09.08.2016, 18:31 Uhr

Mit Tatkraft, Leidenschaft und Spaß Paulisch ist neue Rektorin der Grundschule Glandorf


Glandorf. Beim ersten Gespräch mit der neuen Rektorin der Grundschule Glandorf wird eins schnell klar: Ricarda Paulisch ist tatkräftig und leidenschaftlich – im Beruf und auch privat.

„Ich habe mein Herz an Glandorf verloren.“ Mit diesen Worten betritt Ricarda Paulisch lächelnd ihr Büro. Am 1. August hat sie es offiziell bezogen. „Ich hätte nie gedacht, so schnell Schulleiterin zu werden“, gesteht sie. Die Liebe und das Länderaustauschprogramm für Lehrer hatte sie erst im April des vergangenen Jahres von der Grundschule Tettnang in Baden-Württemberg an die Grundschule Glandorf gebracht. Ein Zufall, wenn auch ein glücklicher: Denn die gebürtige Westfälin aus Meschede brachte er wieder näher an die Heimat – und auf den Posten als Schulleiterin.

Kein Sprung ins kalte Wasser

Dass Hanne Große-Deters den Ruhestand plant, erfuhr Paulisch allerdings erst im November. Doch Herausforderungen sind da, um sie anzunehmen. Diesem Motto getreu und mit Schulleiterin sowie dem Kollegium im Rücken, entschied sich die Lehrerin schnell und setzte sich gegen einen Mitbewerber durch. Ein Sprung ins kalte Wasser tat sie indes nicht: Die damals stellvertretende Schulleiterin in Glandorf, war auch schon an ihrer Schule in Baden-Württemberg im Schulleitungsteam.

Spaß darf nicht zu kurz kommen

„Ich wollte immer schon Schule gestalten“, erklärt Ricarda Paulisch. Schule, das ist für sie nicht nur ein Ort, an dem Vokabeln gelernt und Diktate geschrieben werden. „Hier soll gelebt, gelernt und gelacht werden“, sagt sie. Angefangen mit Räumlichkeiten, über die sich manche Eltern wundern: Denn die Zimmer sind freundliche, die Ausstattung multimedial. Die Schule von heute muss auf das Leben von heute vorbereiten. „Die Kinder sollen lernen, mit den technischen Möglichkeiten umzugehen.“ Auf der Strecke bleiben dürfe bei alledem allerdings nicht der Spaß.

Freude und Kontinuität

Denn die Freude an der Arbeit erleichtert auch der Lehrerin stressige Phasen, die der Arbeitsalltag mitunter mit sich bringt. Denn neben der Klasse, die sie weiterhin als Klassenlehrerin betreut, wird sie sich fortan auch Verwaltungsaufgaben widmen. Als Klassenlehrerin kürzertreten möchte sie nicht. Die Arbeit mit den Kindern würde sie vermissen. „Außerdem möchte ich den Schülern und auch den Eltern Kontinuität und einen sicheren Rahmen geben.“ Dass das auch mit Arbeit verbunden ist, stört sie nicht. „Es macht Spaß“, sagt Ricarda Paulisch, die auch die Hektik des Alltags mag.

Aus der Zeit gefallen

Immer mal wieder legt sie in ihrer Freizeit jedoch ihre Armbanduhr zur Seite. Ihrer Energie tut das keinen Abbruch. Denn halbe Sachen scheinen der Grundschullehrerin nicht zu liegen. „Ich bin ein Filmfreak“, erzählt sie. In ihrer DVD-Sammlungen findet sich alles von der BBC-Verfilmung von Jane Eyre bis hin zu der Star-Trek-Sonderedition. Manche Filme schaut sie nur im Internet. „Man darf aber mein Leben ruhig in meiner Wohnung wiederfinden“, sagt Ricarda Paulisch. Und dazu gehören Filme genauso wie Bücher (zum Beispiel „Der Engel auf meiner Schulter“ von Therese Fowler) und ein Kochbuch mit mittelalterlichen Rezepten. Denn wenn Ricarda Paulisch nicht in der Schule ist, besucht sie oft Mittelalterevents – früher häufiger als heute. Dort trägt sie nicht nur mittelalterliche Gewänder, sondern fällt komplett aus der Zeit, lebt in einem Zelt, organisiert und moderiert Ritterkämpfe oder kocht wie die Menschen damals. „Das ist natürlich ein aufwendiges Hobby“, sagt sie. Aber es lohnt sich. Ein Wochenende in einer anderen Zeit, das ist ein Leben in einem anderen Takt, verändert den Blick und gibt Kraft.

Inklusion und Integration

Auch für Herausforderungen, vor denen die Grundschulen bundesweit stehen. Inklusion und vor allem Integration gehörten dazu. Beides bereichere zwar auf der einen Seite, bringe jedoch auch Konflikte mit sich. Doch Ricarda Paulisch bleibt optimistisch: „Probleme sind dafür da, um gelöst zu werden.“


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