23.01.2015, 19:13 Uhr

Fackelzug durch den Ort Dissener protestieren gegen Krankenhaus-Schließung

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Dissen. Die Proteste nach der Schließung des Klinikums Osnabrücker Land in Dissen und die Forderung einer nun umso mehr notwendigen Einrichtung einer Akut- und Notfallversorgung haben eine neue Qualität erlangt: Gestern gab es einen Protestmarsch durch die Stadt zum Krankenhausstandort und wieder zurück.

Auf der Großen Straße, Am Krümpel und auf der Bahnhofstraße ging für eine knappe Stunde nichts mehr. Nach übereinstimmenden Schätzungen von begleitender Polizei und den Organisatoren bewegten sich in dem 300 Meter langen Zug 220 Protestler. Voran wurde ein Sarg gefahren mit der Aufschrift „Beerdigen ist billiger!“ Dabei führten die Menschen auf Initiative von Annette Austmeyer-Krieg vom organisierenden Albertine-Förderverein in der beginnenden Dämmerung brennende Fackeln mit und machten auf Schildern ihre Sorgen deutlich. Dabei richtete sich der Fokus insbesondere auf die medizinische Abkoppelung der Orte des Südkreises mit 80000 Menschen, eingerechnet die der grenznahen Städte auf westfälischem Gebiet. Bevor sich der Marsch in Bewegung setzte, kündigte Wilfried Meyer als Vorsitzender des Fördervereins an, man werde sich in Kürze nach Einbeck begeben, um sich über ein dort geplantes Bürgerspital auszutauschen. Ferner werde der Fördervereinsvorstand in den nächsten Tagen zusammenkommen, um über neue Ideen zur Fortführung der Proteste zu beraten. Bürgermeister Hartmut Nümann bekräftigte, es gebe für ihn keinen Tag, an dem er nicht wegen des Krankenhauses beschäftigt sei. „Die heutige Aktion ist richtig“, rief er, „wir müssen Druck auf Hannover ausüben, denn die Klinik zu schließen war eine unglaubliche Fehlentscheidung!“


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