12.03.2013, 10:25 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Aufklärungsquote 56,9 Prozent Polizei GMHütte: Zahl der Straftaten 2012 gestiegen

<em>Jahresstatistik 2012</em> vorgestellt: Polizeirätin Sinnika Schneider (rechts), seit Oktober Leiterin des Polizeikommissariats GMHütte, und Erster Kriminalhauptkommissar Thomas Schnorfeil (links), Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, mit der Übersicht zum Straftatenaufkommen 2002 bis 2012. Foto: Uwe LewandowskiJahresstatistik 2012 vorgestellt: Polizeirätin Sinnika Schneider (rechts), seit Oktober Leiterin des Polizeikommissariats GMHütte, und Erster Kriminalhauptkommissar Thomas Schnorfeil (links), Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, mit der Übersicht zum Straftatenaufkommen 2002 bis 2012. Foto: Uwe Lewandowski

Georgsmarienhütte. Einen Anstieg der registrierten Straftaten um rund zehn Prozent auf 5476 Fälle weist die Kriminalstatistik 2012 für die insgesamt neun Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats GMHütte aus. Vor allem bei Diebstahl-Delikten sind die Zahlen im vergangenen Jahr zum Teil deutlich gestiegen.

Polizeirätin Sinnika Schneider, seit Oktober vergangenen Jahres Leiterin des neben der Hüttenstadt, Hagen sowie Hasbergen für den gesamten Südkreis zuständigen Kommissariats: „Die Kollegen haben gute Arbeit geleistet. Wir verzeichnen zwar diesmal ein Plus bei den Straftaten, aber in der Zehn-Jahres-Übersicht ist das 2012 registrierte Aufkommen der drittniedrigste Wert.“ Seit Ende der 90er-Jahre ist die Zahl der Taten von knapp 7000 auf unter 5000 Fälle in 2011 zurückgegangen.

Auf einem weiterhin hohen Niveau bewegt sich die Aufklärungsquote, die in den letzten Jahren von 47 auf knapp 60 Prozent gestiegen ist: Mit 3115 Fällen sind 138 Straftaten mehr aufgeklärt worden als im Vorjahr 2011 (2977). Da hat die Aufklärungsquote 59,91 Prozent betragen. Für 2012 sind es wegen der gestiegenen Straftaten 56,88 Prozent.

Diebstahl: Hier ist insgesamt mit 2137 Fällen eine Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu registrieren. Kriminal- und Ermittlungsdienst-Leiter Thomas Schnorfeil: „Das ist uns eine unerfreuliche Entwicklung. Wir sind hier natürlich massiv dran, um eventuelle Tätergruppen zu ermitteln, setzen hier aber auch auf gezielte Informationen der Bürger, wie sich zum Teil mit relativ einfachen Mitteln Täter abschrecken lassen.“

Einer der Brennpunkte sind die Wohnungseinbrüche, deren Zahl im vergangenen Jahr von 145 (2011) auf 203 (plus 40 Prozent) zugenommen hat. Der Anstieg relativiert sich beim Blick auf die Langzeitentwicklung: Im Jahr 2010 waren hier noch 264 Fälle gemeldet worden. Ein deutliches Plus (8,52 Prozent) ist auch bei den Fahrraddiebstählen zu verzeichnen. Nach 352 Fällen in 2011 hat es jetzt 382 Anzeigen gegeben. Ein Niveau, das jedoch deutlich unter den Vergleichszahlen von 2005 (598 Taten) und 2006 (653) liegt. Sogar um rund das Eineinhalbfache sind die Pkw-Aufbrüche im vergangenen Jahr nach oben gegangen. 239 Fälle nach 93 registrierten Schadensmeldungen 2011. Auch hier ist dies aber kein Vergleich mit der Situation vor einigen Jahren, wo die Zahlen sich bei mehr als 400 Fällen bewegten.

Rohheitsdelikte: Hier sind jeweils leichte Steigerungen zu verzeichnen. Bei den Körperverletzungen gibt es eine Zunahme von neun Prozent. 512 Fälle weist die Statistik für das vergangene Jahr aus (2011: 469). Besonders hoch ist hier die Aufklärungsquote, die wie im Vorjahr bei 94 Prozent liegt. Gleiches gilt auch bei den Bedrohungen, wo der oder die Täter in 88 Prozent der 149 gemeldeten Fälle ermittelt wurden. Schnorfeil: „Hierunter fallen auch die Fälle von Cyber-Mobbing.“ Das sind die Fälle, bei denen jemandem im Internet mit einer Tat gedroht wird. Die Zahl der Stalking-Anzeigen ist 2012 auf 39 gestiegen (2011: 31). Hier liegt die Aufklärungsquote bei 90 Prozent. Ein hohes Niveau ist bei Fällen häuslicher Gewalt erreicht worden. 229 Einsätze sind hier verzeichnet (2011: 202), die zu 170 Strafverfahren sowie 18 Wegweisungen geführt haben. Für Kommissariatsleiterin Sinnika Schneider ist die Entwicklung der Zahlen auch Ausdruck eines veränderten Anzeigeverhaltens sowie des gestiegenen Vertrauens zur Polizei mit den entsprechenden Netzwerken.

Betrugsfälle: Bei Vermögensdelikten und Betrug, die heute einen Anteil von rund 20 Prozent an den Gesamtstraftaten haben, wird mit 1112 Fällen der zweithöchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich registriert. Schwerpunkte sind hier Warenkredit- und Leistungskreditbetrug. Die Aufklärungsquote beträgt 85 Prozent.

Aktuelle Trends: Mit 25 Straftaten ist die Zahl gemeldeter Fälle zum Nachteil älterer Menschen wie zum Beispiel durch den Enkeltrick bis Februar schon fast auf dem Niveau von 2012 (31).


0 Kommentare