17.03.2017, 14:46 Uhr

Sonntag um 17 Uhr gegen Ferndorf HSG Nordhorn-Lingen stellt „Rettungsboxen“ auf

Das Bild täuscht: Zuletzt gegen Konstanz sank die HSG Nordhorn-Lingen nicht zu Boden. Foto: ScholzDas Bild täuscht: Zuletzt gegen Konstanz sank die HSG Nordhorn-Lingen nicht zu Boden. Foto: Scholz

Nordhorn. Spiel eins im Euregium nach der Bekanntgabe der finanziellen Schwierigkeiten: Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen hofft gegen Abstiegskandidat TuS Ferndorf (Sonntag, 17 Uhr) auf eine Leistung und Begeisterung wie vor einer Woche in Lingen. Rund um diese Partie sind einige Aktionen geplant.

Ferndorf rangiert aktuell auf dem zweiten Abstiegsplatz und absolvierte nach der Winterpause ein ähnliches Programm wie Nordhorn-Lingen. Fünf Mannschaften aus den Top sieben waren bislang die Gegner. „Sie haben sich immer gut verkauft, aber viele Punkte gelassen“, sagt HSG-Coach Heiner Bültmann. Zuletzt gegen Emsdetten und davor in Konstanz holte Ferndorf zwei wichtige Siege im Kampf um den Klassenerhalt. „Sie kommen sicherlich sehr optimistisch gestimmt und mit breiter Brust zu uns. Sie stehen zwar auf dem Abstiegsplatz. Aber das ist eine gute Mannschaft“, warnt Bültmann vor Überheblichkeit.

Ein Tick Normalität

Groß war die Unterstützung vor Wochenfrist beim 32:17-Kantersieg gegen die HSG Konstanz. 2823 Zuschauer feuerten die Mannschaft in der Emslandarena Lingen an. „Das Spiel mit allem drum und dran in Lingen hat uns gutgetan.“ Dass die Mannschaft trotz der Verletzungssorgen und des Wirbels um die fehlenden 160.000 Euro eine derartige Leistung abgerufen habe, darauf könne man stolz sein, so Bültmann. „Es hat schon geholfen, dass bei uns im Training ein Tick Normalität da ist. Es ist nicht das vorherrschende Thema, auch wenn es natürlich nicht weg ist.“ Aber momentan gelinge es dem Team gut, sich auf das Sportliche zu konzentrieren.

Aktionen am Sonntag geplant

Begleitet wird das kommende Spiel erneut von einigen Aktionen. Nach dem Schlusspfiff werden HSG-Sponsoren auf dem Spielfeld über ihre Beweggründe für ihr Engagement und die Bedeutung der HSG für die Region reden. Während der Partie können die Fans in aufgestellte „Rettungsboxen“ Geld werfen. Auf Wunsch engagierter Anhänger werden die fünf Boxen aufgestellt. Das gespendete Geld wird auf ein extra eingerichtetes Treuhandkonto eingezahlt, die Grafschafter Volksbank kündigte an, den Gesamtbetrag zu verdoppeln. Zudem kann jeder Handball-Interessierte ab sofort auf das Spendenkonto einzahlen (IBAN DE49280699561112357500). Daneben werden Schals und Trikots der HSG verkauft.

Knapper Hinspielerfolg

Hauchdünn mit 22:21 setzte sich die ohne Lutz Heiny, Frank Schumann sowie Matthias Poll angetretene HSG im Hinspiel gegen Ferndorf durch. Im Oktober sicherte sich das Team im vierten Anlauf die ersten Auswärtspunkte. Youngster Yannick Fraatz warf drei Tore, darunter auch das Siegtor. Bültmann: „Wir haben glücklich gewonnen. Nach dem schwachen Saisonstart war das ein bisschen die Wende.“ In der letzten Saison verlor das Zwei-Städte-Team in Ferndorf und spielte zu Hause nur unentschieden.

„Ferndorf hat Qualität“

Doch das Gesicht der Ferndorfer Mannschaft hat sich verändert. Kreisläufer Andreas Heyme fehlte im ersten Aufeinandertreffen verletzungsbedingt. Im Dezember verpflichtete der Klub den Mazedonier Nikola Stojcevski, der zuvor beim schwedischen Erstligaklub HK Drott gespielt hatte. „Er ist wirklich ein ganz starker Spielmacher.“ Zur Rückrunde kam noch der Franzose Michelin Celestin hinzu, weil der etatmäßige Rückraumspieler Florian Baumgärtner komplett nach Gummersbach ging. Er hatte zuvor ein Doppelspielrecht. „Die Mannschaft hat Qualität. Das haben gerade die letzten beiden Spiele gezeigt“, stellt sich Bültmann auf eine harte Gegenwehr ein. „Viel härter als gegen Konstanz.“

Madsen an Schulter verletzt

Aber auch die HSG wird gegenüber dem Hinspiel anders aussehen. Nicky Verjans und Frank Schumann fehlen ebenso wie Lutz Heiny, der schon die erste Begegnung aufgrund seiner Kreuzbandverletzung verpasste. Nicht das HSG-Trikot überstreifen kann Asbjörn Madsen. Ihn plagt eine Schulterverletzung, wodurch er zwei Wochen ausfällt. Weil der personelle Schuh drückt, helfen einmal mehr die bereits zurückgetretenen Nils Meyer und Stephan Wilmsen aus. „Ansonsten sind alle fit. Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen, dass die Halle so voll wird wie am letzten Samstag.“


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