22.11.2016, 17:04 Uhr

Mehr als in den Vorjahren Bramsche: Bereits sechs Blindgängerfunde im Jahr 2016

Bereits sechs Blindgänger sind 2016 in Bramsche entschärft worden. Wo genau, ist allerdings nicht bekannt. Unser Foto stammt von einer Entschärfung vor zwei Jahren in Achmer. Archiv-Foto: Björn DieckmannBereits sechs Blindgänger sind 2016 in Bramsche entschärft worden. Wo genau, ist allerdings nicht bekannt. Unser Foto stammt von einer Entschärfung vor zwei Jahren in Achmer. Archiv-Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Bereits sechs Mal sind im Jahr 2016 in Bramsche Bomben entschärft worden. Das wurde in der Sitzung des Stadtrats-Ausschusses für Feuerwehr und Ordnung bekannt.

Matthias Hintz, der seitens der Stadtverwaltung für die Koordination von Munitions-Entschärfungen zuständig ist, erklärte im Ausschuss, dass seit Jahresbeginn bereits ein halbes Dutzend Mal der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBS) angefordert worden ist, um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen.

Bekannt geworden war bislang nur ein Fall: Während der Erschließungsarbeiten für den Windpark Wittefeld wurde im Januar eine Splitterbombe gefunden. „In solchen Gebieten wird routinemäßig auf alte Weltkriegsbomben und Munitionsreste untersucht, das ist Vorschrift“, erklärte Hintz.

In anderen Fällen sei es so gewesen, „dass wir Hinweise von Bürgern bekommen haben, wo noch Blindgänger liegen könnten“. Auch das Land Niedersachsen werte wohl verstärkt Luftbild-Aufnahmen aus. Denn: „Man geht wohl davon aus, dass früher die Bomben mit Blockerstoffen versehen wurden, die verhindern sollten, dass der Sprengstoff schon während des Transports explodiert“, erklärte Hintz. Über die Jahrzehnte zersetze sich dieser Blockerstoff aber. Die Folge: „Die Gefahr, dass ein Blindgänger doch noch hochgeht, steigt wieder“.

Keine Evakuierungen erforderlich

Dass über die Bomben-Funde ansonsten nicht informiert wurde, hat zwei Gründe: „Vorab an die Öffentlichkeit zu gehen, dazu bestand kein Anlass: Es mussten in keinem einzigen Fall Anwohner evakuiert werden. Vorübergehende Straßensperrungen reichten aus“, erläutert Hintz auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie Situation sei somit eine ganz andere gewesen als im vergangenen Jahr bei einer Entschärfung in Hesepe oder im November 2014 nach Bombenfunden in Achmer und Pente .

Nach den Entschärfungen zu informieren, davon habe die Stadt in Absprache mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst abgesehen: „Die Erfahrung zeigt, dass es oft noch im Nachgang von solchen Einsätzen zu einer Art ‚Kampfmittel-Tourismus‘ kommt. Dass wollen wir unterbinden. Denn es kann immer sein, dass im Umfeld der Fundorte noch weitere Blindgänger lagern und sich die Menschen dadurch in Gefahr begeben“, so Hintz weiter.


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