15.09.2016, 08:41 Uhr

Serie Tierwelten NOZ-Leser besuchen Springreiter Tebbel in Emsbüren


Emsbüren. Den Turnier- und Handelsstall sowie die EU-Deckstation des Springreiters René Tebbel in Emsbüren haben jetzt 30 Pferdefreunde von Papenburg bis ins westfälische Lotte im Rahmen unserer Serie „Tierwelten“ kennengelernt.

„Ich mag einfach Pferde“, begründete Ute Horstmann aus Meppen ihren Besuch auf dem Hof des dreifachen Deutschen Meisters und heute für die Ukraine startenden Springreiters René Tebbel. Horstmann, die vor Jahren als Kind selbst im Sattel saß, war ganz einfach neugierig. „Ich wollte den Hof einfach mal mir ansehen. Es war sehr interessant“, hatte sie vorher nie gedacht, wie „vielfältig die Arbeitsabläufe auf so einem Hof sind, was dazu gehört, bis ein Pferd bis ganz oben im Sport ankommt“. Fasziniert sagte die Meppenerin: „Wie sauber hier alles ist“.

Tebbel: Es steckt viel Arbeit drin

Begrüßt wurden die Besucher durch Hausherr René Tebbel und Bettina Müller vom Event-Marketing der NOZ. Tebbel führte die Besucher zunächst über die Stallgasse mit den eigenen Hengsten und erzählte, dass die jungen Hengste dreimal am Tag gefüttert werden. „Es steckt viel Arbeit drin, bis die Junghengste das machen, was wir von ihnen erwarten“, erläuterte er, wie sich seine Hengste für die Körung und Zulassung für die verschiedenen Zuchtverbände vorbereiten und qualifizieren müssen. „Dieses Jahr stellen wir sechs Hengste zu Körungen vor. Davon schaffen vermutlich 60 bis 70 Prozent die Körung“.

Täglich 40 bis 50 Pferde reiten

Bei den vier- und fünfjährigen Pferden meinte Tebbel: „Hier sind auch die Pferde dabei, die die Körung nicht geschafft haben. Wir hoffen, dass bei diesen jungen Pferden gute Springpferde dabei sind, um sie in den Sport verkaufen zu können.“. Zurzeit reiten mit René Tebbel, seinen Kindern Maurice und Justine sowie Philip Bölle und der Praktikant Alex Bousier (Frankreich) fünf Personen täglich 40 bis 50 Pferde. Hilfe erfahren sie durch einige Pferdepfleger. „Da wir in der Familie zu dritt reiten, müssen wir schon die Pferde selbst züchten und ausbilden. Sonst ist das finanziell nicht zu schaffen“.

Spitzenpferde zum Streicheln

Natürlich durften die Besucher hautnah die Spitzenpferde wie Chaccos Son oder Evolution von der Stallgasse aus begrüßen und liebevoll streicheln. „Hochleistungspferde werden zweimal am Tag für etwa 45 Minuten geritten oder bewegt“, antwortete Tebbel auf Fragen nach der Trainingsintensität. Auch die Reithalle des Hofeswurde genau begutachtet und Fragen zur Bodenbeschaffenheit gestellt. „Die Arbeit mit Pferden ist ein Fulltimejob und oft harte Arbeit“, so Tebbel.

Arbeitszeiten wie in jeder Firma

Die Besucher waren überrascht, dass auch in einem so großen Reit- und Ausbildungsstall wie Tebbel Arbeitszeiten herrschen wie in jeder anderen Firma. Zumal auch noch ein Hof mit Zuchtstuten außerhalb der Hauptanlage betrieben wird. Auf den beiden Außenspringplätzen demonstrierte Alex Bousier ein Springtraining. Danach stellten Maurice Tebbel und Philip Bölle an der Hand drei Hengste aus der EU-Deckstation vor.

Ein sauber strukturierter Betrieb

Die Deckstation selbst erklärte die Leiterin Carmen Freise. Dabei durften die Besucher auch durch ein Mikroskop Spermien im Hengstsperma aufspüren. Bei Grillwurst und kalten Getränken wurde anschließend noch lange mit den Hofangestellten gefachsimpelt. „Es hat Spaß gemacht, die Leute waren unheimlich interessiert“. Margret und Reinhard Heskamp aus Thuine lobten: „Ein sauber strukturierter Betrieb. Einfach fantastisch die wahnsinnige Sauberkeit auf dem ganzen Gelände. Man merkt, wie die Familie Tebbel Pferde liebt“. Andrea Schleimer, die mit Tochter Leoni eigens aus Georgsmarienhütte angereist war, schwärmte von der „familiären Atmosphäre“, die sie auf dem Hof gespürt habe. Tochter Leoni war einfach hin und weg von den tollen Hengsten, ganz besonders vom vierjährigen Schimmel Special Effect.


1 Kommentar