20.07.2012, 12:57 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Polizei hofft auf Zeugen Mutmaßliche Täterin aus Haren nach Doppelmord weiter in Haft

<em>Um Licht </em>ins Dunkel des Mordfalls von Koblenz zu bringen, suchte die Polizei mit Plakaten Zeugen. Diese verteilte sie auch in Haren (Foto): Archivfoto: MammesUm Licht ins Dunkel des Mordfalls von Koblenz zu bringen, suchte die Polizei mit Plakaten Zeugen. Diese verteilte sie auch in Haren (Foto): Archivfoto: Mammes

Haren. Die Kriminalpolizei ist weiterhin überzeugt, dass Schwiegertochter Henrike Schemmer aus Haren die Doppelmörderin des Rentnerehepaares Schemmer aus Koblenz ist. „Wir sind auf der richtigen Spur“, sagte am Freitag Kriminalhauptkommissar Thomas Lauxen.

Er war eigens mit einer Kollegin nach Haren zur Pressekonferenz gekommen. Die Sonderkommission plakatierte zahlreiche Eingänge von Behörden und Läden mit neuen Aufrufen. Inzwischen wurde für Hinweise, die zur Aufklärung des Doppelmordes führen, eine Belohnung von 10000 Euro ausgesetzt.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Lauxen, dass die 45-jährige Emsländerin seit dem 22. Mai zwar in Untersuchungshaft sitzt, aber „die Tat bislang abgestritten hat“. Gleichwohl habe sie, diese auch durch ihres Äußerungen nicht entkräften können.

Nach Ausführungen der Kripo soll die zweifache Mutter mit ihrem BMW3er, amtliches Kennzeichen EL-RS 566, am Abend des 7. Juli 2011 von Haren nach Koblenz gefahren sein. Hier erstach sie die Schwiegereltern (75 und 68 Jahre alt) mit einem Messer aus Habgier und fuhr dann nachts die rund 350 Kilometer von Koblenz zurück ins Emsland. Als Motiv nannte der Hauptkommissar „Habgier“. Am Abend des 9. Juli fuhr die 45-Jährige dann mit Ehemann, den beiden Kindern und dem Haushund erneut nach Koblenz. Die Eltern schickten die Kinder Spazieren und gingen dann allein ins Haus der Schemmers, wo sie die mit Schnitt- und Stichwunden übersäten Leichen fanden.

Nach Ausführungen der Polizei gibt es anhand der vielen Indizien einen „dringenden Tatverdacht“. Allerdings räumte er auch ein: „Es gibt noch keinen 100-prozentigen Beweis, der sie überführt.“

Anhand der Vielzahl der Indizien habe man sich in Absprache mit der Staatsanwaltschaft auch dazu entschlossen, die exakte Identität der Mörderin sowie ein Foto zu publizieren. „Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, fuhr Lauxen fort. Dies sei ein großer Einschnitt in die Privatsphäre, und die Fahndung sei sehr belastend für die Angehörigen.

So werden jetzt auch gezielt die Nachbarn in Haren befragt. Fest stehe, dass Henrike Schemmer am 8. Juli morgens um 6 Uhr heimkehrte. „Viele Menschen sind zu dieser Zeit schon unterwegs“, so der Polizeisprecher. Man hofft, dass Zeugen die mit 1,90 Meter auffällig große rothaarige Frau am Tattag gesehen haben. So sei es denkbar, dass die Frau ihre Kleidung an der Ems verbrannt hat. Auch von der Tatwaffe, einem Messer, fehle bislang jede Spur.

Zudem sucht die Polizei immer noch die Tankstelle, in der die Frau ihr Auto für die mehr als 700 Kilometer lange Strecke von Haren nach Koblenz und zurück betankt haben muss. Auch das Mieten eines Leihfahrzeuges sei denkbar.

Weitere Hinweise zu diesem Fall unter www.polizei.rlp.de


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