19.03.2017, 14:05 Uhr

Vielfalt des Nordens NDR-Ausstellung „Weite und Licht“ in GMHütte eröffnet


Georgsmarienhütte. Gut 60 norddeutsche Landschaftsbilder aus der Sammlung des NDR sind derzeit in GMHütte zu sehen. Am Sonntag eröffnete Bürgermeister Ansgar Pohlmann mit Martina Schimmelpfennig und Branca de Veer vom NDR die Ausstellung „Weite und Licht“ in der Villa Stahmer.

„Damit hätte ich so nicht gerechnet“, meinte GMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann angesichts der Vielzahl der Besucher, die trotz des norddeutschen „Schietwetters“ zur Ausstellungseröffnung in die Villa Stahmer gekommen waren. Den Gästen wünschte Pohlmann „tolle Eindrücke“ – auch wenn er feststellen musste, dass „der südliche Nordwesten in der Sammlung bisher nicht vorkommt.“ Vielleicht gebe es ja die Möglichkeit, die Kollektion beispielsweise um ein Werk Franz Heckers zu erweitern.

Kunstförderung als Aufgabe

„Der NDR als Kunstsammler ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich“, meinte Martina Schimmelpfennig, NDR-Studioleiterin in Osnabrück. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten es allerdings viele Unternehmen als ihre Aufgabe gesehen, die Kunst zu unterstützen. Auch der NDR begann Ende der 1940er-Jahre Kunst zu sammeln. „Die Sammlung wurde nicht systematisch aufgebaut, aber sie gibt einen guten Querschnitt“, so Schimmelpfennig. Der NDR sehe es als seinen Auftrag, die Vielfalt der Region abzubilden.

Mit Erde überschüttet

Wenngleich die Ausstellung den Namen „Weite und Licht“ trage, seien dies nicht die Charakteristika, die die Bilder vereinen, erklärte Kunsthistorikerin Branca de Veer, die die Sammlung betreut. Die Werke hätten nur wenig mit der Weite, wie man sie in der klassischen Malerei kennt, zu tun. Ein Beispiel dafür sei der „Sturzacker“ von Ernst Marow – auch das Bild, das Schimmelpfennig am meisten beschäftigte. Hier liege der Horizont sehr hoch: „Man hat das Gefühl, die Erde wird über einen geschüttet“, meinte de Veer.

Unterschiede in der Darstellung

Was die Sammlung auszeichne, sei ihre Vielfalt. Selbst Bilder, die dieselbe Landschaft zur etwa selben Zeit zeigen, seien sehr unterschiedlich. So malten Günter Grass und Sabine Franek beide in den 1990er-Jahren ein Rapsfeld. Während es sich bei Grass‘ Bild um ein eher traditionelles Aquarell handelt, mutet Franeks Bild mit seinen skizzenhaften Figuren fast surreal an. „Die Bilder sind nicht das Abbild dessen, was wir sehen“, so de Veer. Wenn die Besucher etwas aus der Ausstellung mitnehmen könnten, dann seien es die vielen unterschiedlichen Arten, auf die Künstler Landschaften in Norddeutschland darstellen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. April in der Villa Stahmer zu sehen.


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