15.08.2011, 08:31 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Die „unbekannte Schöne“ Tag der offenen Tür lockte Hunderte Neugierige zum Gut Osthoff in GMHütte

Architekt Christian Kolde erläutert den Besuchern die Geschichte des Gutes Osthoff. Foto: Egmont SeilerArchitekt Christian Kolde erläutert den Besuchern die Geschichte des Gutes Osthoff. Foto: Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. „Privat. Verbotener Weg“. Das Schild am Eingangstor konnten Hunderte Besucher am Sonntag getrost ignorieren. Die Eigentümergemeinschaft von Gut Osthoff hatte für das Gelände und die Gebäude einen Tag der offenen Tür ausgerufen.

Am Vormittag hatte es in Strömen geregnet, eigentlich keine gute Voraussetzung für den Besuch eines ehemaligen Rittergutes. „Um zehn Uhr stand schon das erste Dutzend Menschen vor der Tür. Wir waren doch ein wenig überrascht“, gab Architekt Christian Kolde zu. Der neue Hausherr des in Teilen über 500 Jahre alten Gutshauses hielt die Tür an diesem Tag weit auf und freute sich über jeden, der kam.

Zusammen mit Inge Becher, der Leiterin des Museums Villa Stahmer, führte er die Besucher durch einen Teil der Räumlichkeiten im Parterre. Noch ist vieles dort in reparaturbedürftigem Zustand, doch die Pracht der ehemaligen Ausstattung ist überall sichtbar. Offene Kamine, Stofftapeten und Stuckdecken zeugen vom Wohlstand der Vorbesitzer.

Die Museumsleiterin hat gemeinsam mit Klaus Schafmeister eine kleine Schrift über die Geschichte des Ritterguts verfasst. Somit konnte sie aus dem Vollen schöpfen, wenn sie die Gruppen Neugieriger vom Foyer in eines der repräsentativen Empfangszimmer führte. „Nach Kriegsende war hier die regionale Militärkommandantatur der Briten untergebracht. Der Lebensart ihrer Offiziere geschuldet, wurden draußen auf dem Gelände immer wieder Pferdeschauen und Militärparaden veranstaltet.“

Becher und Schafmeister nennen das Gut „unbekannte Schöne“. Und genauso verhält es sich. Selbst alteingesessenen GMHüttern sind der Park und das Innere des Hauses fremd.

Die lange Reihe der Besitzer, unter ihnen auch der Fabrikant Ernst Stahmer und dessen Nachfolger Robert Jaffée, hatte durch die Jahre vermieden, der Bevölkerung einen Einblick in das Refugium zu gewähren.

Das soll mit Einschränkungen auch in Zukunft so bleiben. Die neuen Eigentümer hatten aus diesem Grunde einen Tag der offenen Tür anberaumt. „Wer will, kann heute seine Neugier stillen, bevor er später über die Zäune gucken muss“, sagte Kolde, der im oberen Stockwerk des Herrenhauses wohnen will und dort natürlich sein Privatleben leben möchte. Weiterhin zählen ein Landschaftsarchitekt, ein GMHütter IT-Unternehmen und der Hagener Pferdesportunternehmer Ulrich Kasselmann zu der Gruppe, die dem Rittergut wieder Leben einhaucht. Bürgermeister Ansgar Pohlmann sieht eine Abschottung der neuen Besitzer nur bedingt. „Teile des im englischen Stil angelegten Landschaftsgartens werden wieder zugänglich. Und im Haus können Räume für Veranstaltungen wie Hochzeiten angemietet werden.“ Damit das Gelände für die Bürger besser erreichbar ist, will die Stadt im Bereich an der B51 sowie in Malbergen zwei Parkplätze anlegen.


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