30.11.2016, 10:17 Uhr

Kosten zu hoch Doch keine Bücherei in Glandorfs Oberschule

Die St. Johannis Kirche möchte für die Bücherei nun ein Ladenlokal am Thieplatz mieten. Symbolbild: Caroline Seidel/dpaDie St. Johannis Kirche möchte für die Bücherei nun ein Ladenlokal am Thieplatz mieten. Symbolbild: Caroline Seidel/dpa

Glandorf. Es wird in Zukunft wohl doch keine öffentliche Bücherei in der Ludwig-Windthorst-Schule in Glandorf geben. Die Umbaukosten von über 200000 Euro wären einfach zu hoch gewesen. Die politische und die katholische Gemeinde konnten sich nicht über die Kosten einigen.

Die Pläne waren Ende September im Bauausschuss vorgestellt worden: Es ging um den ältesten Teil des Schulgebäudes der Glandorfer Oberschule. Ein Teil der ehemaligen Aula wird heute für die Nachmittagsbetreuung genutzt. Der andere – ein breiter Gang zwischen den Betreuungsräumen und der Fensterfront – ist ungenutzt. Die St.-Johannis-Kirche in Glandorf hatte die Idee, diese Fläche zu nutzen und hierher ihre öffentliche Bücherei zu verlegen. Der Architekt präsentierte in diesem ersten Entwurf eine Gratwanderung: Auf der einen Seite sollte hier jeder Glandorfer nach wie vor in Ruhe schmökern können. Auf der anderen Seite wäre Platz gewesen für die Schüler der Oberschule, für Jugendliche, fürs Zusammensein und für Vorlesestunden. Noch im September waren die Mitglieder des Bauausschusses von den Plänen angetan. Auch Anfang November bei der Veröffentlichung der zahlreichen Veränderungen, die der Kirchengemeinde bevorstehen, hoffte der Kirchenvorstand, an seiner Idee festhalten zu können. Nun also das Aus: Bekannt gegeben wurde die Entscheidung durch die Rendantin Irmgard Hälker während des Sozialausschusses: Die Kirchengemeinde und die politische Gemeinde hätten sich schließlich gegen einen neuen Standort in der Schule entschieden.

Nicht an oberster Stelle

„Wir waren alle etwas erschrocken, als wir erkannten, wie hoch die Investitionskosten gewesen wären“, erklärt Hälker den Schritt. Der Architekt hatte diese auf etwa 235000 Euro geschätzt. Noch im September erklärten sich beide Verhandlungspartner bereit, sich finanziell zu beteiligen. Wie genau, sollten Gespräche klären. Ungesagt blieb bei der Ausschusssitzung am Montag, was offenkundig ist: Trotz einiger Gespräche konnten sich beide Parteien nicht darauf einigen, wer den Löwenanteil für die Maßnahme übernimmt.

„Die Bücherei stand bei der Ludwig-Windthorst-Schule nicht an oberster Stelle der Prioritätenliste“, sagt Irmgard Hälker. Denn dort stehen auch ohne Bücherei viele Baustellen an: So fehlen in einigen Räumen die Lärmschutzdecken. Außerdem hätte die Küche dringend eine Frischekur nötig. Die Renovierung des vorderen Teils des Altbaus für die Bücherei wäre noch dazugekommen.

Ladenlokal am Thieplatz?

Trotz dieser Differenzen einigten sich die katholische und die politische Gemeinde am Ende doch. „Bei dem vorletzten Gespräch entschlossen wir uns schließlich gegen eine Bücherei in der Schule“, so die Rendantin. Stattdessen will die Kirchengemeinde ein Ladenlokal auf dem Thieplatz anmieten. Unterschrieben ist noch nichts. Geht es nach der Kirche, soll die Miete teilweise von der politischen Gemeinde mitgetragen werden.


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