19.10.2016, 07:03 Uhr

Leben auf viel zu großem Fuß Bildungskampagne „Fair Future II“ in Emsbüren

Schulleitung, Moderatoren und Sponsoren versprechen sich viel von der ökologischen Bildungskampagne „Fair Future II – Der Ökologische Fußabdruck“ an der Liudger-Realschule in Emsbüren: (von links) Reinhold Gels, Bernhard Overberg, Rald Viefhues, Jonas Laß und Hermann-Josef Pieper. Foto: Anne BremenkampSchulleitung, Moderatoren und Sponsoren versprechen sich viel von der ökologischen Bildungskampagne „Fair Future II – Der Ökologische Fußabdruck“ an der Liudger-Realschule in Emsbüren: (von links) Reinhold Gels, Bernhard Overberg, Rald Viefhues, Jonas Laß und Hermann-Josef Pieper. Foto: Anne Bremenkamp

Emsbüren Was ist eine gerechte Zukunft? Haben nicht alle Menschen eine solche verdient? Und wie kann jeder einen Beitrag dafür leisten, dass Mutter Erde auch für kommende Generationen ein Ort zum Leben bleibt? Solch existenziellen Fragen sind im Rahmen der Multivision „Fair Future II – Der Ökologische Fußabdruck“ mehr als 300 Schüler der Liudger-Realschule in Emsbüren nachgegangen. Unterstützt wurde das Umweltbildungsprojekt vor Ort vom Landkreis Emsland, der Gemeinde Emsbüren, dem Wasserverband Lingener Land und der Oldenburgischen Landesbank.

„Wenn alle Menschen dieser Erde so leben würden wie wir in Deutschland, bräuchten wir drei Planeten. Wir leben auf viel zu großem Fuß“, unterstrichen die Moderatoren Jonas Laß und Fabian Delong von der bundesweiten Bildungskampagne unter dem Motto „Global denken – nachhaltig handeln“. Denn in einer begrenzten Welt ist kein ungebremstes Wachstum möglich. Dennoch werden Ressourcen der Erde gnadenlos ausgebeutet. Mehr als sieben Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde, aber nur ein Viertel von ihnen lebt in den reichen Industrieländern. Dieses Viertel beansprucht mit seinem Lebensstil 75 Prozent der weltweiten Ressourcen für sich und ist für den Raubbau, den Klimawandel und das Artensterben verantwortlich. Der deutlich überwiegende Teil der Weltbevölkerung erfährt von dem, was der Natur entrissen wird, keinerlei Nutzen, dafür aber umso mehr Leid, Hunger, Armut und Elend.

Dem Thema annähern und Haltung zeigen

„Wie schaffen Sie es, sich jeden Tag mit dem Thema zu beschäftigen, ohne Angst zu bekommen“, fragte eine zutiefst beeindruckte Schülerin nach der unter die Haut gehenden Multimediapräsentation, die von „Oxfam Deutschland“ und dem „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie“ entwickelt wurde. „Angst treibt einen in die Fänge derer, die einfache Antworten auf viel zu komplexe Fragen haben. Man muss sich dem Thema annähern, Kreativität entwickeln und Haltung zeigen. Veränderung braucht Ideen“, verwies Jonas Laß insbesondere auf die problematischen Schwerpunktfelder Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum.

Ideen für jeden Einzelnen

Auch Bürgermeister Bernhard Overberg appellierte in einem Grußwort an die Jugend: „Ökologische Nachhaltigkeit spielt eine übergeordnete Rolle. Ihr alle könnt dazu beitragen, die Zukunft auf der Erde fair zu gestalten!“ In einer vertiefenden Diskussion äußerten die Schüler abschließend viele Ideen, wie jeder Einzelne im  Alltag bewusst etwas verändern kann, um das Klima zu schützen und Ressourcen zu schonen: mehr Fahrrad, Bus und Zug fahren, weniger Fleisch essen, Fair-Trade-Produkte kaufen oder einfach mal das Licht ausschalten – damit einem ein Licht aufgeht, bevor es dunkel wird.  

Mehr aus Emsbüren lesen Sie in unserem Ortsportal.


0 Kommentare