22.09.2014, 17:09 Uhr

Hundehalter in Sorge Giftköder in Georgsmarienhütte ausgelegt?

Eva-Maria Loose hat den Verdacht, dass ihr Hund Ronja an ausgelegten Giftködern verendet ist. Foto: Petra PieperEva-Maria Loose hat den Verdacht, dass ihr Hund Ronja an ausgelegten Giftködern verendet ist. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Eva-Maria Loose aus Holzhausen ist traurig und wütend zugleich: Sie geht davon aus, dass ihr Hund Ronja, ein zwölfjähriger Black-Manchester Jagdterrier, an einem Giftköder gestorben ist.

„Ich musste das Tier am Montag einschläfern lassen, nachdem es zwei Wochen lang immer wieder erbrochen und Erde gefressen hat“, klagt die 60-jährige Holzhauserin. „Dabei war Ronja vorher immer fit wie ein Turnschuh.“ Der behandelnde Tierarzt habe keine Erklärung für die schwere Erkrankung des Jagdhunds gefunden, sie aber befragt, ob er etwas Ungewöhnliches gefressen habe; es gebe Gifttropfen, die erst nach mehreren Tagen ihre Wirkung entfalten würden.

Da die Hundehalterin im Vorfeld beobachtet hatte, aber nicht verhindern konnte, dass Ronja einen undefinierbaren „dunklen Klumpen“, vielleicht „mit Gifttropfen versetztes Schwarzbrot mit Leberwurst“ verschlungen hatte, ist sie überzeugt, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Dass in den vergangenen Wochen immer wieder tote Mäuse und auch eine tote Taube am Rand des unbebauten und teilweise mit hohem Gras bewachsenen Nachbargrundstücks „Im Patkegarten“ lagen, bestärkt ihren Verdacht. Deshalb schlägt sie nun Alarm und hat das Ordnungsamt informiert. „Wenn tatsächlich jemand Gift auslegt, ist das unverantwortlich – schließlich laufen hier nicht nur Hunde, hier spielen auch kleine Kinder“, empört sich Loose.

Bärbel Lührmann, Leiterin des Ordnungsamts Georgsmarienhütte: „Solchen Hinweisen gehen wir natürlich sofort nach. Eine Gefährdung von Mensch und Tier muss verhindert werden.“ Sie habe noch am gleichen Tag einen Außendienstmitarbeiter zur Kontrolle hergeschickt, der jedoch den Verdacht zunächst nicht bestätigen konnte. „Wir werden auch in den nächsten Tagen und Wochen zu verschiedenen Tageszeiten die Situation beobachten und gegebenenfalls handeln“, unterstreicht Lührmann.

Es sei verboten, auf frei zugänglichen Plätzen Gift gegen Schädlinge auszulegen. Nur wenn ein Grundstück hoch umzäunt und abgeschlossen sei, könne man in dieser Hinsicht aktiv werden. Etwas anders liege die Situation, wenn die Stadt selbst auf öffentlichen Plätzen einen ausgebildeten Schädlingsbekämpfer beauftrage. Ein Profi arbeite aber so, dass weder Vögel noch Hunde oder gar Menschen gefährdet würden.

Wenn Eva-Maria Loose den begründeten Verdacht habe, dass der Hund an Gift gestorben sei, solle sie eine Strafanzeige bei der Polizei stellen, die dann weitere Ermittlungen aufnehmen werde. Bei der Polizei, so Oberkommissar Klaus Suerkamp, sei bislang keine Anzeige eingegangen: „Wir haben ganz selten, höchstens einmal pro Jahr, derartige Anzeigen.“

Vor zwei Jahren hatte die Polizei in Georgsmarienhütte schon einmal nach einem Hundevergifter gesucht.


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