26.11.2016, 10:34 Uhr

Filigrane Fantasiewesen Inas Ausstellung in der Bramscher Wilhelm-Busch-Schule


Bramsche. Ina Droppelmann besucht die 10. Klasse der Wilhelm-Busch-Schule in Bramsche und zeichnet, solange sie denken kann. In der Schule stellt sie jetzt erstmals ihre Bilder aus und freut sich über die Anerkennung ihrer Mitschüler und Lehrer.

Wie es sich für eine richtige Ausstellung gehört, haben Ina und ihre Klassenlehrer Uwe Engelmann und Ulrich Gehrken zu einer kleinen Vernissage in die Räume der Förderschule eingeladen. Handgemalte Schilder mit dem Hinweis „Inas Ausstellung“ weisen den Besucher den Weg. Einige Besucher brauchen ein paar Minuten länger zum Treffpunkt. Schon auf dem Weg bleiben sie staunend vor den Zeichnungen der 15-Jährigen stehen. Ein „lesender Drache“ oder ein „Greif in Flammen“ haben sie in ihren Bann gezogen. Mit filigranem Buntstiftstrich zeichnet Ina meist Fantasiewesen aus dem Manga- und Anime-Genre aber auch Comic-Figuren, die nur auf den ersten Blick aus der Disney-Welt entsprungen scheinen. Exakt 101 Zeichnung haben Lehrer und Mitschüler vor der Ausstellung auf Stellwänden befestigt oder gerahmt und aufgehängt.

Ideen kommen beim Malen

Ina mag besonders die aus dem Fernen Osten stammenden Mangafiguren, aber abzeichnen? Nein. Ihre Bilder malt sie nach eigenen Ideen, verknüpft dabei auch schon mal Bewohner Entenhausens mit Figuren aus einem Videospiel. Die Idee kommen ihr so beim Malen, erzählt sie den Besuchern. „Ich habe immer schon gemalt, schon im Kindergarten. Wenn die Anderen draußen gespielt haben, hab‘ ich drinnen gesessen und gemalt“. Das hat sich offenbar während der Schulzeit fortgesetzt. „Du hast in den Pausen immer in der Halle gesessen und hast gemalt“, erinnert Renate Deppmeyer, die zwar schon seit einiger Zeit als Lehrerin in Pension ist, und sich deshalb ganz besonders über die Einladung zur Vernissage freute.

Dass Ina da besondere Talente hat, sprach sich offenbar auch unter ihren Mitschülern herum. „Da kommen die härtesten Jungs und fragen Ina, wie‘s geht“, erzählt Gehrken. In diesem speziellen Fall war es die Darstellung einer Faust, die den jungen Mann verzweifeln ließ. „Ina hat über ihr Zeichnen hier an der Schule ganz viel Anerkennung gefunden“, meint er weiter.

Am liebsten mit Buntstiften

Wie sie denn auf die Motive komme, will Klassenlehrer Engelmann wissen. „Ich denke gar nicht so viel darüber nach“, antwortet dieSchülerin prompt. „Ich fange einfach an zu malen“. Meist wird erst vorgezeichnet, dann coloriert. „Am liebsten male ich mit Buntstiften“, erzählt sie. „Aber es müssen schon gute sein“. Zuhause in Alfhausen stapeln sich die Bilder bereits in den Regalen. Ob sie ihr Talent später einmal nutzen kann? „Es gibt leider so wenig Berufe, wo man das gebrauchen kann“, bedauert die Förderschülerin. Ein Praktikum bei „Kunst & Kreativ“ in Bramsche hat sie schon gemacht, auch eines bei einem Maler. Ob daraus mal etwas werden könnte, weiß sie nicht.

Aber bis sich hier etwas entscheidet, malt sie weiter, hört dabei Musik, auch gerne Klassik. Und freut sich, wie ihre Lehrer und Schulleiterin Vera Wennemann, über die Ausstellung und besonders die Vernissage, bei der sie einmal ganz im Mittelpunkt steht. „Ich freue mich ganz toll, dass du dir das zugetraut hast“, lobt Engelmann. Die Vernissage war für die ganze Schulgemeinschaft eine Premiere.


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