03.11.2014, 17:45 Uhr

Nach Tod einer 34-Jährigen GMHütte: Keine Handhabe bei Wohnungsprostitution

Das Haus an der nördlichen Oeseder Straße, das noch einmal in den Blickpunkt geraten ist. Foto: Elvira PartonDas Haus an der nördlichen Oeseder Straße, das noch einmal in den Blickpunkt geraten ist. Foto: Elvira Parton

Georgsmarienhütte. Das Problem der Wohnungsprostitution in GMHütte ist durch den Tod einer 34-Jährigen, die vor zehn Tagen in einem gegenüber dem Haller-Willem-Haltepunkt gelegenen Haus leblos aufgefunden worden ist, wieder in den Blickpunkt gerückt. Die Stadt will die Situation jetzt neu überprüfen.

Große Hoffnungen, auf rechtlichem Weg etwas gegen solche erotischen Vergnügungsangebote erreichen zu können, gibt es im Rathaus aber nicht. Bärbel Lührmann, Fachbereichsleiterin Ordnungswesen: „Uns sind da in der Regel leider die Hände gebunden, da die Ausübung des sogenannten ältesten Gewerbes der Welt nicht unter das Gewerberecht fällt und in als Mischgebieten ausgewiesenen Bereichen auch grundsätzlich nicht verboten ist.“ Nur in einem reinen oder allgemeinen Wohngebiet habe die Kommune eine Handhabe.

Die Möglichkeit, an der Oeseder Straße einzuschreiten, sei nur gegeben, wenn aus dem Umfeld Anzeigen wegen Ruhestörung oder anderer Vorkommnisse vorlägen. In dieser Hinsicht habe es seit Frühjahr 2011 – der Zeitpunkt, ab der am nördlichen Ende des nördlichen Zentrumsbereichs ein Eingang für Rotlicht-Kunden eingerichtet worden ist – aber keine Auffälligkeiten gegeben. Lührmann: „So ist leider die Realität.“

Das wird auch von der Polizei bestätigt. Polizeioberrätin Sinikka Schneider, Leiterin des GMHütter Polizeikommissariats: „An der Stelle liegt keine Situation vor, über die wir uns wirklich Sorgen machen.“

Zuletzt ist nach Angaben der Stadt 2012 eine größere Überprüfung der Zustände in einer Aktion mit dem Zentralen Kriminaldienst aus Osnabrück erfolgt. Ergebnis: Die Papiere der angetroffenen Servicedamen waren in Ordnung, und alle haben auf Nachfrage erklärt, dass sie der Tätigkeit freiwillig nachgehen.

Auch an einer zweiten Stelle gibt es keine Möglichkeit, ein Verbot durchzusetzen: an der Brunnenstraße in Alt-Hütte, wo das Kontaktgeschäft in umgebauten früheren Garagen betrieben wird.

In Oesede wird die Stadt nach dem Todesfall am vorletzten Wochenende jetzt mit dem Landkreis, der bauordnungsrechtlich zuständig ist, noch einmal kritisch auf die Situation schauen.


0 Kommentare