emsland Brüterei in Dohren. Außerdem betreibt das Unternehmen einen eigenen Kindergarten „Küken & Friends“ am Standort Haren.

Am 19. Januar 1959 hatte Müllermeister Franz Rothkötter sein Unternehmen in Meppen gegründet. Bis 1962 verkaufte der Firmenchef in Säcke abgepacktes Viehfutter, das er zunächst noch selbst auslieferte. 1962 baute er in Meppen die erste eigene Mühle und produzierte nun selbst Schweinefutter. Geschäftsführer ist seit 1994 Franz-Josef Rothkötter, eines von vier Kindern des Firmengründers Franz.

Seit einigen Jahren ist Wilfried Fleming zweiter Geschäftsführer. Vor allem in den vergangenen 15 Jahren hat sich die Firma Rothkötter vom reinen Futterhersteller zu einem Unternehmen mit vielen Betriebsteilen entwickeln.

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