18.09.2013, 12:09 Uhr

Marc Hofstee leitet Verband Emsbüren: Kinderreiche Familie ist glücklich

<em>Vater und Mutter mit sechs Kindern</em> beim Abendbrot, ein heute eher seltenes Bild. Marc, Jonathan, Sara-Marie, Lennart, Laurien, Julian, Elisa und Andrea Hofstee (von links) fühlen sich wohl in ihrer Großfamilie und sind glücklich. Foto: Heinz KrüsselVater und Mutter mit sechs Kindern beim Abendbrot, ein heute eher seltenes Bild. Marc, Jonathan, Sara-Marie, Lennart, Laurien, Julian, Elisa und Andrea Hofstee (von links) fühlen sich wohl in ihrer Großfamilie und sind glücklich. Foto: Heinz Krüssel

Emsbüren. „Sechs Kinder, das ist ja fast schon asozial.“ Solche Sprüche kennt Marc Hofstee aus Emsbüren, Vater von sechs Kindern, schon zur Genüge. Seit Kurzem ist der Bankkaufmann Landesvorsitzender des „Verbandes Kinderreicher Familien in Niedersachsen“ (KRFD).

Im Verband , der vor zwei Jahren auf Bundesebene gegründet worden ist, können Familien mit drei und mehr Kindern Mitglied werden. Es wird kein Mitgliedsbeitrag erhoben.

„Wir wollen dafür kämpfen, dass Großfamilien in Zukunft weder als phänomenal noch als asozial angesehen werden, sondern einfach als normal“, sagt der 36-jährige Bankbetriebswirt und Mitarbeiter der Volksbank Süd-Emsland in Emsbüren.

Gemeinsam mit Ehefrau Andrea und den Kindern Julian (13 Jahre), Laurien (11), Sara-Marie (9), Elisa (5), Jonathan (3) sowie Nesthäkchen Lennart (1) bewohnt Marc Hofstee ein eigenes Einfamilienhaus in Emsbüren.

„Als wir vor einigen Jahren das Haus geplant haben, waren zwei Kinder da; inzwischen wurde umgebaut und das Dachgeschoss mit einbezogen, sodass fünf Kinderzimmer vorhanden sind“, weist Hofstee in einem Gespräch mit unserer Zeitung auf einen besonderen Aspekt hin: Viele kinderreiche Familien haben große Probleme, geeigneten Wohnraum zu finden. In solchen Fällen bietet der Verband auf Wunsch seine beratende Unterstützung an.

„Wir haben uns ganz bewusst für die Großfamilie entschieden und sind sehr glücklich“, betont die 35-jährige Andrea Hofstee, Beamtin beim Landkreis Emsland. Die Elternzeit nutzt sie für die Betreuung der Kinder. Auf einen Krippenplatz wird ausdrücklich verzichtet.

Sie versteht sich als „Familienunternehmerin“ für ihre sechs Kinder. Damit gehören „Mitarbeiterführung“, Motivation und Problemlösung zum Arbeitsalltag im Familienleben. Da muss tagtäglich vieles organisiert und gemanagt werden. Dazu gehört auch, dass die „Großen“ mal mit anpacken und sich um die kleineren Geschwister kümmern. „Das funktioniert bei uns hervorragend“, blickt Andrea Hofstee beim Abendbrot voller Anerkennung auf ihre „Super-Mannschaft“. Natürlich ist die Familie dankbar, dass auch die Omas und Opas sowie die Familie sich bei Bedarf mit einbringt, beispielsweise als Babysitter.

Die tägliche Lebenswirklichkeit von Familien werde häufig verkannt und ihre Lebensleistung gesellschaftlich nicht ausreichend anerkannt, so die sechsfache Mutter. Wohl keine Familie in Deutschland bekomme aus ökonomischem Kalkül heraus Kinder. Sehr wohl entschieden sich aber immer noch viele Menschen aus ökonomischen Gründen gegen eine Familie, gegen Kinder, vermutet Marc Hofstee.

„Es ist einfach toll zu sehen, wie die Kinder heranwachsen und sich entwickeln“, betont der Familienvater und fügt hinzu: „Bei uns ist immer Leben in der Bude!“

Der Verband kinderreicher Familien (KRFD) konzentriert sich auf große Familien. „Natürlich gehört für uns auch die grundsätzliche Entscheidung für Kinder dazu“, unterstreicht Hofstee.

„In Zusammenarbeit mit vielen Organisationen und weiteren Familienverbänden kämpfen wir für eine positive Grundeinstellung Kindern gegenüber und fördern das ‚Ja‘ zu eigenen Kindern.“

Ein besonderes Anliegen des KRFD ist die gesellschaftliche Umorientierung angesichts der anhaltenden negativen demografischen Entwicklung und die damit einhergehende notwendige Neustrukturierung der Familienförderung, weist Hofstee auf entsprechende Forderungen zur Bundestagwahl hin.

Weitere Informationen:

niedersachsen@kinderreiche-familien.de


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