14.10.2014, 16:24 Uhr

Gläubigerausschuss tagte Kein Käufer für Klinikum Dissen: 200 Kündigungen

Protest gegen das Aus für das Krankenhaus Dissen. Foto: Michael GründelProtest gegen das Aus für das Krankenhaus Dissen. Foto: Michael Gründel

Dissen. Wie das Kaninchen vor der Schlange fühlten sich die Mitarbeiter und Patienten des Dissener Krankenhaus in Erwartung der Entscheidung des Gläubigerausschusses über die Zukunft des Klinikums. Jetzt steht fest: Das Krankenhaus schließt definitiv. Die Innere Abteilung soll weiterarbeiten, bis sie am Standort Georgsmarienhütte weiterarbeiten kann. Mindestens 200 Mitarbeitern wird gekündigt.

Wie das Klinikum mitteilt, habe es nur einen Interessenten für eine Übernahme des 127-Betten-Hauses gegeben. Diesem hätten sowohl ein schlüssiges Konzept als auch die wirtschaftliche Substanz gefehlt. Deshalb habe sich der Gläubigerausschuss, bestehend aus der Hausbank, der Agentur für Arbeit und dem Betriebsratsvorsitzenden Hans Kemper, für eine „Teilbetriebsstilllegung“ entschieden.

Noch in diesem Jahr wolle das Land Fördermittel zur Verfügung stellen, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Abteilung Innere Medizin an den Standort Georgsmarienhütte umziehen kann. Bis dahin werde sie am Standort Dissen uneingeschränkt weiterbetrieben.

In GMHütte werden nach der aktuellen Planung 140 Mitarbeiter beschäftigt. Voraussichtlich 200 Mitarbeitern des Klinikums Osnabrücker Land muss gekündigt werden. Für diese Beschäftigten, so das Klinikum, stellten das Land Niedersachsen und die Krankenkassen „ausreichend Mittel zur Verfügung“. Diese werden für die Löhne der nächsten drei Monate, den Sozialplan und die Einrichtung einer Transfergesellschaft verwendet. Die Gesellschaft wird für die Beratung, Qualifizierung und Vermittlung der Mitarbeiter eingesetzt.

„Wir haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche geführt, um eine sozial verträgliche und möglichst faire Lösung für die Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation zu ermöglichen. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir die konstruktiven Gespräche fortsetzen“, erklärte Geschäftsführer Georg Sartorius.Grund für die Teilbetriebsstilllegung sei eine fehlende Förderzusage des Krankenhausplanungsausschusses des Landes Niedersachsen für die nächsten Jahre. Der Ausschuss hatte dem Sozialministerium im Juli empfohlen, für das Dissener Krankenhaus keine Fördermittel zu erteilen. Das Sozialministerium folgte der Empfehlung.

Der Gesamtbetrieb mit den beiden Gesellschaften KOL Klinikum Osnabrück Land GmbH sowie SKOL Service Klinikum Osnabrücker Land GmbH befindet sich in der Planinsolvenz.


3 Kommentare