18.11.2016, 17:02 Uhr

Rettungswache sucht Standort Kein Notarzt mehr in Dissen?

Die Rettungswache muss aus dem ehemaligen Klinikgebäude raus. Der Landkreis sucht einen neuen Standort. Foto: Petra RopersDie Rettungswache muss aus dem ehemaligen Klinikgebäude raus. Der Landkreis sucht einen neuen Standort. Foto: Petra Ropers

Dissen. Die Rettungswache muss aus den Gebäuden des Ex-Klinikums Dissen raus. Denn das Klinikum Osnabrück hat den Mietvertrag kurzfristig gekündigt. Der Landkreis zieht einen neuen Standort in Erwägung.

„Die kurzfristige Kündigung ist alles andere als erfreulich“, sagt Burkhard Riepenhoff, Pressesprecher des Landkreises Osnabrück. Vor allem, da diese offenbar überraschend ausgesprochen wurde. Das Deutsche Rote Kreuz hatte bisher die Räumlichkeiten im Ex-Klinikum Dissen von der Klinik Osnabrück gemietet. Denn ein Bedarfsplan des Kreises sieht dort eine Rettungswache mit Krankentransportwagen und Notärzten vor.

Klinik Osnabrück will sparen

Grund für die Kündigung des Mietverhältnisses mit dem Deutschen Roten Kreuz ist nach Angaben des Klinikums Osnabrück einmal mehr das liebe Geld. „Die Rettungswache ist von den Versorgungsstrukturen des Klinikum-Gebäudes abhängig“, so Silvia Kerst, Klinik-Pressesprecherin. Strom, Wasser und Gasleitung versorgen also nicht nur die Räume der Rettungswache, sondern das gesamte leer stehende Krankenhaus. Um Kosten zu sparen, soll sich das ändern. Damit gäbe es in Zukunft in keinem der Gebäude auf dem ehemaligen Krankenhausgelände fließendes Wasser oder Licht. „Eine Teilnutzung der Gebäude in Dissen ist zu den Erträgen, die der Nutzer bereit ist zu zahlen, nur mit hohen Verlusten für das Klinikum Osnabrück möglich“, erklärt auch Thomas Fillep, Kämmerer der Stadt Osnabrück. In Hinblick auf die wirtschaftliche Situation und die „Sanierungsphase“, in der der Klinik zurzeit stecke, sei das nicht mehr darstellbar.

Kein Notarzt mehr in Dissen?

Trotzdem: Es ist auch die Spontanität der Entscheidung, die „leider unnötig Stress“ bereitet hat , wie es Burkhard Riepenhoff formuliert. Denn neben einem Krankentransportwagen sieht der Bedarfsplan des Kreises dort auch einen Notarzt vor. Außerdem stehen im Ex-Klinikum Dissen offenbar auch Rettungswagen. „Das Problem ist nicht der Krankentransportwagen“, erklärt der Sprecher des Landkreises. Denn diese Fahrzeuge fahren nicht spontan mit Blaulicht zum – möglichst nahen – Einsatzort. Tatsächlich geht es hier um angemeldete Fahrten, etwa der Transport eines Dialysepatienten. Von wo das Fahrzeug kommt, ist da eher zweitrangig. Anders der Notarzt, der schnell vor Ort sein muss. Der Landkreis Osnabrück hat bereits einen neuen Standort im Blick. Ob die neuen Räumlichkeiten allerdings in Dissen sein werden, lässt Riepenhoff noch offen. Der Notarzt könnte in Zukunft also auch in Bad Rothenfelde stationiert sein.

Landkreis möchte Rettungswache bauen

Allerdings handelt es sich dabei wohl – so oder so – um eine Übergangslösung. Langfristig plant der Landkreis den Bau einer neuen Rettungswache, an der auch ein Notfalleinsatzfahrzeug und ein bis zwei Rettungsfahrzeuge stationiert sein sollen. Die Standortfrage ist noch ungeklärt.


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