29.09.2014, 18:07 Uhr

In Kürze Klarheit über Investoren Entscheidende Tage für Dissener Krankenhaus

Bis Ende Oktober ist der Betrieb des Klinikums Dissen gesichert, dann könnte die Abwicklung des Krankenhaus-Standorts Dissen folgen, wenn sich kein Investor findet. Foto: Michael GründelBis Ende Oktober ist der Betrieb des Klinikums Dissen gesichert, dann könnte die Abwicklung des Krankenhaus-Standorts Dissen folgen, wenn sich kein Investor findet. Foto: Michael Gründel

Dissen. Gibt es noch eine Chance für den Krankenhausstandort Dissen? Bis Mitte nächster Woche dürfte es Klarheit über interessierte Investoren geben. Die Frist für Interessenten, die sich vorstellen können, das 127-Betten-Haus zu übernehmen, ist am Wochenende abgelaufen, und die Angebote werden jetzt bewertet. Außerdem steht Dienstag ein Termin im Sozialministerium an, bei dem es um die mögliche Höhe der Mittel für einen Sozialplan geht.

Bis Mitte nächster Woche sollen die bis Ende der Angebotsfrist eingegangenen Offerten ausgewertet sein. Ein Sprecher der Dissener Klinikum-Geschäftsführer Georg Sartorius und Eigeninsolvenzfachmann Torsten Gutmann: „Die Zahlen werden jetzt von einem Sachwalter-Gremium bewertet und dann dem Gläubigerausschuss vorgestellt. Erst danach sind genauere Details möglich.“

Es soll drei bis vier Interessenten geben, die sich vorstellen können, am Standort zu investieren . Ein Kandidat ist möglicherweise die Ameos-Klinikgruppe, deren Osnabrücker Einrichtung regionales Zentrum für die Behandlung psychischer Erkrankungen ist. Sie hat Anfang September beim zweiten Regionalgespräch zur Krankenhausstruktur in Stadt und Landkreis für Dissen einen Schwerpunkt für die Versorgung traumatisierter Bürgerkriegsflüchtlinge ins Spiel gebracht, wie ihn der Niels-Stensen-Verbund auch als künftige Lösung für Bramsche plant. Nicht mehr interessiert ist dem Vernehmen nach ein Krankenhausbetreiber aus dem süddeutschen Raum, mit dem Dissens Bürgermeister Kontakt hatte. Hartmut Nümann: „Die Größenordnungen passten am Ende nicht.“

Dienstagnachmittag findet im Sozialministerium ein Gespräch zur Einrichtung eines Fonds für einen Sozialplan statt, an dem auch Geschäftsführer Frans Blok vom Osnabrücker Klinikum teilnimmt, das Träger des Klinikums Osnabrücker Land ist, sowie der Dissener Betriebsrat Hans Kemper. 330 der 480 Mitarbeiter dürften bei einem Aus für das Klinikum Osnabrücker Land ihren Arbeitsplatz verlieren. Für die anderen gibt es eine Beschäftigungsperspektive am Standort GMHütte des Klinikums, wohin 32 Innere-Betten aus Dissen verlegt werden sollen.

Die Mitarbeiter sorgen zwar weiter für einen reibungslosen Ablauf, aber die Stimmung ist auf den aus Sicht vieler „letzten Metern“ des Krankenhauses inzwischen von Depression geprägt. Rund 30 Fachkräfte haben bisher von sich aus gekündigt, um künftig bei einem anderen Träger in der Region zu arbeiten.

Dissen hofft aber weiter auf eine Lösung in letzter Sekunde, und die Unterstützung der Bevölkerung im Südkreis für die Krankenhausmitarbeiter ist ungebrochen. Auch vergangenen Freitag protestierten wieder Hunderte vor dem Rathaus . Bürgermeister Nümann: „Was Dissen und dem Südkreis mit einer Schließung angetan wird, ist unfassbar.“


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