12.04.2015, 20:02 Uhr

Konzept in GMHütte geht auf Rock und Kirmes: Hüttenmarkt zieht Tausende


Georgsmarienhütte. Kirmes, Kleinkunst und ganz viel Rock’n’Roll: Das war der 32. Hüttenmarkt. Insbesondere am Freitag und Sonntag lockte das sonnige Wetter zahlreiche Besucher an die Hindenburgstraße. Dank der neuen Rockbühne samt „Rock Battle“ kamen in diesem Jahr auch wieder vermehrt junge Leute zum traditionellen Stadtteilfest.

Die Rockbühne am oberen Ende der Hindenburgstraße war die große Neuerung beim Hüttenmarkt. Hier fand am Freitagabend erstmals ein „Rock Battle“ statt, bei dem fünf Bands aus Stadt und Landkreis Osnabrück gegeneinander antraten. Der Hauptgewinn: ein Auftritt auf dem „Hütte Rockt“-Festival Ende August. Jeweils 20 Minuten Zeit hatten die Bands, um das Publikum und die vierköpfige Jury mit Holger Gechter (Timezone Records Osnabrück), Marius Kleinheider (Hütte-Rockt-Vorsitzender), Olaf Claudepierre (Soundkitchen Georgsmarienhütte) und Johannes Börger (Kulturreferent der Stadt Georgsmarienhütte) zu überzeugen.

Matrosen und Quickie

Nachdem das Los über die Reihenfolge der Auftritte entschieden hatte, betraten zunächst „Reena & the Monarks“ die Bühne. Die Band im Matrosenoutfit schaffte es, ganze acht Songs in ihr Set zu packen, darunter eine besonders flotte Version von „These Boots Are Made for Walking“. Mit seinem fetzigen Rockabilly ließ das Quintett die Fünfzigerjahre wiederaufleben und brachte die Zuhörer gleich zum
Mitwippen. „Die Band Heimspiel“ nahm die recht kurze Auftrittszeit ebenfalls sportlich: „Ein Quickie ist doch auch mal ganz schön“, erklärte Sänger Uwe Diekhoff. Die Bad Iburger spielten temporeichen, deutschsprachigen Rock, den sie durch Stimmeffekte, Synthie-Sounds oder auch eine Prise Funk anreicherten.

„Snakeshit on a Plane“

Wäre der Name Programm, hätten sich „Die Gewinner des heutigen Abends“ ihren Auftritt glatt sparen können. Die Gruppe aus Osnabrück hatte flotten Indie Rock im Gepäck, den sie mit humorvollen Texten paarte – darunter das Liebeslied „Car Boy“, das Sänger und Gitarrist Ingo Witte für sein Fahrrad geschrieben hat. Über einen starken Rückhalt im Publikum konnten sich „Toni Trash“ aus Georgsmarienhütte freuen, die zahlreiche kreischende Teenager vor die Bühne lockten. Das Quartett begann mit einigen geradlinigen Rocksongs, überzeugte jedoch eher mit dem durch Tempowechsel geprägten „Höhenflug“ und dem ohrwurmtauglichen „Wellen und Sturm“. Das Finale bestritten „Snakeshit on a Plane“ aus Osnabrück, die mit ihrem wuchtig-melodiösen Hard Rock und der Röhre von Sängerin Jane Bodega sowohl von der Lautstärke als auch von der Attraktivität her problemlos gegen das Hüttenmarkt-Feuerwerk bestehen konnten. Ob groovende Gitarren, donnernde Drums, Elektrosounds oder ein Hauch Funk – beim Publikum hatte das Quintett schnell einen Stein im Brett. Im Anschluss hatten Jury und Zuhörer schließlich die Qual der Wahl. Mit einem Dezibelmessgerät ausgestattet, betraten Marius Kleinheider von „Hütte Rockt“ und Katharina Hummert vom Kulturbüro der Stadt die Bühne und maßen, wie vernehmbar die Zuneigung der Besucher zu ihrer Lieblingsband ist. Während „Reena & the Monarks“ mit einer Beifalllautstärke von 93,1 Dezibel abgeschlagen auf dem fünften Platz landeten, lieferten sich die anderen Bands ein knappes Rennen. Publikumsliebling wurde „Toni Trash“ (102,9 dB), gefolgt von „Snakeshit on a Plane“ (102,6 dB), „Die Band Heimspiel“ (102 dB) und „Die Gewinner des heutigen Abends“ (101,5 dB).

Zusammen mit der Jurywertung ergab dies folgendes Endergebnis: den 5. Platz erzielten „Reena & the Monarks“, den 4. Platz „Die Gewinner des heutigen Abends“. Platz drei und ein 300-Euro-Gutschein für Musik Produktiv ging an „Die Band Heimspiel“, während sich „Toni Trash“ über den 2. Platz und ein Wochenende im Soundkitchen-Studio freuen dürfen. Den 1. Platz belegten „Snakeshit on a Plane“, die somit das „Hütte Rockt“-Festival eröffnen werden.

Kinderschminken und Zauberer

Auch am Samstag ging es rockig weiter mit dem „Hütte Rockt meets Hüttenmarkt“-Abend, bei dem die Bands „Indeft“, „Basement Apes“ und „Taiga“ die Besucher begeisterten. Auf der Bühne am Salon Wörmann-Kramer rockte derweil die Coverband „Back to the Roots“, während die Partyband „Hangover“ im Kolpinghaus für Stimmung sorgte. Tausende Besucher schoben sich am warmen Sonntag die Hindenburgstraße entlang. Insbesondere Familien nutzten das Angebot, etwa von der AwoO, die Kinderschminken, diverse Spiele und eine Kletterwand im Programm hatte. Bei Zauberer Frank Boss durften die Kleinen selbst zu Magiern werden und allerlei Gegenstände in eine Box zaubern, von der Möhre bis zur Stinkesocke. Katharina Hummert vom Kulturbüro der Stadt zeigte sich zufrieden mit dem diesjährigen Hüttenmarkt.

Viele junge Besucher

Die neue, rockige Ausrichtung sei bei den Besuchern gut angekommen: „Wir hatten erheblich mehr junge Leute als in den anderen Jahren.“ Während diese oft gezielt zur Rockbühne gegangen seien, hätten sich die Älteren vor allem für die Siebzigerjahre-Band „Glam Jam“ am Freitag begeistert. „Es war eine gute Mischung“, so Hummert. Die Stadt will das Konzept in Zukunft weiter etablieren, und auch eine Neuauflage des „Rock Battle“ ist im Gespräch. Hummert: „Ich habe bisher nur Positives darüber gehört. Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen.“


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