19.04.2017, 21:21 Uhr

Märchenfrauen in der Tischlerei Märchen von Prüfungen und Abenteuern in Georgsmarienhütte erzählt


Geogsmarienhütte. „Nimm die goldene Feder nicht ...“ lautete diesmal das Motto der Märchenfrauen Ute Link und Rita Schimschak bei ihrem Märchenabend in der Tischlerei hochzwei/Haunhorst in Georgsmarienhütte. Musikalisch begleitet wurden sie von Daniel Graumann und David Mackenroth.

Der Abend mit den Märchenfrauen begann mit Klarinettenmusik von Daniel Graumann und Klaviermusik von David Mackenroth am Keyboard. Die sanften Töne der Klarinette zusammen mit dem leisen Piano gefielen offenbar. Eine Zuhörerin seufzte: „Wie schön!“

Die goldene Gans

Dann startete Rita Schimschak mit dem Märchen „Die goldene Gans“: Dank der Gans wird der Dümmling genannte Sohn eines Bauern letztendlich zum König. Doch der Reihe nach: Während seine Brüder beim Baumfällen im Wald geizig waren und nichts von ihrem Essen abgaben, teilte der Dümmling dies mit einem Fremden. Dabei war sein Essen viel schlechter als der Proviant der Brüder, von denen seinen Eltern mehr hielten. Die Folge: Seine Brüder kamen ohne Baum, aber mit Verletzungen aus dem Wald. Der Dümmling hingegen erhielt von dem fremden Mann eine goldene Gans: „Weil Du so ein gutes Herz hast“. Deren Federn konnten die habgierigen Töchter eines Gastwirtes nicht widerstehen – doch statt dem Tier wie geplant eine auszurupfen, klebten sie daran fest. Gleiches geschah mit dem Pfarrer, dem Küster und zwei Bauern. Über diese an der goldenen Gans hängende Menschentraube, musste wiederum die Tochter eines Königs lachen. Da ihr Vater sie zuvor nie hatte lachen hören, hatte er demjenigen seine Tochter versprochen, die sie zum Lachen brachte. Ebenso wie dessen Eltern, fand zwar auch der König an dem Dümmling keinen Gefallen. Doch als dieser noch weitere Prüfungen bestanden hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als ihm seine Tochter zur Braut zu geben.

Musik passend zu den Märchen

„Heute geht es um Abenteuer, Prüfungen, Wege und Umwege, die zu einem guten Ende oder zum Ziel führen“ fasste Link die „Moral der Geschichten“ des Abends zusammen, bevor sie darauf hinwies: „Mit den Musikern gestalten wir zum ersten Mal einen Märchenabend.“ Kennengelernt hatte sie Graumann bei einer Veranstaltung der Katholischen Frauen Deutschlands (KFD) in Borgloh. „Ich habe dort Frau Link begleitet“, so der Klarinettist, der Mackenroth wiederum von der Osnabrücker Musikhochschule kennt. Beide Musiker wählten für den Abend eine bunte Mischung: Von Musik aus dem Film Ladies Killer, für die Mackenroth zur Überraschung der Zuhörer sein Keyboard auf „Spinett“ stellte, über traditionelle jüdische Klezmer-Musik, die Graumann besonders mag, bis hin zu Mozart reichte das Repertoire. „Wir wollten die Atmosphäre der Märchen“, begründeten die beiden ihre Musikwahl.

Weiter geht es

Im Folgenden erzählten Link und Schimschak unter anderem noch das Christian Andersens Märchen vom Zinnsoldaten und seiner aufregenden Reise sowie das Märchen „Der Mann, der zuhause fort wollte“. Dieses zeigte auf charmante Weise, dass Glück und Zufriedenheit mitunter auch eine Frage der Einstellung sind. Den Abschluss machte das russische Märchen „Wasilisa und der Feuervogel“ aus dem das Motto des Abends „nimm die goldene Feder nicht ... „ stammte. Natürlich hörte ein Jäger nicht auf sein „machtvolles Pferd“, dass ihm diesen Tipp beim Anblick der prächtigen Feder gab. Er nahm die Feder des Feuervogels und musste im Anschluss verschiedene Prüfungen bestehen, unter anderem die Prinzessin Wasilisa für seinen König entführen. Dieser wollte Wasilisa heiraten, doch sie wollte nicht. Dank eines Zaubers heiratete sie am Ende natürlich den braven und tapferen Jägersmann.

Märchen und Musik begeistern

Die Märchen seien „sehr schön“ mit der Musik abgestimmt gewesen, fand Vitalij Trumov. „Märchen und Musik waren herrlich, hier ist es echt gut.“ Stena Kleimann wiederum mochte die Atmosphäre in der Tischlerei, die Dekoration und die Blumen. Und nach ihrem Lieblingsmärchen des Abends gefragt, sprachen sich beide für die „Goldene Gans“ aus. „Ich fand auch, den Mann der von zuhause weg wollteʻ gut“, so Kleimann: „Das russische Märchen kennt man ja aus seiner Kindheit - wenn man aus Russland kommt.“ Schon oft verschenkt – gerade zur Weihnachtszeit – hat Rita Wamhoff einen Besuch bei den beiden Märchenfrauen. Diesmal begleitete sie Sabine Alker, die zum ersten Mal bei den Märchenfrauen war und besonders von Links freiem Sprechen beeindruckt war.


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