13.05.2016, 12:03 Uhr

Krank im Südkreis – wohin? NRW will 200 Klinikbetten im Kreis Gütersloh streichen

Ein ungenutztes Krankenhausbett im geschlossenen Dissener Klinikum. Patienten aus dem Südkreis haben jetzt weitere Wege – und stoßen häufig auf Engpässe. Foto: Michael GründelEin ungenutztes Krankenhausbett im geschlossenen Dissener Klinikum. Patienten aus dem Südkreis haben jetzt weitere Wege – und stoßen häufig auf Engpässe. Foto: Michael Gründel

Dissen/Gütersloh. Als das Dissener Klinikum geschlossen wurde, verwies die Landesregierung die Patienten aus dem Südkreis und dem benachbarten Westfalen auch auf die Krankenhäuser im Kreis Gütersloh. Jetzt droht auch hier Bettenabbau.

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der Krankenkassen, könnten im Kreis Gütersloh 188 Klinikbetten wegfallen. So sieht es der Krankenhaus-Rahmenplan vor.

Betroffen sind fünf Kliniken: das Klinikum Gütersloh, das Krankenhaus Halle, das St.-Elisabeth-Hospital und das LWL-Klinikum in Gütersloh und das St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück. Sie haben insgesamt knapp 1700 Betten.

Mehr ambulante OPs

Vor allem in den Sparten Chirurgie, Geburtshilfe, Gynäkologie und HNO sollen nun Betten gestrichen werden. Begründung des NRW-Gesundheitsministeriums: Immer mehr Eingriffe könnten ambulant vorgenommen werden. Zusätzliche Betten sind für Psychiatrie, Geriatrie (Altersmedizin) und Neurologie geplant. Dennoch sollen neun Prozent aller nordrhein-westfälischen Klinikbetten eingespart werden.

Der Kreis Gütersloh und die Kliniken im Kreis halten dagegen: Sie prognostizieren einen steigenden Bedarf und fordern 1737 Betten. Der Kreisausschuss verabschiedete deshalb eine Stellungnahme: „Im Hinblick auf eine bereits ausgedünnte stationäre Krankenhausversorgung aufgrund der Schließung der Krankenhäuser in Rheda, Versmold und Werther fordert der Kreis Gütersloh die Verantwortlichen für die Krankenhausplanung auf, keine weiteren Bettenkapazitäten im Kreisgebiet abzubauen. Die akutmedizinische ortsnahe Versorgung der Bevölkerung des Kreises Gütersloh ist ansonsten nicht mehr sichergestellt.“ Mehr aus Dissen im Netz

Vom Rettungsdienst abgemeldet

Eine klare Ansage. Als Argumente gegen den Abbau weiterer Betten nennt der Kreis saisonale Schwankungen und Spitzenbelastungen wie beispielsweise bei Grippewellen.

Klinik-Geschäftsführer erklären, schon jetzt Patienten abweisen und ihre Klinik zeitweise bei der Leitstelle vom Rettungsdienst abmelden zu müssen, weil sie keine Kapazitäten mehr hätten.

Die niedersächsische Landesregierung hatte auch die Kliniken im Kreis Gütersloh mit in ihre Berechnungen und Überlegungen vor der Schließung des Dissener Krankenhauses einbezogen und auf sie als Alternative für die Dissener Klinik verwiesen .


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