26.05.2016, 20:16 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Schulte Fleisch- und Wurstwaren Nach Drohung: Keine Bombe in Dissener Firma gefunden


stek/asr/kat/csc Dissen. Bei der Firma Schulte Fleisch- und Wurstwaren in Dissen ist am Donnerstagabend eine anonyme Bombendrohung eingegangen. Auch Anwohner mussten am späten Abend ihre Häuser verlassen. Gegen 2.30 Uhr wurde der Einsatz beendet. Eine Bombe ist nicht gefunden worden, mittlerweile läuft der Betrieb im Unternehmen wieder.

Nach Angaben der Polizei ist am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr eine Bombendrohung bei der Fleischfirma Schulte Fleisch- und Wurstwaren an der Westendarpstraße in Dissen eingegangen. Daraufhin wurde das Gebäude evakuiert, alle Mitarbeiter der Spätschicht mussten die Firma verlassen und wurden nach Hause geschickt.

Großaufgebot

Vor Ort gab es in den späten Abendstunden ein großes Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Das Areal um die Firma (Westendarpstraße, Auf der Worth, Große Straße und Marktplatz) herum wurde weiträumig abgesperrt – weder Autos noch Fußgänger durften passieren. Auch die Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.

Evakuierungszentrum in Realschule

Bürgermeister Hartmut Nümann war bereits am frühen Abend vor Ort. Im Gespräch mit unserer Redaktion äußerte er sich besorgt: „Wenn wir hier gleich noch Menschen evakuieren müssen, muss ich mir überlegen, wo ich die alle unterbringen kann.“ Wenig später spitzte sich die Situation tatsächlich zu. In der örtlichen Realschule wurde ein Evakuierungszentrum eingerichtet, in dem sich zeitweise 14 Personen aufhielten. Auch ein Notfallseelsorger und ärztliche Betreuung standen bereit.

Landkreis richtet Bürgertelefon ein

Der Landkreis Osnabrück hatte in Abstimmung mit der Polizei ein Bürgertelefon eingerichtet, um dringende Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten. Während der Nachstunden habe es einige Anrufe gegeben, sagt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch am frühen Morgen hätten sich noch Dissener Bürger gemeldet. Eine der meistgestellten Fragen sei dabei die nach einem möglichen Schulausfall am Freitag gewesen. Riepenhoff betont die gute und schnelle Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften während des Donnerstagabends: „Auch in solchen Fällen zahlt sich die gemeinsame Leitstelle im Kreishaus mit ihren kurzen Wegen aus.“

Suche nach Sprengstoff

Die Polizei hatte Sprengstoffsuchhunde aus ganz Niedersachsen angefordert, um das circa 17.000 Quadratmeter große Areal abzusuchen. Im Einsatz befanden sich 30 Polizeikräfte, 60 Feuerwehrmänner und 40 Einsatzkräfte des erweiterten Rettungsdienstes.

Nach Angaben der Polizei Georgsmarienhütte war der Einsatz gegen 2.30 Uhr beendet worden. Alle Absperrungen wurden aufgehoben, die Anwohner konnten zurück in ihre Häuser. „Einige waren aber schon eingeschlafen“, sagte der diensthabende Beamte der Polizei GMHütte. Am Freitagmorgen bestätigte die Osnabrücker Polizei: Eine Bombe ist auf dem Firmengelände nicht gefunden worden. Zu den Hintergründen ist aktuell nichts bekannt, jedoch laufen die Ermittlungen jetzt auf Hochtouren.


Schulte: Schulte gehört seit zwölf Jahren zu der Zur-Mühlen-Gruppe von Clemens Tönnies, Deutschlands größtem Fleischverarbeiter. 2001 geriet die Firma aufgrund der BSE-Krise ins Schlingern. 250 Beschäftigte in Dissen und Zerbst verloren ihren Job. Kurz darauf folgte die Insolvenz. In die Bresche sprang die Zur-Mühlen-Gruppe, zu der auch Böklunder und Redlefsen gehören. Heute ist Schulte vor allem als Salami-Hersteller bekannt. August Schulte betrieb Ende des 19. Jahrhunderts eine Schlachterei in Dissen. Gemeinsam mit seinen Brüdern gründete er 1893 die Firma Schulte und baute einen Fleischwarenversand auf. In den 50-er Jahren war der Betrieb mit Chef Willy Schulte der größte deutsche Hersteller von Sülzen. Die Firma expandierte, eine zweite Produktionsstätte und ein Verwaltungsgebäude wurden errichtet. 1991 kaufte Schulte die Anhalter Fleischwaren in Zerbst zu.

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