19.04.2017, 13:03 Uhr

BN-Serie: Für uns im Stadtrat Jürgen Kiesekamp aus Epe: „100 Jahre“ Kommunalpolitik

Die örtliche Gemeinschaft und besonders das Vereinsleben spielt für Jürgen Kiesekamp eine wichtige Rolle. Der Dorftreff in Epe, den er federführend mitentwickelt hat repräsentiert diese Gemeinschaft.  Foto: Steffen MenkhausDie örtliche Gemeinschaft und besonders das Vereinsleben spielt für Jürgen Kiesekamp eine wichtige Rolle. Der Dorftreff in Epe, den er federführend mitentwickelt hat repräsentiert diese Gemeinschaft. Foto: Steffen Menkhaus

stem Bramsche. Am 11. September 2016 sind 38 Mitglieder neu in den Bramscher Stadtrat gewählt worden. Sie entscheiden, welche Straße ausgebaut, wo Kindergärten erweitert werden und wieviel Geld wofür ausgegeben wird. In dieser Serie wollen wir in alphabetischer Reihenfolge die Männer und Frauen vorstellen, die für uns Bramscher im Stadtrat ehrenamtlich tätig sind. Heute: Jürgen Kiesekamp (FDP)

Über 100 Jahre habe er in der Kommunalpolitik bereits verbracht, sagt Jürgen Kiesekamp schmunzelnd über sich selbst. Wie er das in nur 67 Lebensjahren – von denen er zwar bisher schon stolze 41 in der Kommunalpolitik aktiv ist – geschafft hat? „Ganz einfach“, so Kiesekamp, „ich war 40 Jahre lang im Ortsrat von Epe, bin seit 25 Jahren im Kreistag und bin im 36. Jahr im Stadtrat von Bramsche.“ Trotz oder gerade wegen dieser langen politischen Mitwirkung habe er nach wie vor Spaß an der Politik. „Es ist immer noch eine Freude, mitwirken zu können“, sagt er.

Nach 43 Jahren CDU zur FDP

Im April 2016 sah es allerdings zeitweise nicht mehr so aus, als bringe das politische Engagement dem Eper noch viel Freude. Im Groll über den Verlauf der Kandidatenaufstellung für dei Kreistagswahl und den Umgang mit ihm in der Windkraftdebatte verlies Kiesekamp die CDU, der er 43 Jahre lang angehört hatte und wandte sich der FDP zu. Für die Liberalen sitzt er jetzt im Stadtrat ebenso wie im Kreistag.

Zur Politik gefunden hat der Eper, dessen Familie dort bereits seit über 700 Jahren verwurzelt ist, über seinen Vater. „Durch sein Engagement in der Gemeinde habe auch ich festgestellt, dass die Bildung der öffentlichen Meinung sehr wichtig ist“, erzählt Kiesekamp. Für Kiesekamp war es daher nur logisch, sich auch selbst in der Politik sowie den örtlichen Vereinen zu engagieren und die Entwicklung der Gemeinde mitzugestalten.

Entsprechend setzt er daher klare politische Prioritäten für die aktuelle Wahlperiode. Ein wichtiges Ziel verfolgt er dabei schon seit Beginn seiner politischen Laufbahn. „Ich war immer schon Mitglied im Finanzausschuss“, berichtet Kiesekamp. Dort sei eine langfristig positive Entwicklung wichtig für ihn. Das erklärte Ziel sei es daher vor allem, eine Neuverschuldung so gut es geht, zu verhindern.

„Nachverdichtung muss das Ziel sein“

Auch die demografische Entwicklung in der Stadt Bramsche und der Ortsteile steht für Kiesekamp im Fokus seiner politischen Arbeit. „Eine Nachverdichtung in allen Siedlungsräumen muss das Ziel sein“, sagt der Eper. Hierbei gehe es nicht nur um große Projekte, auch Maßnahmen von geringerer Größe müssen von der Politik gefördert und unterstützt werden. Speziell bei kleineren Projekten sei es ohnehin einfacher, für einen Interessenausgleich zwischen den einzelnen Beteiligten zu sorgen.

Die Entwicklung der Siedlungsräume wirkt sich auch an anderer Stelle aus. Es sei wichtig, junge Menschen nach Bramsche zu ziehen, macht Kiesekamp deutlich. Er erhoffe sich außerdem eine daraus resultierende Stärkung örtlicher Vereine und Verbände, die „vom Nachwuchs profitieren“. Dasselbe gelte für die Grundschulen in den einzelnen Bramscher Ortsteilen.

Auch in Bezug auf die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) hat Kiesekamp klare Vorstellungen. „Die FFH-Gebiete müssen in Zusammenarbeit mit der Verwaltung so gestaltet werden, dass die Privatbesitzer gut damit arbeiten können“, unterstreicht er. Es müsse offen kommuniziert werden und Lösungen gefunden und umgesetzt werden, die sich an der Realität orientieren.


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