23.04.2017, 09:00 Uhr

Kuscheln ist wichtig Beestener Hebamme betreut Eltern und Kind auch nach Geburt

Bei der Nachbetreuung kontrolliert Hebamme Stefanie Gels-Ungruh unter anderem das Gewicht des Babys, hier vom kleinen Felix Kamping aus Freren. Foto: KampingBei der Nachbetreuung kontrolliert Hebamme Stefanie Gels-Ungruh unter anderem das Gewicht des Babys, hier vom kleinen Felix Kamping aus Freren. Foto: Kamping

Freren. In den ersten zwölf Wochen nach der Geburt haben Mütter Anspruch auf eine Nachbetreuung durch eine Hebamme. Stefanie Gels-Ungruh aus Beesten, selbst als Hebamme tätig, erzählt, was diese Betreuung umfasst.

„Bei der Nachbetreuung, auch Wochenbettbetreuung genannt, geht es um Mutter, Kind und Familie“, erklärt Gels-Ungruh. Dies wird, genauso wie weitere vereinzelte Termine in der Stillzeit, von den Krankenkassen übernommen. Dafür kommt die Hebamme zu den Eltern nach Hause. „Als Erstes frage ich immer nach Problemen“, sagt die Beesternerin. Dazu gehöre auch eine regelmäßige Untersuchung des Kindes, zum Beispiel die Kontrolle des langsam abheilenden Bauchnabels, des Gewichts, der Ausscheidungen sowie die Frage nach dem Schlafrhythmus. „Es geht einfach darum, den allgemeinen Gesundheitszustand des Babys zu prüfen“, sagt die Hebamme.

Kuscheln für eine starke Bindung

Was mache ich, wenn mein Kind Blähungen hat und wie reagiere ich, wenn mein Kind krank ist, seien häufig gestellte Fragen der Eltern. Gels-Ungruh hat die passenden Antworten: „Sollte das Kind krank sein, empfehlen sich zunächst einmal Haus- und pflanzliche Mittel, bevor man auf eine medikamentöse Behandlung eingeht.“ Und auch, dass Säuglinge des Öfteren kalte Hände haben, sei nichts Ungewöhnliches. Eltern sollten darauf achten, dass Kopf und Füße nicht auskühlen. Das Wichtigste ist, laut der Hebamme, aber etwas ganz anderes: Das sogenannte Bonding – üblicherweise unter einem anderen Begriff bekannt: „Eltern sollten mit ihrem Baby kuscheln, vor allem in den ersten acht Wochen, also der gängigen Wochenbettzeit“, rät Gels-Ungruh. Insbesondere, um zunächst etwas Ruhe in das Familienleben zu bringen und im Eltern-Darsein anzukommen, spiele das Kuscheln eine wichtige Rolle.

Auf die Ernährung achten

Doch geht es außer dem Neugeborenen auch um die Eltern, besonders um die Mutter. Auch diese wird – zusätzlich zu gynäkologischen Untersuchungen – von Gels-Ungruh begutachtet. „Ich kontrolliere beispielsweise die Brustwarzen auf Entzündungen, die Rückbildung der Gebärmutter, den Beckenboden und frage nach Dingen, wie der Verdauung und dem Wasserlassen.“ Auch die Ernährung sei, vor allem für Mütter in der Stillzeit, ein wichtiges Thema. Während es vor einigen Jahren noch eine Liste an Nahrungsmitteln gab, die für stillende Mütter ungeeignet seien, ist das Ganze heute etwas gelockert worden, meint Gels-Ungruh. Diejenigen Lebensmittel, auf welche die Mutter beispielsweise mit Blähungen reagiert, sollten weggelassen werden, so der Rat der Hebamme. Wichtig aber sei, gut und regelmäßig zu essen, da der Säugling über das Stillen alle wichtigen Nährstoffe zu sich nimmt.

Väter anfangs oft unbeholfen

Aber auch die Väter sollen nicht außer Acht gelassen werden. So sind die Väter in der ersten Zeit der Nachbetreuung beim Besuch der Hebamme anwesend. Schließlich geht es anfänglich um alltägliche Dinge, wie das erste Baden des Babys. „Es geht aber auch um das Handling, also die Frage, wie ich ein Baby am besten halte. Gerade Väter sind da in der Anfangsphase manchmal etwas unbeholfen und ängstlich“, weiß die Beestenerin aus Erfahrung.

Neben der zusätzlichen Unterstützung der noch nicht ausgebildeten Nackenmuskulatur des Kindes, sei auch die Kinesiologie ideal für das Kind. „Das bedeutet nichts Anderes, als das Kind über seitliche Bewegungen zu halten“, erklärt Gels-Ungruh. Vor allem, um den bei Säugligen viel besagten und manchmal schmerzhaften Blähungen entgegenzuwirken, sei das seitliche Halten eine ideale Position.


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