28.11.2016, 18:16 Uhr

Hermannsturm und Varusturm vor Aus Neubau für GMHütte die sinnvollste Lösung

Problemfall Hermannsturm: Er ist wie der Varusturm seit Anfang Oktober gesperrt. Als sinnvollste Lösung wird ein Ersatzbau in Stahlbauweise angesehen. Foto: Stadt GMHütte/KrügerProblemfall Hermannsturm: Er ist wie der Varusturm seit Anfang Oktober gesperrt. Als sinnvollste Lösung wird ein Ersatzbau in Stahlbauweise angesehen. Foto: Stadt GMHütte/Krüger

Georgsmarienhültte. Das ist nach der Anfang Oktober erfolgten vorsorglichen Sperrung von Hermannsturm und Varustrum zu erwarten gewesen: Die Sanierung der beiden GMHütter Aussichtstürme ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Doch die Frage ist derzeit noch, ob ein Neubau möglich ist.?

21 Meter ragen sie seit Mitte der 70er auf Dörenberg und Lammersbrink empor und sind viel frequentierte Aussichtsstellen: der Hermannsturm und der baugleiche Zwilling Varusturm. Doch nach mehr als vier Jahrzehnten und einem zuletzt vor fünf Jahren aufgeschobenen Sanierungsansatz sind die beiden Bauwerke inzwischen in einem baufälligen Zustand. Die Standsicherheit ist zwar noch gegeben, aber der Beton ist an vielen Stellen rissig, und zum Teil liegen die Eisenanker der Geländer offen.

Architekt der Stadt: Das kommt einem Todesurteil gleich

„Ich habe hier ein rund zweieinhalb Kilo schweres Betonteil, das abzuplatzen drohte und deshalb von uns entfernt worden ist. Es kann keiner die Verantwortung übernehmen, wenn so ein Teil runterfällt“, machte jetzt im Ausschuss für Bildung, Sport, Gebäudemanagement, Soziales und Jugend der städtische Architekt Anton Hornstein zur Gefahrenlage deutlich.

Das in Auftrag gegebene Gutachten zum Zustand der beiden Aussichtspunkte hat für den Hermannsturm die Note 3,2 und für den Zwilling auf dem Lammersbrink eine 4,0 ergeben. Hornstein: „Das kommt, in den allgemeinen Sprachgebrauch übersetzt, einem Todesurteil gleich.“

Eine Bewertung bis 2,9 bedeute, baulich noch vertretbar, ab 3,0 beginne das Urteil: „nicht ausreichender“ beziehungsweise ab 3,4 dann „ungenügender Zustand“. Hornstein: „Da bleibt nichts anderes, als sofort zu sperren.“ Die genaue Untersuchung habe auch ergeben, dass eine Ecke des Geländers auf der Aussichtsplattform wegzubrechen drohe.

Der Architekt hatte noch eine weitere schlechte Nachricht für die Ausschussmitglieder: „Es macht aus Sicht des Gutachters keinen Sinn, die Sanierungsvarianten weiterzuverfolgen.“

Vor einigen Jahren waren hier noch 147867 Euro für eine grundlegende Ertüchtigung des Bauwerks und knapp 152000 Euro für Abbruch und Neubau kalkuliert worden. SPD-Ausschuss-Mitglied Jutta Olbricht: „Diese Chance haben wir wohl verschlafen. Jetzt wird es richtig teuer.“

Für die Grünen machte Wolfgang Springmeier deutlich: „Da zeigen sich wieder einmal die Folgen, wenn notwendige Instandsetzungen nicht erfolgen, sondern immer wieder hinausgeschoben werden.“ Linke-Vertreter Jörg Welkener formulierte es noch drastischer: „Hier ist etwas kaputtgespart worden.“

Kosten inklusive Erhöhung: jeweils 210000 Euro

Statt einer Sanierungslösung, die zu einer Restnutzdauer von 25 Jahren führen würde, schlägt die Verwaltung für den Varusturm einen Ersatzbau in Stahlbauweise vor, der mit rund 140000 Euro zu Buche schlagen würde. Für den Standort Hermannsturm wird eine Lösung im Zusammenhang mit der Laga 2018 in Bad Iburg favorisiert. Als Kosten stehen inklusive einer Erhöhung um zehn Meter jeweils 210000 Euro im Raum.

Grünen-Ratsmitglied Robert Lorenz gab den Hinweis, zunächst mit dem Landkreis durch eine Bauvoranfrage zu klären, ob ein Neubau überhaupt genehmigt würde, da beide Standorte Außenbereich sind: „Wir schießen uns sonst selber ins Knie.“

Vor der Entscheidung über das weitere Vorgehen soll jetzt das zunächst geklärt werden.


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