12.09.2016, 17:25 Uhr

Mittwoch SPD-Los-Entscheid Mehr Frauenpower im Rat Hagen


pep/we Hagen. Sonntag hat noch alles im Zeichen der Wahl gestanden, doch Montag ist bereits ein Großteil der Plakate aus dem Ortsbild verschwunden gewesen. Ganz ist die Kommunalwahl noch nicht vorbei: Mittwoch entscheidet das Los, ob Wolfgang Boss oder Günter Rolf den letzten SPD-Sitz bekommt.

Beide SPD-Bewerber waren auf 262 Direktstimmen gekommen, sodass jetzt über das neunte Mandat der Partei per Losverfahren entschieden wird. Bürgermeister Peter Gausmann: „So eine Situation haben wir vor zehn Jahren auch gehabt.“ Folge: Ein bisher die SPD-Fraktionsarbeit prägendes Ratsmitglied ist künftig nicht mehr vertreten.

Mehr Frauen

Nicht die einzige Veränderung, die es im neuen Gemeinderat, der Anfang November das erste Mal zusammentritt, und in dem die CDU wieder mit 18 Sitzen über eine satte absolute Mehrheit verfügt, geben wird. Sicher am auffälligsten: Der leicht erhöhte Frauenanteil von künftig neun statt bisher sieben Frauen im inklusive der Bürgermeister-Stimme 31-köpfigen Rat. Das dürfte für neue Akzente sorgen.

Union stockt auf

Ansonsten entspricht der neue Rat zu großen Teilen auch dem alten. Die 18 CDU-Mandate werden zumeist von bisherigen Ratsmitgliedern besetzt. Neu dabei sind in Unions-Reihen Michael Grimmelsmann, Britta Plogmann und Elena Lauxtermann, übrigens eine Enkelin der stellvertretenden Bürgermeisterin Mechthild Lauxtermann, die ebenso wie Laura Franke und Ilka Pötter weiter zur Fraktion gehört. Ausgeschieden sind Josef Wöhrmeyer, der nicht mehr kandidiert hatte, Thorsten Ammermann und Kai Minnerup. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bastian Spreckelmeyer: „Das wir auf dem hohen 57-Prozent-Niveau noch einmal zwei Punkte zugelegt haben, ist ein tolles Ergebnis und Bestätigung unserer Arbeit in den vergangenen fünf Jahren.“ Damit sei aber auch eine große Verantwortung verbunden, der die CDU-Fraktion gerecht werden wolle.

SPD verfehlt Ziel klar

In der SPD-Fraktion lösen Sarah Diekmann, Nina Raffelt und Barbara Westerbusch die langjährigen Genossinnen Beatrix Poettering, Sonja Ossege und Ulrike Päschel ab. Die SPD-Männer verbleiben im Rat – bis auf Kandidat Günter Rolf oder Wolfgang Boss. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Sprehe: „Natürlich sind wir über das Minus von 4,2 Prozent enttäuscht, da unser Ziel 37 plus x war.“ Es sei nicht gelungen, bei den Direktstimmen zu kompensieren, dass frühere Zugpferde wie Dieter Eickholt nicht mehr kandidiert haben. Dass er selber in der Niedermark insgesamt das beste Stimmenergebnis eingefahren habe, sei ein persönliches Trostpflaster, aber das Gesamtergebnis für die Sozialdemokraten nicht zufriedenstellend.

FDP ist neu dabei

Die Grünen verfügen weiter mit Georg und Karin Hehemann über zwei Mandate, verfehlten aber trotz plus 1,3 Prozent den angestrebten dritten Sitz. Neu im Ratals FDP-Mann: Lutz Haunhorst.

Für Bürgermeister Peter Gausmann der größte Erfolg: „Dass die AfD bei uns mit 3,6 Prozent deutlich unter Kreis-Schnitt liegt.“


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