21.04.2016, 15:12 Uhr

Einweihung am 14. August geplant KSB Emsland: Kunstrasenplatz kostet 700.000 Euro

Der Startschuss für den Bau des Kunstrasenplatzes beim Haus des Sports in Sögel ist gefallen: Der bisherige Naturrasen soll durch Kunstrasen ersetzt werden. Eine Tartanbahn umgibt das Grün. Das Foto zeigt (v. l.) Hermann Germer, Rüdiger Smorra, Günter Klene, Hermann Wilkens, KSB-Referent Tim Schmidt-Weichmann und Jörg Sentker im vergangenen Juli. Archivfoto: Helmut DiersDer Startschuss für den Bau des Kunstrasenplatzes beim Haus des Sports in Sögel ist gefallen: Der bisherige Naturrasen soll durch Kunstrasen ersetzt werden. Eine Tartanbahn umgibt das Grün. Das Foto zeigt (v. l.) Hermann Germer, Rüdiger Smorra, Günter Klene, Hermann Wilkens, KSB-Referent Tim Schmidt-Weichmann und Jörg Sentker im vergangenen Juli. Archivfoto: Helmut Diers

KSB-Präsident Michael Koop bezeichnet es als Leuchtturmprojekt: Beim Haus des Sports in Sögel wird von Mai bis August ein Kunstrasenplatz gebaut. Als Tag der Einweihung haben die Verantwortlichen einen ganz besonderes Anlass ins Auge gefasst.

Am Tag des Sports (14. August) soll der Platz an der Schlaunallee in unmittelbarer Entfernung der Geschäftsstelle, der noch ein Naturrasenplatz ist, als Kunstrasenplatz freigegeben werden. Wann die Idee geboren wurde, welche Kosten entstehen und wer den Platz nutzen soll, hat die Emslandsportredaktion zusammengefasst:

Plätze im Emsland: Im mittleren und südlichen Emsland gibt es bereits Kunstrasenplätze. So gesehen ist der Norden noch „Brachland“. Der erste Kunstrasenplatz wurde 2010 beim SC Spelle-Venhaus eröffnet, beim SV Meppen 2011 der zweite . Beim TuS Lingen erfolgte 2015 die Inbetriebnahme. Zustimmung für den Bau eines Platzes hat inzwischen der SV Concordia Emsbüren erhalten. Auch die neue Sportanlage des SV Union Meppen an der Versener Straße soll Kunstrasen bekommen. In Papenburg hingegen hatte der städtische Sportausschuss Ende des vergangenen Jahres mit den Stimmen der Christdemokraten einen solchen Platz abgelehnt. In dieser Woche hingegen forderten die Christdemokraten den Bau eines Kunstrasenplatzes in der Stadt.

Die Idee: 2014 entstand beim KSB Emsland der Gedanke, einen Kunstrasenplatz zu errichten. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die ersten Gespräche geführt. Hauptintention, so KSB-Geschäftsführer Günter Klene, sei es, dadurch einen Mehrwert für die Vereine des Emslandes zu schaffen. „Der Wunsch war immer schon im Hinterkopf, um wetterunabhängig Maßnahmen durchführen zu können“, erklärt Klene. Man habe immer auf eine gute Gelegenheit gewartet, die inzwischen gegeben ist. Denn in der jüngsten Kreistagssitzung wurde beschlossen, dass nunmehr in Kommunen mit mehr als 30000 Einwohnern wie Papenburg, Meppen und Lingen auch zwei Plätze gefördert werden können. Klene: „Einerseits macht uns das als Sportschule Emsland natürlich interessanter, andererseits schaffen wir einen Platz, wo alle emsländischen Vereine Zugang finden können.“

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Standortwahl: Laut Koop standen mehrere Plätze zur Auswahl, es sollte aber einer in unmittelbarer Nähe zur Sportschule sein. „Wir wollten nicht, dass dafür einer der bereits bestehenden Plätze aufgegeben wird.“ Deshalb fiel die Wahl auf diesen Platz. Dieses Gelände habe man langfristig gepachtet, was Voraussetzung für den Bau des Platzes sei. Flutlicht, Tartanbahn, Weitsprunganlagen sowie Duschen und Umkleiden sind direkt vor Ort. „Von daher ist der Kunstrasenplatz dort ideal untergebracht“, urteilt Klene.

Kosten: 288000 Euro teuer war der Platz in Spelle , der in Meppen hingegen kostete 823000 Euro, weil neben dem Untergrund die Flutlichtanlage erneuert sowie eine Lärmschutzwand und eine Zuschauertribüne errichtet werden mussten. Für 500000 Euro wurde der Platz in Lingen gebaut. 610215 Euro lässt sich Emsbüren den Platz kosten.

Im Vorfeld musste auch beim KSB ein Bodengutachten erstellt werden. Weil es einen größeren Bodenaushub geben wird als gedacht, sind die Kosten von ursprünglich 495000 auf genau 695000,98 Euro gestiegen. Man könne die Kosten jedoch nicht miteinander vergleichen, unterstreicht Koop. „Wir sind froh, dass wir die Finanzierung auf die Beine gestellt haben. Wir kriegen aber ein eigenes Kontingent“, wird der Platz nach seinen Worten nicht auf Kosten der emsländischen Vereine errichtet. Vielmehr handle es sich um zusätzliches Geld. 140000 Euro steuert der KSB selbst bei. „Wir haben die Eigenmittel über lange Jahre angespart“, berichtet Klene. Seit 2010 habe man für größere Projekte eine zweckgebundene Rücklage geschaffen.

Zeitplan: Das Amt für regionale Landesentwicklung hat kürzlich grünes Licht gegeben. Die öffentliche Ausschreibung hat begonnen. Der Baubeginn ist vorgesehen am 23. Mai. Beim Tag des Sports am 14. August in Sögel soll der Platz offiziell eröffnet werden, sofern alles wie geplant läuft. „Man muss mit drei Monaten Bauzeit rechnen – wenn man keine längere Schlechtwetterphase hat“, so Klene.

Nutzung: „Der Kunstrasenplatz wird nicht nur für die Fußballer gebaut, sondern wir wollen auch neue Sportarten ansprechen“, sagt Klene. Und meint damit unter anderem das Footballteam der Meppen Titans , das seine Heimspiele auf der Anlage des SV Hemsen austrägt.

Bedeutung für die Region: „Nach dem Anbau ist das das zweite Projekt dieser Art“, betont Koop. Dass das gesamte Emsland beteiligt ist, zeige den Stellenwert. „Das macht uns natürlich glücklich und ist eine Anerkennung dafür, welche Arbeit hier geleistet wird.“ Überall, wo man vorstellig geworden sei, sei man auf offene Ohren gestoßen, freut sich Klene. „Alle haben sich über Gebühr engagiert, egal ob Landkreis oder die Gemeinde Sögel. Unser Dank geht an alle Leaderregionen, alle Bürgermeister und das Leader-Regionalmanagement, das uns immer toll begleitet hat.“ Man habe unisono festgestellt, dass der Platz für die Region sein wird. „Alle werden davon profitieren.“ Koop spricht von einer Herausforderung, die aber möglich sei. „Wenn das Emsland etwas möchte, dann packt es das. Das ist in anderen Regionen nicht selbstverständlich, aber so macht ehrenamtliche Arbeit Spaß.


Der „Tag des Sports“ findet neben Hannover und Osnabrück am 14. August auch in Sögel statt. Von 10 bis 17 Uhr werden 2000 bis 2500 Teilnehmer und Interessierte erwartet. Unter dem Motto „Spiel, Spaß, Sport“ bietet der KSB zunächst einmal allen Sportarten eine Plattform, sich zu präsentieren. „Das Ziel ist es auch, viele Menschen im Emsland zum Sport zu bewegen“, betonte der Sportreferent Tim Schmidt-Weichmann. Der „Tag des Sports“ wird rund um das Haus des Sports stattfinden, inklusive der örtlichen Hallen und Straßen. Eine sogenannte „Fun-Meile“ soll errichtet werden. Diese soll am Haus des Sports vorbeiführen und zum Schloss Clemenswerth führen. Auch Seminare, Vorträge und Vorlesungen sind vorgesehen. Zusätzlich wird eine Bühne für das Rahmenprogramm aufgebaut. „Voraussichtlich vor dem Haus des Sports“, stellte Schmidt-Weichmann in Aussicht.

Der Kreissportbund (KSB) Emsland wurde vor über 20 Jahren aus den Kreissportverbünden Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen gebildet. Er ist der Dachverband von 350 emsländischen Sportvereinen mit über 112.000 Mitgliedern und dabei für den gesamten Landkreis Emsland zuständig. Er ist der sportpolitische Interessenvertreter seiner Mitglieder im Emsland und somit als sportfachlicher, sozialer und finanzieller Service- und Dienstleister aktiv.

Der KSB unterhält in Sögel seit dem 1. Januar 1994 die Sportschule Emsland in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth sowie seit 1999 das Haus des Sports als zentrale Anlaufstelle für den Sport im Emsland. Es finden jährlich bis zu 350 Maßnahmen und Veranstaltungen statt. Im vergangenen Jahr nahmen mehr als 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Angebot an der Sportschule Emsland wahr. Aktuell arbeiten 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Kreissportbundes Emsland e.V.. Darüber hinaus arbeitet die Sportschule Emsland zusätzlich mit ca. 20 freiberuflichen Referentinnen und Referenten zusammen.

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